Die Vernunft ist zuhause geblieben

Die Vernunft ist zuhause gebliebenNun stehe ich gerade einmal 10 Tage wieder im Training. Letzte Woche hatte ich noch was von Vernunft und ruhigem Beginn erzählt. Ist auch alles richtig und gut, aber manchmal kommt es halt anders. Nachdem es am gestrigen Mittwoch auch die Lausitz mit kalten Temperaturen, starkem Wind und Regen erwischt hat, war heute wieder ein schöner Frühlingstag. Es war zwar kühler als am warmen Dienstag, aber die Sonne schien, und ich hatte richtig Bock auf das Laufen.

Vor dem Lauf spürte ich das Verlangen, mal wieder etwas schneller zu laufen. So dachte ich bei mir, vielleicht im mittleren Tempo 2 Kilometer und danach wieder ganz ruhig, kann ja nicht schaden. Also schnell die luftigen Laufklamotten übergezogen und meine neuen Lieblinge die Mizuno Wave Evo Levitas übergestreift. Ganz locker an der Schwarzen Elster (einem regionalen Fluss) entlang. 500 Meter habe ich das ruhige Tempo ausgehalten, dann durchzuckte es meinen ganzen Körper, die Finger gingen fast automatisch auf die Starttaste meiner Uhr, und ich wurde schneller. Mein Kopf befahl mir, mache einen mittleren bis flotten Kilometer. Die Augen nur noch geradeaus, kräftiges Ausatmen der verbrauchten Luft und einfach nur Freude am etwas schnelleren Laufen. Der erste Kilometer 4:27 min/km. Gar nicht übel, aber viel zu schnell, dachte ich. Mein Gefühl für das Tempo hatte ich in meiner Zwangspause von über 5 Wochen erst mal eingebüßt. Dennoch war ich erstaunt, dass der zweite Kilometer gleich noch mal 10 Sekunden schneller war.

Jetzt sollte eigentlich Schluss sein, aber ich wollte mehr. Also ein weiterer Kilometer kann ja nicht schaden, dieser wieder in 4:17 min. Jetzt ist auch wieder das Gefühl für das Tempo da. Na gut, einen Kilometer noch, die Vögel zwitschern überall, und es scheint so, als ob sie mich auf meinem Weg entlang der Felder und Wälder begleiten. Ihr Zwitschern erscheint wie ein Ruf: schneller, schneller. Eine innere Stimme sagte: Du läufst weiter so kontrolliert und übertreib es nicht mit dem Tempo. So blieb es beim nächsten Kilometer bei einer 4:18 min. Wenn Du schon 4 Kilometer etwas flotter gelaufen bist, dann geht es auch noch bis zu Kilometer 5. Jetzt war eines klar, die Vernunft hatte heute Urlaub gemacht und sitzt bei mir daheim bestimmt auf der Couch und lässt es sich gut gehen.

Der 5. Kilometer war dann ein Kampf gegen etwas Gegenwind, und so langsam merkte ich die fehlende Kraft, denn in fünf Wochen geht doch so einiges verloren. Vom Gefühl her hätte ich noch viel weiter in dem Tempo laufen können. Aber nun sollte dennoch Schluss sein. 5 Kilometer in 21:38 min ohne dabei gleich aus den Latschen zu kippen, ist für den Anfang ordentlich. Dazu die Gewissheit, dass mit richtiger Anstrengung nochmal 1:30 min mehr möglich gewesen wären. Natürlich ist es noch ein weiter Weg bis ich wieder richtig fit bin, aber ich schöpfe Mut. Danach gab es noch knapp 4 Kilometer zum lockeren Austraben.

In den nächsten Tagen darf mich dann auch wieder die Vernunft auf meinem Trainingsweg begleiten. Jetzt sitze ich hier vor dem Rechner, fühle mich glücklich und bereue es nicht, heute mal die Vernunft vergessen zu haben.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das liest sich ganz gut, und wen wundert es, wenn der Gaul auch mal durchgeht ? Nur sollte das nicht ständig passieren, aber du wirst schon auf dich aufpassen, schließlich willst du nicht noch einmal aussetzen !!

    Es ist einfach schön, wenn es läuft, und dann sollte man das Fliegen auch voll ausnutzen, geht mir genauso ! 😉

    • Ab und an darf es mal sein Margitta. Und gestern war so ein Tag. Jetzt wird aber wieder ruhiger gemacht, viele Trainingseinheiten absolviere ich zurzeit auch noch auf dem Rad. Aussetzten bitte so schnell nicht mehr. Zwei Zwangspausen im Jahr 2013 reichen 🙂

  2. Hallo Heiko,

    ab und zu ist es doch schön die Vernunft einfach mal zu Hause zu lassen 😉 Wenn man dieses Gefühl verspürt mal schneller laufen zu müssen, sollte man es schon nachgeben!

    Ich weiß nicht was deine Laufpause verursacht hat, aber ich hoffe es geht weiterhin aufwärts! Die 5 Kilometer im schnelleren Tempo wird deine Genesung sicher nicht geschadet haben, die Glücksgefühle die du nach dem Laufen verspürt hast wirken sich ja auch sehr positiv auf die Gesundheit aus! 🙂

    Liebe Grüße Anna

    • Hallo Anna,

      eine Grippe hatte diese Pause verursacht. Mich hatte es im Januar schon einmal hingehauen, aber nach knapp 3 Wochen Pause begann ich wieder ziemlich hart für den Frühjahrsmarathon zu trainieren. Mir war schon klar das dies auch nicht ganz Vernünftig war und es schief gehen kann. Auch hier hatte die Vernunft wohl Urlaub. Aber ich wollte unbedingt im Spreewald laufen. 3 Wochen vor dem Marathon im April dann wieder der Rückfall und dann aber gleich für 5 Wochen. 2 Pausen in einem Jahr sollten aber reichen 🙂

      Die Glücksgefühle waren riesig, aber bis zu wirklich schnellen Läufen ist es noch ein langes Stück.

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