Lauferinnerungen: Hallenkreismeisterschaften der Leichtathletik 1980

Hallenmeisterschaft

33 Jahre ist her, aber in meiner Erinnerung hat dieses Jahr und der 800-Meter-Lauf bei den Hallenkreismeisterschaften 1980 hier in Senftenberg einen festen Platz. Als Austragungsort für viele Sportveranstaltungen gerade in der Leichtathletik diente die in der ganzen DDR bekannte Aktivist-Sporthalle. Berühmt und teilweise auch berüchtigt war die 250 Meter lange Laufbahn, welche gerade durch die sehr steilen Kurven nicht leicht zu belaufen war. Weiterhin gab es gerade auf längeren Strecken und bei vielen Zuschauern schnell Probleme mit der trockenen Luft. Glücklicherweise gibt es die Halle hier in Senftenberg noch, aber 33 Jahre haben Spuren hinterlassen. Optisch gab es die eine oder andere Veränderung an der Halle und auch der Name wurde gewechselt, aus Aktivist-Sporthalle wurde Niederlausitzhalle.

Seit einigen Jahren dürfte die Niederlausitzhalle in Senftenberg auch wieder überregional in der Laufszene bekannt sein. Immerhin findet hier in jedem Jahr im Januar der Hallenmarathon statt.

Hallenkreismeisterschaften

Aber jetzt wieder 33 Jahre zurück in der Zeit. Die Halle war von vielen Kindern bevölkert, die in den unterschiedlichsten Disziplinen im Wettstreit den Sieger ermittelten. In der DDR wurde der Sport groß geschrieben und so war es ganz normal, dass meist sehr viele Kinder für die unterschiedlichsten Wettbewerbe gemeldet waren. Ich hatte aber selten einen Blick für die Sprung-, Wurf-und Sprintdisziplinen. Ich wollte es schon damals lang und die längste Strecke an diesem Tag waren eben die 800-Meter. Die besten Jungs aus dem Kreisgebiet Senftenberg traten gegeneinander an: 3 Runden und 50 Meter waren zu bewältigen. Meine Alterklasse damals AK 9.

Meine damalige Laufkleidung wäre aus heutiger Sicht was für das Museum, aber nicht für eine Sportveranstaltung. Aber wie hat ein alter Lauftrainer immer gesagt: Wir sind nicht auf einer Modenschau. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass damals auch schon große Unterschiede gemacht wurden. Einige Kinder bekamen aus unterschiedlichsten Quellen der einzelnen Vereine Unterstützung in Form von Sportbekleidung und Laufschuhen/Spikes, die es so im Handel nicht zu kaufen gab. Lederturnschuhe waren zum Beispiel Luxus und diese hatten nur die Ausgewählten. Aus heutiger Sicht kann man sich denken, welche Kinder bevorzugt wurden. An der Leistung lag es definitiv nicht immer.

Jedenfalls war mir der Luxus von Spikes oder Lederturnschuhen an diesem Tag nicht vergönnt. Meine Laufschuhe waren aus Stoff und hatten eine Sohle aus Gummi. Im Volksmund wurden die Teile „liebevoll“ Essengeldturnschuhe genannt. Eigentlich hätte man auch ohne Schuhe laufen können und das Ergebnis wäre das gleiche geblieben.

Kurz nachgedacht. An die Anzahl der Jungs am Start kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber es waren schon einige gewesen. Gestartet wurde durch einen Mann, den ich damals gern Startpistole nannte. Denn egal welche Leichtathletikveranstaltung, er war immer dabei und immer mit seiner Pistole – der Startpistole. Schon auf den ersten Metern ging die Post richtig ab. Tempoeinteilung gab es nicht, alles oder nichts. Schnell fand ich mich auf Platz 4 wieder, hinter mir keuchten Kinder und die Spitzengruppe entfernte sich Meter für Meter. Schon jetzt tat die Lunge weh, das Atmen fiel schwer und der Bauch verkrampfte. Die Schuhe drückten überall, aber dieser Umstand war leider normal und wurde von mir damals als ganz natürlich hingenommen.

Nach der ersten Runde schaute ich etwas verzweifelt zu den Zuschauern und entdeckte meinen Vater, der mir leicht zulächelte. Der Platz 4 gehörte mir immer noch, aber der Drittplatzierte zeigte Schwächen und ich holte alles raus. Nach zwei Runden hätte ich nur noch heulen wollen, aber Indianer kennen bekanntlich keinen Schmerz und wer später mal Olympiasieger werden möchte, der auch nicht. Auf einmal war sogar Platz 2 greifbar und in der letzten Steilkurve war es soweit. Danach noch einmal 70 Meter sprinten und Ziel: Platz 2 mit einer Zeit von 2:49 min. Damit bekam ich meine erste Medaille bei einer regulären Sportveranstaltung… und deshalb erinnere ich mich so gern daran. Danach kamen noch sehr, sehr viele offizielle Läufe dazu.

Zweite Platz in der Halle


Mit individueller Online-Trainingsbetreuung zum Ziel

Online-Trainingsplanung

Diese Ziele können wir gemeinsam angehen:

  • Gewichtsreduzierung/Abnehmen
  • Verbesserung der körperlichen Fitness
  • Besseres Körpergefühl gewinnen und das eigene Wohlbefinden stärken
  • eigene Ausdauerfähigkeit erhöhen
  • Laufziele erreichen, sei es eine bestimmte Laufstrecke erstmals erfolgreich zu finishen oder eine neue Bestzeit zu laufen

Informiere Dich jetzt zur Online-Trainingsbetreuung von Laufen total >>>>>>>>>>


Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine schöne Geschichte, die auch bei mir Erinnerungen weckt! Ich war damals ca. vier Jahre im Trainingszentrum Leichtathletik und meine Paradedisziplinen waren 60 m und Weitsprung. Habe damals so einige Medaillen und Urkunden gesammelt 🙂 Mein größter Erfolg war mal eine Bronzemedaille bei einer Kreismeisterschaft. Dabei fehlt mir ein – wo habe ich eigentlich diese Medaille?

    Und ja, die Ausstattung war damals schon lustig … Aber ich hatte immerhin Spikes 🙂

    • Ich hab mich damals nicht als den klassischen Leichtathleten gesehen. Ich wollte einfach nur laufen. Medaillen gab es bei den einzelnen Meisterschaften einige für mich, aber diese Hallenkreismeisterschaft blieb mir besonders in Erinnerung. Und über unsere Sportkleidung schweigen wir mal lieber. Aber letztendlich haben wir damit auch unsere Leistungen gebracht, auch wenn Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulation Fremdwörter waren.

  2. Was für eine schöne Reise in die Vergangenheit – und an dieser Stelle auch Gratulation zur tollen Leistung! Es ist immer wieder interessant, wie viel möglich ist – auch ohne die perfekten Schuhe/Kleider etc.
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hi Ariana, deshalb sage ich auch immer wieder zu Sportanfängern, erstmal anfangen und dann erst schauen, welche Bekleidung wirklich benötigt wird. Wichtig ist immer der erste Schritt.

  3. Cool.
    Ich habe auch noch alle meine Medaillien der Kinder- und Jugenspartakiaden und Kreis- und Bezirksmeisterschaften.
    Sowas kann ich nicht wegwerfen. Auch wenn sie jetzt nicht mehr an der Wand hängen.
    Und ich weiss noch das mein Papa meine guten Lederturnschuhe immer wieder mit einer Art Heisskleber repariert hat, bis sie irgendwann wirklich wahrhaftig zu klein waren.
    Viele Grüße
    Karina

    • Hallo Karina, Medaillen und Urkunden habe ich von damals nicht mehr. Die abgebildete Medaille ist das letzte Überbleibsel meiner vergangenen DDR-Sportkarriere. Hahaha. Und die Sache mit den Lederturnschuhen kann ich mir lebhaft vorstellen. Alles was ein bisschen besser war als die Massenware, wurde jahrelang gehegt und gepflegt. Auch wenn die Größe nicht ganz passte, man hat sich reingezwängt und reingeklemmt. In der heutigen Zeit ist so etwas unvorstellbar. Beste Grüße aus der Lausitz Heiko

Schreibe einen Kommentar