Ignoranz und Engstirnigkeit – Moderne Werte und was ich davon halte …

Warum?
Nicht nur erst im Zusammenhang mit der Aktion: Halte Deine Umwelt sauber, laufe Deine Strecke sauber… mache ich mir so meine Gedanken über unsere Gesellschaft, den Umgang mit der Natur und den Umgang untereinander. Und umso intensiver ich darüber nachdenke und mir Gedanken mache, um so mehr steigt eine Unzufriedenheit auf. Und schnell besteht die Gefahr der Frustration, glücklicherweise habe ich die Lauferei, meinen Job als Personal Trainer und den Sport im Allgemeinen, Bereiche also, die mich aus dieser Situation immer wieder befreien, wenn ich aktiv werde. Aber im nächsten Augenblick, wenn ich auf der Piste bin, wird mir gezeigt was alles schief läuft. Denn wer mit offenen Augen unterwegs ist, nach links und rechts schaut und auch mal hinter die Oberflächlichkeit mancher Menschen blickt, erkennt vieles, was nicht zufriedenstellend sein kann.

Die Frage, die mich immer wieder bewegt ist, was wohl in den Köpfen meiner Mitmenschen vorgeht, die anderen Schlechtes zufügen, die die Umwelt verschandeln, die andere Menschen beklauen, die bei Hautfarben und Herkunft unterscheiden und die andere Menschen erniedrigen, um sich aufzuwerten. In unserer Aktion ging es um den Müll, der achtlos in die Natur geworfen wird, aber letztendlich ist dies nur ein kleiner Teil der Achtlosigkeit, der Respektlosigkeit, der Dummheit und des Wertewandels in unserer Gesellschaft.

Zu früherer Zeit – als junger Mensch – wollte ich diese Achtlosigkeit nicht hinnehmen. Ich rebellierte auf meine Art gegen die Gesellschaft und deren geistige Schranken. Die Haare wurden bunt, die Klamotten dreckig; es galt, sich von der Gesellschaft abzuheben. Aber mit Äußerlichkeiten verändert man nicht die Welt, dies war mir damals bewusst und ist es auch heute noch. Dennoch fühlte ich mich als Punk frei, machte was ich für richtig hielt, ließ mich selten von gesellschaftlichen Zwängen leiten und lebte in meiner eigenen Welt. Aus heutiger Sicht muss ich sagen, die angeblich normale Welt hat für mich als solche nicht mehr existiert. Aber die Reflexion und das mein Veränderungswille haben mich immer getrieben, sei es in Sachen Menschenrechte, Tierrechte usw. Im Kleinen konnten wir sicherlich manchmal mit unseren Aktionen sogar etwas bewegen. Über die vielen Jahre meiner Persönlichkeitsentwicklung haben sich Einstellungen, Aussehen und Sichtweise weiter verändert. Mir wurde z.B. bewusst, dass der sogenannte Spießer manchmal mehr Punk ist als der „dreckigste Punker“ und umgekehrt. Aber Punk ist eine Denkweise, eine Lebenseinstellung, und die ist mir geblieben. Und noch manchmal trällere ich eigene Songtexte von meiner damaligen Punkband so vor mich hin und bin erstaunt, was ich da so vor 18 Jahren auf Papier und Tonträger gebracht habe.

War es: „Ich sitze in der Innenstadt, Eurer Reichtum ist mir zu platt. Ihr seid Roboter in Menschengestalt, wenn ich Euch sehe wird mir kalt…“ oder „Die Sonne scheint ganz still durch Fenster, sie lächelt mich ganz freundlich an. Aber irgendwie spüre ich eine Kühle, die man mit Worten nicht beschreiben kann. Sie lächelt auch dort, wo Menschen verhungern. Sie lächelt auch dort, wo Tiere krepieren. Sie lächelt auch dort, wo Kriege geführt. Sie lächelt, lächelt immer fort.“ Und Passagen dieser Songs gehen mir manchmal bei meinen sportlichen Aktivitäten durch den Kopf. Gern möchte ich dazu beitragen, unsere Welt lebenswerter zu gestalten, deshalb auch die Müllaktion. Bei allen positiven Reaktionen, die es darauf gab und vor allem, dass Menschen sich tatsächlich auf ihre Laufstrecken begaben und den Müll beseitigten, gab es auch negative Stimmen. Stimmen, die es leider immer geben wird. Egal, wo Menschen etwas bewegen wollen, es wird immer Kritik geben…

Zu gern würde ich diesen Menschen sagen: Schnauze, meckern kann jeder, aber selbst aktiv werden, dies können nur die wenigsten. Es wurde diskutiert: „Warum soll man den Müll anderer wegräumen?“ Ehrlich, ich verstehe sogar die Frage nach dem Warum. Aber was passiert, wenn wir alle so denken? Warum soll ich den Müll wegräumen, warum soll ich dem hilflosen Mann auf der Straße zur Seite stehen, warum soll ich ohne Vergütung als Helfer bei einem Kinderfest dabei sein usw. Ehrlich, hier würde bald nichts mehr gehen. Deshalb bin ich dankbar dafür, dass es noch Menschen gibt, die nicht fragen, warum sondern selbst aktiv werden. Aktiv werden, um ein Zeichen zu setzen, aktiv werden, um andere Menschen zum Nachdenken anzuregen und zu motivieren und aktiv werden, um etwas dauerhaft zu verändern.

Es kotzt mich an

Es ist für mich unverständlich, wie kleingeistig jemand sein muss, wenn er Müll in der Natur fallen lässt. Es ist so einfach, volle Getränkeverpackungen mit in den Wald oder Park zu schleppen, aber wenn diese leer sind, bleibt das Zeug liegen. Leere Zigarettenverpackungen liegen überall rum, ganz zu schweigen von den ganzen Zigarettenkippen. Zu gern würde ich den ganzen Dreck sammeln und den Verursachen in der eigenen Wohnung deponieren. Das Entsetzen wäre riesig groß, denn das Eigene muss schön gepflegt sein. Was drumherum geschieht, ist egal, Hauptsache den Leuten geht es gut. Ja, bei solchen eigensinnigen Einstellungen kommt mir sprichwörtlich die Galle hoch.

Wenn ich auf einigen meiner Laufstrecken unterwegs bin, geht es hin und wieder an Kleingartensparten vorbei, alle super gepflegt und sauber. Manchmal fällt es schwer, noch zu unterscheiden, ob es noch Laube oder schon Eigenheim ist. In meinen Augen ein riesiger Luxus, den ich diesen Leuten gönne. Aber es treibt mir die Wut hoch, wenn ich die andere Seite der Medaille sehe, denn im Umfeld der Gärten befinden sich Wälder, und dort liegt dann verteilt Müll herum, der ganz klar aus Gärten kommt. Egal ob Gartenabfälle, Bauschutt und Hausmüll, alles ist dabei. Getreu dem Motto: Raus aus meinem Garten, raus aus meiner Welt, und der Rest ist mir scheißegal. Und dies spiegelt aus meiner Sicht die Denkweise vieler Menschen meiner Region wider, Hauptsache ich und was sonst ist, ist mir egal.

Aber wehe es geht an die eigene Existenz, dann wird geschimpft und nach Hilfe gerufen, dann wird sich über die Ignoranz der Mitmenschen beschwert. Ehrlich, ich kann diese geistige Haltung und den Umgang untereinander nicht verstehen. Und ich freue mich weiter darüber, dass es noch genügend Menschen gibt, die eben nicht achtlos sind und die mit ihren Taten Positives bewegen. Danke.

Einige Gedanken dazu hatte ich im letzten Jahr schon einmal in einem Beitrag niedergeschrieben – Ein Läufer ist nachdenklich oder immer weniger Gehirn.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Heiko,

    ich finde es toll, dass es noch Menschen gibt, die wirklich was für die Umwelt machen und jeder kleine Schritt bringt uns weiter und was gibt es schöneres als durch eine schöne Waldlandschaft zu laufen. Leider ist der nächste Wald etwas von mir entfernt, so müssen die Felder herhalten, aber ab und an gönne ich mir auch ein Lauf im Wald und finde es schade, dass manche Menschen achtlos ihren Müll überall wegwerfen.
    Toll das ihr euch auch einstetzt und die Natur entmüllt!
    Weiter so!
    Viele Grüße
    Robert

    • Hallo Robert,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Leider ist es oft ein Wettlauf mit dem Müll, habe ich erst leider heute wieder auf der Strecke gesehen.

      Gruß Heiko

  2. Danke. Jetzt habe ich endlich verstanden, warum an meiner Laufstrecke kein Müll liegt: „Raus aus meinem Garten, raus aus meiner Welt, und der Rest ist mir scheißegal“ gibt es hier nicht, weil hier fast nur Anwohner unterwegs sind, die sich um ihr „eigenes“ Wäldchen gut kümmern.
    Unsere Kleingartenanlage hier hat übrigens vor einigen Jahren mächtig von der Stadtverwaltung auf den Deckel bekommen, nachdem die Stadtreinigung echt keine Lust mehr hatte, genau die von Dir beschriebenen Arten von Müll aus der Landschaft zu räumen.
    Die Stadtreinigung war aber überhaupt nur deshalb da, weil sie von Anwohnern dauernd angerufen wurde. Von allein wissen die ja nicht, dass da ein Problem ist. Man muss es ihnen schon sagen.
    Auf diese Weise kann man Druck machen, steter Tropfen höhlt den Stein, allerdings sollte man sich mit anderen zusammentun und nicht immer selbst anrufen. Bei uns hatte es Erfolg.

    Hm, sorry, jetzt kann ich es mir doch nicht verkneifen: Viele Meckerer (Heiko, Du bist NICHT gemeint!) meckern quasi in die leere Landschaft, gegenüber jedem, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber nie bei den zuständigen Stellen, nach dem Motto: „Wieso? Die müssen doch hellsehen können!“
    Können die aber nicht. Folglich tun sie nichts.
    Dieses Meckern ist leider teilweise auch … ich sag’s nicht gern … eine Form von social bonding… (Nee, Martin, DAS hast Du nicht fabriziert – muss auch nicht. Danke für den Lacher neulich.)
    Der Mensch an sich ist doch ein wenig dysfunktional.

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