Ich würde sagen: Laufen ist Punk

Laufen ist PunkWas haben Laufen und Punk gemeinsam? Ich denke, diese Frage kann, muss aber nicht, jeder für sich beantworten. Punks sind für die einen, Menschen die nur saufen und nichts auf die Reihe bekommen, auffällig durch ihr Äußeres und dem nach außen hin suggerierten nicht gesellschaftstauglichen Lebensstil. Für andere ist Punk eine Lebenseinstellung. Punk bedeutet Freiheit, Selbstverwirklichung, einfach machen und sich nicht von jedem auf der Nase rumtanzen lassen, das Leben nach den eigenen Wünschen leben und die Freiheit spüren und genießen. Bis zum heutigen Tag bin ich von dieser Idee begeistert. Die bunten Haare sind mittlerweile vom Kopf verschwunden, die Klamotten sind auch nicht mehr so ranzig wie früher und insgesamt bin ich ruhiger geworden. Aber damalige Ideen vom Leben sind geblieben, denn Punk ist mehr als die Beschränkung auf Äußerlichkeiten. Punk ist eine mentale Lebenseinstellung.

Hier spielen für mich das Laufen und die Möglichkeiten, welche damit verbunden sind, eine große Rolle. Laufen bedeutet Freiheit, machen was man will. Laufen kann man überall und immer. Es gibt keine Beschränkungen und Zwänge; Beschränkungen und Grenzen spielen sich nur in unserem Kopf ab. Wir können selbst bestimmen, wo und wann wir laufen; wir können bestimmen, wie schnell oder langsam wir laufen. Die einen mögen vorgegebene Wege und Pfade, andere möchten unbekanntes Terrain betreten und erleben. All dies ist beim Laufen möglich. Laufen verbindet. Wer möchte kann sich im Wettstreit messen oder einfach täglich seine Runden drehen – ohne Platzierungen. Andere wollen die eigenen Grenzen immer weiter erkunden und immer größere Herausforderungen annehmen. Mittlerweile gibt es kaum etwas, was ein Läufer nicht schon einmal bewältigt hat. Erst war der Marathon unvorstellbar, dann waren es die 100 Kilometer. Alles Laufstrecken, die erstaunlich sind. Aber es gibt Menschen, die viel Größeres schaffen: es werden Wüsten durchlaufen, es wird tagelang ohne Schlaf gelaufen, egal wie, jeder kann sich ausprobieren und machen, was er will.

Laufen ist Punk

Eigentlich fremde Menschen verstehen sich innerhalb von wenigen Minuten blind, denn die Leidenschaft zum Laufen verbindet. Am Rande erwähnt, ich empfand diese Gemeinschaft zu früherer Zeit noch viel intensiver. Denn leider ist es aus meiner Sicht in der heutigen Zeit nicht mehr ganz so freundschaftlich. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Laufbewegung nicht mehr nur eine Randerscheinung und das Laufen als solches in der Gesellschaft angekommen ist. Früher wurden Läufer als die komischen Typen angesehen, die nicht alle an der Laterne haben. Wie kann schließlich das Rumrennen von A nach B Spaß machen? Aber es gibt sie immer noch, die Läufer, welche sich vorher nie gesehen haben, auf einmal zusammentreffen und gleich das Gefühl der Verbundenheit eintritt. Man tickt im Kopf ähnlich und schnell sind sich ansonst wildfremde Menschen nicht mehr ganz so fremd. Und ehe man sich versieht, entstehen Freundschaften durch das Laufen. Eine Sache, die ich in meinem Leben tatsächlich so nur unter Punks erlebt habe. Egal, woher man kam und wo man sich traf, wir gehörten zusammen und man hatte ähnliche Vorstellungen vom Leben.

Natürlich haben sich mit den Lebensjahren einzelne Sichtweisen verändert. Mit Äußerlichkeiten muss ich niemanden mehr schockieren, auch ein „Fuck you“ lockt niemandem mehr hinter dem Ofen vor. Aber der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit ist geblieben. Natürlich ist mir auch klar, dass wir alle irgendwelchen Zwängen unterliegen, aber es steht doch in unserer eigenen Macht, ob wir uns einengen lassen und bis wohin wir diese Zwänge akzeptieren. Wenn ich die Laufschuhe anziehe, bin ich in meiner eigenen Welt. Wenn ich Wut im Bauch habe, dann renne ich bis die Lunge platzt, danach sieht die Welt gleich wieder viel friedlicher aus. Und angebliche Probleme sind lange nicht mehr so groß und wichtig wie vorher. Manchmal will ich einfach nur Ruhe, dann geht es alleine in den Wald, egal ob es regnet oder schneit. Hier können Gedanken gesammelt werden, und einiges wird wieder viel klarer. Niemand sagt mir, was ich zu tun habe und wie ich es zu tun habe. Und wenn ich einfach mal meinen Körper spüren will, dann geht es eben ins Gelände. Unwegsame Hügel werden im Laufschritt gemeistert, Flüsse durchlaufen, und selbst der unwegsamste Pfad hat keine Chance, denn ich werde ihn besiegen.

Oder man trifft sich mit Lauffreunden, teilt die Freude am Lauf oder spinnt gemeinsam verrückteste Dinge. Und glaubt mir, wenn ein Haufen durchgeknallter Läufer zusammenkommt, dann können schon aberwitzige Dinge geschehen. So entstehen zum Beispiel Laufunternehmungen, die man einem gesunden Menschenverstand eigentlich nicht zutraut. Aber dies wäre schon wieder eine andere Geschichte…

Als Fazit meine ich, sollte es uns allen egaler werden, was unsere Mitmenschen über uns denken. Ich zumindest bin nicht bereit, mein Leben nach einen Schema zu leben, welches mich nicht glücklich macht und welches mir andere Menschen versuchen vorzuschreiben. Ich habe nur das eine Leben und gesellschaftliche Regeln sind auch mal dazu da, um durchbrochen zu werden, egal ob wir 18, 40 und 70 Jahre alt sind. Und deshalb bleibt für mich – LAUFEN IST PUNK.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. gut von der Seele geschrieben !! Und so passend, wie sich bei Laufcamp gezeigt hat.
    Noch nie vorher getroffen und doch gleich einer Meinung.

    rinjehaun
    Robert

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