Mein (Lebens-) Lauf Teil 3 – Laufen, wie alles begann

Lebenslauf Teil 3

Nach den eher ungeschickten sportlichen Anfängen im Kindergarten ging es schnurstracks in die Schule, und das Abenteuer Klasse 1 konnte beginnen. Sportunterricht, „Hurra“, ehrlich gesagt: Freude sieht anders aus. In der ersten Schulklasse begrüßte uns ein strenger Sportlehrer mit hautengem Trainingsanzug, furchterregender Trillerpfeife und rauchiger Stimme. Der Mann wirkte wie ein geräucherter Fisch, braungebrannt, ledernd, und er roch auch noch genauso. Außerhalb des Unterrichts war für diesen Mann der liebste Platz die Raucherecke für Lehrer. Vor dem geistigen Auge sah ich immer wieder ein großes Plakat vor mir: Das große Vorbild unser Sportlehrer. Wie dem auch sei, ich konnte es mir nicht auswählen und kam in den Genuss einzigartiger Sportstunden im Schlosspark von Senftenberg.

Am liebsten ging unser Sportlehrer mit uns in dieses Naturidyll, weil es sich nur einige Meter von meiner Schule entfernt befand. Dort gab es einen Schlossteich, und dieser bot sich regelrecht an, um den Sportunterricht abwechslungsreich zu gestalten. Unter Abwechslung war zu verstehen, dass an einem Tag eine Runde gelaufen wurde, das nächste Mal 2 Runden und in der übernächsten Stunde durften wir alles in umgekehrter Richtung laufen. Ein wirklich innovativer und einfallsreicher Unterricht also. Am Anfang der ersten Klasse war ich die Ausgeburt einer Sportskanone, und so bedeutete jeder Sportunterricht Überlebenskampf pur. Aufstellen in einer Linie und beim Startkommando ging es los. Alle rennen um die Wette, und wer zuerst um den Teich rum ist, hat gewonnen oder bekommt je nach Befinden des Lehrers eine Zensur.

Meine Chancen, hier eine Eins zu erhalten lagen bei Null. Wie auch sollte ich dazu kommen, denn bevor ich überhaupt begriffen hatte, dass wir loslaufen sollten, hatte mich der Schnellste aus der Klasse schon überrundet. Die anderen durften nach dem Zieleinlauf schon Verstecke oder Hasche spielen, und ich war noch am Kampf mit dem Schlossteich. Dieses ständige Verlieren und der Letzte zu sein nervte irgendwann. Aber eines Tages kam ein Geistesblitz. Woher, ich kann es nicht sagen, aber irgendwas trieb mich und sagte mir: Ich will nicht mehr verlieren und überrundet werden.

Auch wenn die Geschichte von Forrest Gump noch nicht einmal geschrieben war (wurde erst 1986 veröffentlicht), so nahm im beschaulichen Senftenberg die Geschichte eines Läufers ihren Anfang. Ein kleiner Junge wollte es allen beweisen; den Jungs aus der Klasse, die immer gewonnen haben und sich auch noch lustig gemacht haben und dem Sportlehrer, der mit rauchiger Stimme nur zu meckern hatte. Seine einzige Sorge war sicherlich das Überziehen der Unterrichtsstunde durch zu langsame Schüler. Denn dann wurde seine Zeit in der Raucherecke zu knapp, und der Lungenkrebs braucht natürlich regelmäßiges Futter.

Nur wie soll ein kleiner Junge das schnelle und ausdauernde Rennen trainieren, wenn es den andere nicht interessiert. Unsportliche Kinder wollte kein Verein in seinen Reihen haben, denn es ging nur um Erfolge und zukünftige Olympiasieger. Für die vermeintliche dritte Reihe war damals nicht viel Platz. Die Erwachsenen hatten sowieso nie Zeit und sahen darin nur Zeitverschwendung. Also hieß es für den kleinen Knopp: Eigeninitiative ergreifen. Warum Fahrrad fahren, wenn es im Laufschritt geht? Warum mit Rad oder Bus zu Oma chauffiert werden, wenn es im Laufschritt geht? Heutzutage schwärmt alle Welt von den Superläufern aus Afrika, die zur Schule rennen mussten. Na Leute, das hat der kleine Heiko damals auch schon gemacht. Für die super Schlagzeile hat es bis zum heutigen Tag aber nicht gereicht. Ist auch nicht so schlimm, denn es hat dafür gelangt, endlich erste Erfolge im Sportunterricht zu erzielen.

Seit dieser Zeit wirkte ich nicht mehr wie eine kranke Schnecke, sondern arbeitete mich zum Titel Schnecke vor. Laufschritt für Laufschritt ging es vorwärts, und ich wurde immer ehrgeiziger. Auch wenn es für Mutter und Vater manchmal etwas blöde aussah, der Junge kam bei sonntäglichen Ausflügen nur noch im Laufschritt mit. Andere waren ordentlich gekleidet und hatten den Sonntag regelrecht zelebriert. Und bei mir wurde geackert, Meter für Meter, Sekunde um Sekunde. Und dann, zum Schluss der ersten Klasse, war es soweit, das Laufen im Sportunterricht wurde zu meiner Lieblingsdisziplin. Jetzt durfte ich die Spitze anführen und sogar erste Kinder überrunden. Mit viel Ehrgeiz und einem festen Willen war dies möglich geworden. Ein Läufer mit wenig Talent aber viel Ehrgeiz war geboren.

Die Leidenschaft ließ mich nicht mehr los. Dieser Sportlehrer war dennoch nicht zu begeistern, denn sein Lebenssinn war die Zigarette danach. Glücklicherweise war die erste Klasse auch die einzige Klasse in der dieser Lehrer uns begleitete. Weiteres könnt ihr nächste Woche Sonntag im Teil 4 lesen.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

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