Miruts Yifter oder es war 1980

Es war 1980

Hier in Europa könnte schnell der Eindruck gewonnen werden, Äthiopien und Kenia bestehen ausschließlich aus guten und sehr, sehr schnellen Läufern für die Strecken von 3000 Meter bis Marathon. Und wahrlich kommen berühmte Sportler aus dem afrikanischen Land, mit Namen wie Tirunesh Dibaba (Frauen), Haile Gebrselassie (Männer) und Kenenisa Bekele (Männer). Die Geschichten dieser Läufer sind immer wieder fasziniert und für uns als Menschen der Wohlstandsgesellschaft teilweise nicht vorstellbar. Wer würde denn heutzutage tatsächlich in unseren Breitengraden 10 Kilometer zu Schule gehen und das auch noch freiwillig? Oftmals dürfen sich hier Lehrer glücklich schätzen, wenn Schüler überhaupt zum Unterricht kommen, wobei die Schüler oft schon die Möglichkeit erhalten und von einem Bus bis vor die Schule gefahren werden. Laufen oder Rennen sind sowieso uncool…, aber das ist es nicht erst in der heutigen Jugendgeneration.

Natürlich ist da auch immer etwas Geheimnisvolles mit dabei. Was ist wirklich wahr an den Geschichten der Superläufer aus Afrika? Wir werden die Wahrheit nie erfahren. Die Gründe für die vielen Lauftalente in Äthiopien und Kenia möchte ich jetzt gar nicht großartig behandeln. Dass ein guter Läufer auch einiges an Geld verdienen kann, ist mittlerweile hinlänglich bekannt und bestimmt einer der Hauptgründe für die vielen Läufer aus Afrika. Ich möchte bezweifeln, ob ein Großteil der Läufer aus Äthiopien wirklich aus reinem Spaß am Laufen diesen Sport betreiben oder doch eher aus dem Wunsch heraus, Geld mit dem Laufen zu verdienen und die Familie dadurch abzusichern. Aber egal welche Gründe es auch sind, meine „Laufkarriere“ wurde durch einen äthiopischen Läufer im Jahre 1980 besonders geprägt.

Miruts Yifter der Star

Irgendwie kam ich schon zu meiner Kinderzeit von einem anderen Stern, denn egal welche Sportart, ich war begeistert. Vor allem die Leichtathletik hatte es mir sehr, sehr zeitig angetan und da vor allem das Laufen. Es war schon damals eine der einfachsten Sportarten, denn Laufen konnte alleine betrieben werden und spezielle Ausrüstung – zumindest am Anfang – war auch nicht notwendig.

Zu Zeiten der DDR hatten wir Kinder im Sommer acht Wochen Ferien, so auch 1980, in dem Jahr, als in Moskau die olymischen Sommerspiele stattfanden. Die politische Situation um diese Spiele konnte ich damals noch nicht begreifen und diese wurden in der DDR nicht wirklich übermittelt. Aber es boykottierten nachweislich 64 Staaten die Spiele – so auch die USA und die BRD. Was das tatsächlich für die einzelnen Ergebnisse bedeutete, konnte ich damals nicht wirklich nachvollziehen. Ich war begeistert von unseren Sportlern aus der DDR, fieberte bei jedem Wettkampf mit und freute mich vor dem alten Schwarz-Weiß-Röhrenfernseher über jede gewonnene Medaille „unserer“ Sportler. Doping und Politik waren damals für mich Fremdwörter; ich war ein Kind und sportbegeistert.

Zwei Erlebnisse prägten mich besonders und ein Sportler sorgte dafür, dass ich unbedingt auch mal Olympiasieger werden wollte. Andere Kinder wollten Pilot oder Astronaut werden, 25 Jahre zur Armee gehen und die DDR beschützen oder einfach nur LKW fahren. Der kleine Heiko wollte Olympiasieger werden. Träume kommen und gehen, werden erfüllt oder relativieren sich im Lauf der Jahre. Olympiasieger bin ich nie geworden, aber das Laufen hat mich auf meinem Lebensweg positiv beeinflusst, hat meine Willenskraft und Ausdauer geschult.

Bei den beiden Erlebnissen handelte es sich um den 5000 und 10 000 Meter Lauf der Männer und den damaligen Sieger Miruts Yifter, der schon ein erstaunliches Programm bis zu seinen beiden Olympiasiegen absolvierte.

  • 24. Juli 1980 Vorlauf 10 000 Meter – 28:42.68 Miruts Yifter (Äthiopien)
  • 27. Juli 1980 Finale 10 000 Meter – 27:42.69 Miruts Yifter (Äthiopien) Olympiasieger
  • 28. Juli 1980 Vorlauf 5000 Meter – 13:44.31 Miruts Yifter (Äthiopien)
  • 30. Juli 1980 Halbfinale 5000 Meter – 13:39.93 Miruts Yifter (Äthiopien)
  • 01. August 1980 Finale 5000 Meter – 13:20.91 Miruts Yifter (Äthiopien) Olympiasieger

Vor allem der 10.000 m-Lauf blieb mir unauslöschlich im Gedächtnis kleben. Für die damalige Zeit eher untypisch, spielten Miruts Yifter und seine Landsmänner mit dem Tempo, dass es eine Augenweide war. Schon in den Vorläufen brachten sie damit die Konkurrenz zum Verzweifeln. Wie heutzutage Läufer nach 9.600 m zum Leben erwachen und dem Verfolgerfeld davon sprinten, konnte dies auch Miruts Yifter bereits vor 30 Jahren – vielleicht nicht ganz so explosiv. Unglaublich. Seine olympische Goldmedaille, so geschrieben im Buch „Spiele der XXII. Olympiade Moskau 1980“, widmete er seinem Land und den Völkern Afrikas.

Was der Mann damals leistete, faszinierte mich und dann auch noch dieser Name, ich konnte ihn kaum aussprechen, was sich bis zum heutigen Tag nicht geändert hat. Eine Mischung, die für mich als Kind passte; ein „Held“, den ich ins Herz schloss. Die Erinnerung an den Mann, der niemandem sein Alter verraten wollte, sind allgegenwärtig. Nicht Waldemar Cierpinski, nein Miriuts Yifter war mein großes Vorbild.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

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