Nachdenkliche Worte über Ruhm, Beachtung und Anerkennung

Nachdenkliche WorteMit Laufen total versuche ich auf der einen Seite viel Wissen über das Lauftraining zu vermitteln und auf der anderen Seite persönliche Dinge einfließen zu lassen. Ob dies wirklich gut gelingt, müsst Ihr als Leser entscheiden. Der heutige Beitrag ist so ein persönlicher. Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob ich überhaupt solch ein Thema bringen darf, aber ich habe mir gesagt, es ist mein Blog und ich darf. Es geht um Ruhm, Beachtung und Anerkennung und die Auswüchse, die dies manchmal annimmt. Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder meine Auffassung teilt, ganz im Gegenteil. Dennoch muss ich einfach darüber schreiben. Immer wieder liest man von Menschen, die viele Jahre ungesund gelebt haben, 150 Kilogramm auf die Waage brachten und dann, welch ein Wunder, auf einmal innerhalb von 2 Jahren Marathon liefen oder was auch immer.

Wer sowas schafft und sein Leben komplett umkrempelt, verdient natürlich den tiefsten Respekt. Es gehört sicherlich sehr viel Disziplin und Durchhaltevermögen dazu, um so einen Weg zu gehen. Immer mal wieder ist von solchen Menschen in der Presse, im Fernsehen, auf Blogs und sogar in Büchern die Rede. Sicherlich können diese Erfolge anderen Menschen Kraft geben und sie motivieren, eigene Ziele anzugehen. Das angeblich Unmögliche möglich machen. Trotzdem habe ich mit solchen Berichten schon seit vielen Jahren so meine Probleme, es bleibt ein fader Beigeschmack. Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen, Menschen die neue Wege gehen und was erreichen, haben Anerkennung und Respekt verdient. Und ich habe höchste Achtung vor diesen Leistungen. Aber dennoch stellt sich für mich immer mal wieder die Frage, ob ich tatsächlich erst dem Tod von der Schippe gesprungen sein oder 200 Kilogramm zu viel auf den Rippen gehabt haben muss, um dann – wenn ich den Weg zu einem sportlichen und gesunden Leben gefunden habe – von meinen Mitmenschen Beachtung und Anerkennung zu erlangen.

Ich finde es einfach schade, dass Menschen, die schon viele Jahre gesund leben, Sport treiben und jeweils auf ihre Art großartige Leistungen vollbringen, in der Gesellschaft nicht die Beachtung und Anerkennung erhalten wie andere. Mal ein kleines Alltagsbeispiel: Ist Euch auch schon mal aufgefallen, wie viel Beachtung Menschen erhalten, die von ihren Krankheiten erzählen und anderen ihr Leiden mitteilen. Wie oft sehe ich Leute im Gespräch auf der Straße, die sich sofort nach der Begrüßung über ihre Krankheiten und über ihre Probleme auslassen und der andere mitleidig und aufmerksam darauf reagiert und sofort im Gleichtakt darauf anspringt. Und schon befinden sich zwei in einer Problemtrance, lamentieren über Gott und die Welt. Im Gegensatz dazu habe ich die Erfahrung gemacht, dass derjenige, der über Gelungenes oder Erfolge spricht, von der Allgemeinheit weniger beachtet wird, manchmal sogar gemieden. Warum ist das so, dass aktive, motivierte und erfolgreiche Menschen, die nicht jammern oder klagen, nicht in dem hohen Maße die Aufmerksamkeit anderer erhalten, die ihnen eigentlich gebührt?


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich empfinde das gar nicht so.

    Habe eigentlich eher die Erfahrung gemacht dass es für die dauerhaften Erfolge sei es beruflich oder sportlich sehr wohl viel Beachtung und Anerkennung gibt

    Dass ich dann aber auch noch 80 Kilo abnehmen durfte war das I-Tüpfelchen

    Was dabei allerdings hier in Deutschland schnell zu Neid wird…

    <>
    Das muss ja nicht mit rechten Dingen zu gehen

    <>
    Der hat wahrscheinlich genug andere Leute um ihr Geld gebracht

    <>

    Dass jemand der vor seinem sportlichen Leben ein 100% berufliches geführt hat, ohne Freizeit und Familie und Sport können die sich nämlich gar nicht vorstellen

    Es gibt immer solche und solche Sichtweisen sein Leben zu führen

    Meine beiden Leben waren bisher gut und für mich und meine Frau zufriedenstellend

    Und es ist so, dass wir immer wieder darauf angesprochen werden wie RICHTIG wir doch scheinbar alles gemacht haben

    Was will man mehr 🙂

    Lieben Gruß
    Lutz

    • Hallo Lutz, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich finde es toll, dass Ihr von Menschen umgeben seid, die Euch wertschätzen und Eure Leistungen respektieren und anerkennen. Gruß Heiko

  2. Hmm, ich weiß nicht.

    Mal ganz davon abgesehen, dass es generell bewundernswert ist, wenn jemand einen Marathon läuft – was ist so falsch daran, wenn er es auf diese Weise schafft sein Gewicht zu reduzieren oder gar sein Leben umkrempelt?

    Immer noch besser, als mit fragwürdigen Jo-Jo-Diäten seinem Körper Schaden zuzufügen.

    Wobei ein Marathon vielleicht auch nicht besonders gesund ist. 😉

    Vielleicht bin ich da auch etwas voreingenommen, denn bei mir hat’s auch genau ein Jahr von 0 auf 42 gedauert, mit -18kg.

    • Hallo Martin, es gibt solche und solche Beispiele. Ich bin eher ein Freund davon, dass man Ziele wie den Marathon langsam angeht. Mir sind aber auch Menschen bekannt, die diese Distanz in relativ kurzer Zeit bewältigen. Ich gratuliere Dir zu Deiner Leistung.

  3. Ich kann so weit nachvollziehen, was Du meinst. Es gibt halt auch eher radikal gestrickte Persönlichkeiten, die von jetzt auf gleich den *Dingens hoch kriegen und ihr Leben mit einem Ruck umkrempeln, manchmal sogar kurz bevor es zu spät ist.
    Die weniger radikalen Charaktere, die ihr Leben in kleinen Schritten kontinuierlich anpassen (also ich), bekommen sozusagen für kleine Schritte auch immer nur kleine Portiönchen Aufmerksamkeit. Da fehlt’s halt an Sensationswert. Welcher aber eine Motivation sein kann!
    Andere Beispiele:
    In der Kirche bekommen die Sünder, die versprechen, sich ab sofort zu bessern, fast die ganze Aufmerksamkeit, und alle anderen mal ein bisschen.
    Bei uns versprechen die Politiker mit großem Tam-Tam denjenigen Autofahrern, die ihr Auto einen Monat lang stehen lassen, um auch mal mit dem Bus zu fahren, eine kostenlose Monatskarte gleich für 2 Monate. Während die zahlreichen Leute, die in der Stadt sowieso kein Auto besitzen und immer Bus oder Fahrrad fahren, nichts bekommen.

    Das mit dem gemeinsamen Lamentieren ist aber eher etwas anderes, denke ich, nämlich eine Form von „social bonding“: Die Suche nach Gemeinsamkeiten. Der Ausdruck „im Gleichtakt“ trifft’s. Und man hat im Leben nunmal mehr Misserfolge als Erfolge. Häufig Wehwehchen, selten perfekte Gesundheit. Soll heißen: aktive, motivierte und erfolgreiche Menschen, die nicht jammern oder klagen, erhalten viel Aufmerksamkeit anderer, wenn sie an passender Stelle auf „sozial verbindendes Jammern“ umschalten.
    (Literaturtipp: Kate Fox – Watching The English. Unglaublich komisch geschrieben! Für Deutschland gibt’s sowas leider nicht.)

    • Hallo Petra, Deine Beispiele passen genau zu meinem Artikel. Das, was Du mit „social bonding“ meinst, würde ich mal als Teilhabe am sozialen Leben bezeichnen. Es geht tatsächlich meist um Aufmerksamkeit, und es scheint tatsächlich so zu sein, dass die, die kontinuierlich, aber schrittweise Erfolge verzeichnen, eher weniger Anerkennung abbekommen.

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