Sportliche Werte

Sportliche Werte
Heute möchte ich mal wieder etwas persönlicher werden, denn ich würde mich schon als Sportler mit Leib und Seele bezeichnen. Laufen und der Ausdauersport sind meine Leidenschaft und mein Umfeld weiß, dass ich für das Laufen brenne. Laufen total stellt einen Teil dieser Leidenschaft dar. Für mich persönlich ist es immer wieder eine Ohrfeige, wenn ich allgemein lese, dass hier betrogen und dort geschmiert wurde. Dabei unterscheide ich nicht, ob es sich um Doping dreht, ob ein Titel erschlichen wurde oder ob Geldsummen von A nach B gereicht werden, um besser gestellt zu sein. Ich lebe natürlich nicht in einer Traumwelt und weiß, dass es dies schon immer gibt und immer geben wird, weil es um Macht, Einfluss und Erfolg geht. Aber dennoch halte ich persönlich an meinen sportlichen Wertvorstellungen wie Ehrlichkeit, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Fairness fest.

Als kleiner Junge habe ich mit dem Laufen angefangen. Gerade von den älteren Trainern sind mir Werte vermittelt worden, nämlich was sich für einen Sportler gehört und was nicht. Ich wäre bei einem Lauf nie auf die Idee gekommen abzukürzen, musste aber schnell merken, dass dies von anderen Kindern nicht ganz so verbissen gesehen wurde. Nun weiß ich, dass 10 Meter bei einem Wettkampf viel ausmachen können, und schon war ich zum ersten Mal mit Betrug konfrontiert. Also hieß es noch härter trainieren, um diese Menschen dennoch mit erlaubten Mittel zu besiegen. Später, viele Jahre später, musste ich merken, dass Menschen zwar älter geworden sind, aber sich ihre Wertvorstellungen mit meinen immer noch nicht decken. Auch bei Volksläufen wird abgekürzt (und damit betrogen) was das Zeug hält. Wenn die Streckenmarkierung um den Baum zeigt, dann wird gefälligst um den Baum gerannt und dieser nicht schon davor passiert. Jetzt könntet Ihr sagen, der soll sich nicht so haben, aber dieses kleine Stück kann die Bestzeiten und Platzierungen entscheiden. Und wenn andere nicht damit beschissen werden, so bescheißt man sich selbst. Ich könnte mich nicht vor den Spiegel stellen und sagen: Du bist ein schneller Hirsch. Schließlich wüsste ich, dass ich einige Meter weniger für eine gewisse Leistung gemacht habe und dies eben durch Abkürzen. Letztendlich wird im Großen gemeckert, aber im Kleinen beginnt es. Mit Absicht werde ich jetzt nicht näher auf das Thema Doping eingehen, denn dies ist aus meiner Sicht ein Fass ohne Boden. Und ich bin davon überzeugt, dass der Freizeitsport leider auch von Doping durchzogen ist. Und das alles nur, um das eigene Ego zu steigern. Persönlich für mich nicht nachvollziehbar.

Auch die Sache mit der Kameradschaft und Fairness geht aus meiner Sicht immer mehr verloren. Im letzten Jahr hatte ich ja schon über zwei extreme Beispiele geschrieben, schaut hier und hier. Und auch in diesem Jahr habe ich so meine Beobachtungen bei Laufveranstaltungen gemacht und immer mehr den Eindruck, jeder ist sich selbst am nächsten. Ich weiß, dass dies sicherlich viele Menschen ganz anders sehen, aber ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und schaue vielleicht auch ab und an mal zu genau hin. Da wird beispielsweise ohne Rücksicht auf Verluste am Start gedrängelt, geschoben, gemeckert und getreten. Leute, es sind Volksläufe, es geht nicht um Leben und Tod. Es ist ein Hobby, eine Leidenschaft und wir haben bitteschön Rücksicht zu nehmen. Und wenn ich merke, dass es einem Sportkameraden schlecht geht, dann frage ich nach und erkundige ich mich, Wettkampf hin oder her. Ehrlich, ich war irritiert, als mir das passierte, weil der Sportler dies nicht als selbstverständlich ansah. Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme sind für mich selbstverständlich und Grundwerte meines Lebens. Genauso selbstverständlich ist es für mich, mich weiterhin mit meinen Vorstellungen für meinen Sport einzusetzen. Weiter als gutes Beispiel vorangehen, ohne dabei gleich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Es liegt an uns, im Kleinen den ersten Schritt zugehen.

So, das musste heute einfach mal raus!


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi, ich kann nur jeden Satz unterstreichen. Warum man betrügt weiß ich nicht. Ich kann es auch nicht verstehen. Ich kann doch auf meine Leistung nur dann stolz sein, wenn ich sie selbst erbracht habe?!

    Mir passierte es mal bei einem Partyspiel. Zweierteams. Wir haben gewonnen und meine Mitspielerin sagte hinterher, dass sie „beschissen“ hat. Ich stand ganz baff da und die ganze Freude am Spiel war weg. Warum macht man so was?

    Aber es scheint wohl eher üblich zu sein. Der damals so 12jährige Teenager einer Freundin erzählte mir mal ganz stolz, dass er beim Computerspiel da eine Möglichkeit zum „cheaten“ gefunden hat und dort… Ich hab es nicht kapiert was daran nun toll sein soll und stolz macht und hab das auch gesagt. Er sah mich nur verständnislos an.

    Glücklicherweise habe ich bei den Läufen, die ich mitgemacht habe, andere Erfahrungen gemacht. Dort haben sich gleich mehrere Läufer um die gekümmert, die nicht mehr weiter konnten. Andererseits lauf ich doch recht langsam, so dass diejenigen, die es so viel zu schnell angehen und einen Einbruch haben weit vor mir sein müssten. Ich hoffe, dass das so bleibt und wir alle unser Hobby relaxed ausüben können. Es hängt schließlich nicht unser Leben von der erreichten Zeit ab. Es soll doch Spaß machen.

    In diesem Sinne, viel Spaß beim Laufen und Bloggen

    Claudia

    • Hallo Claudia,
      vielen Dank für Dein Kommentar. Ich kann mich auch nur über einen wirklichen Erfolg freuen. Deshalb verstehe ich auch viele Fußballer nicht, eine Schwalbe im Strafraum hat aus meiner Sicht nicht viel mit Fairness zu tun und ist auch keine Taktik. Wenn Elfmeter dann richtig oder überhaupt nicht. Nur eines von vielen Beispielen. Ich glaube die Menschen wollen Anerkennung egal um welchen Preis, denn Anerkennung gibt es in unserer Gesellschaft kaum. Und leider wird nach dieser Anerkennung eben manchmal auch über den Weg des Betruges gekämpft.

      Mit sportlichen Grüßen

      Heiko

  2. Wahre Worte und sehr gut geschrieben Heiko! Da ich ja bekanntlicherweise immer am Ende des Läuferfeldes laufe, sehe ich das mit dem Abkürzen leider auch sehr oft. Und dann denke ich immer „Na super, wieder einer der bescheisst! Ach mach doch, ich nicht!!!“ Leider wird es dies immer wieder geben.

    • Hallo Daniela,
      manchmal kann es schon nerven wenn alle über die Wiese trampeln aber die eigentliche Strecke geht auf dem Fußweg lang, aber eben über die Wiese sind es mal 20 Meter kürzer. Blöde wird es dann wenn dadurch Platzierungen entschieden werden – auch im hinteren Läuferfeld. Denn viele Läufe gehören irgendwelchen Cupläufen an und da gibt es Punkte. Und ein vermeintlich langsamer Läufer kann trotzdem in seiner Altersklasse ganz vorn mit dabei sein.
      Gruß Heiko

  3. Abkürzen oder ähnliches ist einfach ein no go! Ich verstehe auch nicht, mit welchen Selbstverständnis man dann an eine sportliche Herausforderung geht. Da ist meiner Meinung nach Hopfen und Malz verloren.

    Leider ist es heutzutage weit verbreitet, einen möglichst einfachen Weg zu gehen.

    • Ich denke da gibt es viele Gründe warum Menschen dies machen. Denn sind wir mal ehrlich wo gibt es heutzutage noch Anerkennungen? Und so wird versucht manchmal mit allen Mitteln genau an diese zu gelangen. Aber ich möchte eben auch morgen noch in den Spiegel schauen können 🙂

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