Unsportlichkeit beim Laufen

Unsportlichkeit beim LaufenUnsportlichkeit unter Läufern gibt es doch nicht, oder doch? Schon als Kind und Jugendlicher habe ich mich in der Gemeinschaft von Läufern sehr wohl gefühlt. Für die einen waren es Menschen mit zu viel Zeit und für andere einfach nur Bekloppte, die durch die Wälder rannten. Oft wurde man noch mehr als heutzutage belächelt und es kamen blöde Sprüche hinterher. Da war es natürlich wunderbar, wenn man bei Volksläufen nur so von „Bekloppten“ umgeben war und mit ihnen die Leidenschaft teilen konnte. Es war einfach nur schön, wenn ein „Alter Hase“ für uns jungen Burschen einen motivierenden, frechen Spruch auf Lager hatte. Unsereins war fast am Verrecken nach 3 Kilometern wilde Sau und die Alten strahlten über alle Backen und kamen zum Schluss 10 Minuten eher ins Ziel als wir Jungen (und die Alten waren immer noch fit wie Turnschuh!). Heute weiß ich, was es war: Erfahrung. Diese konnten wir noch nicht haben und diese habe ich auch erst nach vielen Jahren und sehr vielen Läufen gesammelt. Aber diese Erfahrung von damals möchte ich nicht missen. Wir wurden nicht wie Kinder oder Jugendliche behandelt, sondern wie Läufer. Wir gehörten einfach dazu, egal wie langsam oder schnell jemand war.

Unsportlichkeit? Läufer sind doch eine Familie

Mich faszinierte, wie Läufer miteinander umgingen: Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und einfach nur Freundlichkeit waren Dinge, die hier präsent waren und auch heut noch sind. Dennoch musste ich über die Jahre lernen und feststellen, dass Läufer auch nur Menschen sind und es – wie im normalen Leben – solche und solche gibt. Aber mit dem Sport an sich verbinde ich auch Werte wie Fairness und Ehrlichkeit. Der Leistungssport zeigt uns, dass diese Werte verletzlich sind und leider zu oft nicht mehr vorhanden. Und Ehrlichkeit ist eine Frage des Charakters…

Verletzung von Werten

Leider hatte ich vor einigen Jahren bei einem Cuplauf über 10 Kilometer ein einschneidendes Erlebnis, welches mich bis zum heutigen Tag begleitet, da es für mich eine Verletzung persönlicher Werte darstellte. Ich lieferte mir mit einem Läufer ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen über mehrere Kilometer, einfach so. Dieser Kampf entwickelte sich während des Laufes. Und sowas kann richtig Spaß machen, der Lauf Mann gegen Mann. Es ging dabei nicht um die Gesamtplatzierung sondern „nur“ um einen Platz im Mittelfeld.

Ich fand den Lauf einfach nur aufregend, mal er vorn – mal ich. Der Bessere sollte gewinnen und fertig, aber denkste. Nachdem ich nach ca. 8 Kilometern vor ihm war und wir einen größeren Bogen in einem Park laufen mussten, passierte für mich das Unfassbare: Er kürzte ab und war auf einmal 20 Meter vor mir. In diesem Augenblick brach für mich eine Welt zusammen. Fairness? Ehrlichkeit? Es durchzuckte meinen ganzen Körper und ich war wie gelähmt. Ich nahm alle Kraft zusammen, aber es reichte nicht mehr bis zum Ziel. Im Ziel wusste ich nicht was ich sagen sollte, ich war einfach nur schockiert. Und er freute sich und feierte noch seinen Sieg über mich. Wie kann sich ein Mensch darüber freuen, wenn er durch unfaire Mittel ein Erfolg erzielt?

Für mich ist so etwas unvorstellbar, aber der Leistungssport zeigt immer wieder es ist kein Einzelfall. Was sind das für Menschen?


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Auch wenn wir’s vielleicht nicht gerne hören/lesen: Läufer sind KEINE besseren Menschen. Das Laufvolk ist auch nichts weiter als ein Querschnitt durch alle Bevölkerungsschichten. Ich hab’s auch erst lernen müssen, als mir vor Jahren in einer kleinen Umkleide, während ich unter der Dusche war, meine Uhr geklaut wurde, die zusammen mit meiner Brille neben meiner Tasche lag.

    Gruß

    Gabi

    • Hallo Gabi,
      Du hast leider recht, Läufer sind KEINE besseren Menschen. Aber ich will es eigentlich bis zum heutigen Tage nicht so wirklich wahrhaben.

      Von Diebstählen bei Läufen ist immer wieder zu hören, leider. Aber ehrlich, warum soll ein gesamt gesellschaftliches Problem um den Laufsport einen Bogen machen.

      Gruß Heiko

  2. Selbstbetrug ist halt überall anzutreffen. Ich bin mir sicher, dass derjenige das völlig in Ordnung fand. Hättest du ihn darauf angesprochen, wäre wahrscheinlich gekommen „selbst Schuld, wenn du es nicht machst“.

    Das ist schäbig und strotzt vor Selbstbetrug. Es ist halt wie im täglichen Leben in unserer Leistungsgesellschaft. Betrug und Ellenbogenmentalität stehen vorne 🙁

    • Hallo Marco,
      ich habe ihn damals angesprochen und es kam fast genau die von Dir erwähnte Antwort. Ich kann es nicht verstehen was in den Köpfen der Menschen abläuft, alles sehr schwer zu begreifen.

      Gruß Heiko

  3. Trotzdem bleibt das Gesamtbild stehen. Die Summe aller Erfahrungen ist so positiv, wie Du sie eingehends geschildert hast. Und das macht einen Großteil des Spaßes an den Laufveranstaltungen aus.
    Der geschilderte Fall ist eine unrühmliche Ausnahme. Es gibt sie, aber es bleiben Einzelfälle.
    Respekt vor jeder einzelnen Leistung eines jeden Teilnehmers, Freude an der Eigenen – und müde lächeln, über diejenigen die meinen cheaten zu müssen. That’s it.
    Es geht primär um Spaß, Du weisst was Du geleistet hast, wo Du stehst und ob Du mit Deiner Leistung zufrieden bist. Und das ist imho ein Polster in das man sich lässig zurücklehnen kann…

    Run happy 😉

    • Hallo Thomas,
      natürlich ist sehr vieles positiv. Aber ist mein geschilderter Fall wirklich eine Ausnahme? In der Masse gesehen sicherlich. Aber ich denke es geschieht immer mal wieder in unterschiedlichsten Formen. Die Sachen mit dem Abkürzen habe ich schon oft erlebt und wenn es nur 4-5 Meter sind. Wenn alle Läufer um den Baum laufen dann habe ich dies bitte auch zu machen, denn alles andere wäre unfair. Jeder Mensch hat eigene Werte und einer meiner Werte ist die Ehrlichkeit.

      Ich selbst weiß was ich leiste und geleistet habe. Aber es macht mich wütend wenn andere sich über Dinge erfreuen die sie nicht verdient und mit unehrlichen Mitteln erworben haben.

      Gruß Heiko

      • nein, das ist keine Ausnahme. Sieht man überall und immer wieder. Peter hat Leute beim UTMB beobachtet, die auf Stücken, in denen es in Serpentinen nach unten ging, einfach direkt gelaufen sind und das teilweises sogar im Dunkeln mit Stirnlampe. Ist sehr verletzungsanfällig – was deren pers. Risiko ist, aber man spart eben tatsächlich auch ein paar Meter ein. Da fragt man sich aber schon, was das soll – das waren Leute, die für die 160 km irgendwas zw. 35 und 40 h gebraucht haben. Kommt’s da auch ein paar Meter/Sekunden an?

        • Hallo Gabi,
          ich denke solche Erlebnisse und Beobachtungen wird es immer wieder geben. Und wenn eine Streckenmarkierung um einen Baum zeigt und einige aber vor dem Baum schon die Kurve nehmen dann passt was nicht. Auf einer Laufbahn im Stadion wird man disqualifiziert wenn man die Laufbahn verlässt um einige Meter abzukürzen…

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