Der Umgang mit Rückschlägen und Verletzungen

Der Umgang mit Verletzungen

Letztens stellte mir Mathias U. folgende interessante Frage: Ich wurde gerade mit einem massiven Rückschlag konfrontiert. Im Rahmen der Marathonvorbereitung begann eine Knieüberreizung. Die bin ich immer noch nicht los, und so musste ich den Dresden Marathon auf HM ummelden … Den überstehe ich voraussichtlich schmerzfrei. Die Erkenntnis, dass der Körper das nicht mitmacht und die objektive Entscheidung auf den Marathon für dieses Jahr zu verzichten, war nicht leicht (kurze Anmerkung: Ich laufe erst seit 14 Monaten, habe 25 kg in der Zeit verloren und viel in meinem Leben verändert, aber 14 Monate sind vermutlich zu wenig von 0 auf 42,2). Ich habe Gott sei Dank viele Menschen in meinem Umfeld gehabt, mit denen ich darüber reden konnte (angefangen von meiner Frau, über Lauf-Freunde/innen bis zu den Trainern im Verein), so dass ich früh schon mich auf das Thema einstellen konnte. Kennst du solche Rückschläge auch? Wie bist du damit umgegangen?

Einige Dinge der Fragestellung habe ich mit Mathias schon per Mail geklärt. Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich kein großer Freund von Hauruckaktionen der Sorte: <Von 0 bis hin zur Marathondistanz in wenigen Monaten> bin. Und 14 Monate finde ich für diesen Fall schon sehr wenig, auch wenn es natürlich Beispiele gibt, bei denen es unproblematisch geklappt hat. Jetzt aber zur Fragestellung.

Kennst Du solche Rückschläge?

Ja, Rückschläge gehören nicht nur im Sport dazu, sondern sind in meinen Augen ganz natürlich im Leben. Ich vertrete die Meinung, dass nur Rückschläge oder Fehler unsere Entwicklung vorantreiben, wir aus ihnen lernen und sie uns stärker machen. Dies setzt aber voraus, dass wir bereit sind, uns damit auseinanderzusetzen und unseren bequemen „Kompetenzbereich“ verlassen (also das, was wir schon wissen und können). Heißt, sich auf das Risiko des Neuen, Unbekannten einzulassen. Rückschlag hört sich ziemlich hart an. Nennen wir es doch einen aktiven Lern- oder Entwicklungsprozess. Ich weiß, dass Rückschläge nur schwer anzunehmen sind, besonders dann, wenn man sich auf ein großes Event vorbereitet. Viele Monate dafür geackert und kurz davor geht dann nichts mehr. Nicht selten höre ich von Verletzungen oder anderen Erkrankungen. Der Klassiker scheinen Erkältungen vor einem Marathon oder Hauptwettkampf zu sein. Und es ist in meinen Augen keine Heldentat, wenn jemand mit Fieber an den Start geht. Es ist Dummheit, nicht mehr und nicht weniger. Auch hilft es nicht wirklich, sich mit massig Medikamenten vollzupacken, um noch irgendwie an den Start zu gehen.

Es ist hierbei vielmehr klüger, auf den Start zu verzichten, auch wenn es schwer fällt. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die dann so stark sind und sich im Fall einer Verletzungen oder Erkältung nicht an den Start stellen, denn dazu gehört schon eine ganze Menge Kraft. Wenn jemand zum Beispiel auf einen Marathon trainiert, dann ist es nicht selten, dass dafür viel Zeit und auch Geld investiert wurde. Der Marathon wurde für eine stattliche Summe gebucht, eventuell der Flug, das Hotel und die vielen Trainingstage. Das alles spult sich im Kopf eines Sportlers bei einer solchen Entscheidung ab.

Aber so hart wie es klingen mag, vor allem in diesem Augenblick: Jeder Rückschlag und jede Verletzung hat Ursachen und diese gilt es zu betrachten. Woran kann es gelegen haben? Ich meine, wir alle sollten wirklich dankbar für diese Zeichen sein, denn aus unseren Fehlern lernen wir alle. Für diesen Fall können Trainingsaufzeichnungen hilfreich sein, um eventuelle Probleme aufzudecken. So kann die schnelle Steigerung an Kilometern dafür verantworlich sein, dass es Probleme mit der Muskulatur, den Knochen oder Sehnen gibt. Es ist immer anzuraten, die Kilometerleistung ganz langsam und kontinuierlich zu steigern. Wer bisher 30 Kilometer in der Woche gelaufen ist, sollte nicht von heute auf morgen 60 und mehr Kilometer schrubben, dies kann auf Dauer in den meisten Fällen nur schief gehen.

Zurück zur eigentlichen Frage. Wie erwähnt, ich kenne diese Rückschläge und nicht immer habe ich mich vorbildlich verhalten. Gerade in jüngeren Jahren habe ich manch unvernünftige Sache gemacht. Manchmal ging es gut, und manchmal kam die Strafe gleich danach. Mit Fieber laufen ist nicht gut und absolut dumm, denn danach durfte ich dann gleich mal 2 Monate mit dem Training aussetzen. Ganz zu schweigen, dass ich da wirklich ernsthaft mit meiner Gesundheit und auch dem Leben gespielt habe. Ich laufe zwar nicht mehr mit Fieber, aber andere unvernünftige Dinge passieren auch in der heutigen Zeit noch manchmal. Trotz des Wissens über schädliche Dinge, überrennt mich der Ehrgeiz hin und wieder. Ein gutes Beispiel dafür war meine unvernünftige Aktion im Rahmen des Lausitzer Seenland 100 Marathons.

Wie bist Du damit umgegangen?

Rückschläge nehme ich heutzutage meist an und ziehe meine Konsequenzen daraus. Dies kann im Training geschehen, im eigenen Umgang mit Stress oder auch mit alltäglichen Situationen, mit denen ich mich auseinandersetzen muss. Verletzungen haben Ursachen, und an die Klärung derselben muss jeder ran. Als Trainer bedeutet dies für mich meine „Schützlinge“ langsam und gesamtheitlich aufzubauen. Übrigens fällt es mir ungleich schwerer, mich selbst zu trainieren. Auch wenn ich mittlerweile viel Erfahrungswissen habe, mache ich an mir wohl die meisten Fehler. Jedenfalls ist dies meine eigene Wahrnehmung. Sachen, die ich vielleicht bei mir selbst im Training mache, würde ich bei meinen Trainees nie umsetzen und würde dagegen einschreiten. Aber wir sind und bleiben alle Menschen, und das heißt eben auch immer lernen. Keiner ist perfekt.

So bleibt mir zum Schluss nur zu sagen: Rückschläge und Verletzungen sind die Auslöser für Weiterentwicklung. Ihre Ursachen sollten erforscht werden,und es gilt, diese zu beseitigen oder einzudämmen, auch wenn es manchmal ein lange und lehrreicher Weg ist.

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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Recht hast du, Heiko, und zwar mit jedem einzelnen Satz. Ich habe ja gerade selber wegen einer Erkältung auf den Frankfurt-Marathon verzichten müssen. Ist manchmal unendlich schwer, vernünftig zu sein…

    • Hallo Andreas,
      ja, die Sache mit Deinem Frankfurt Marathon habe ich mitbekommen. Es ist schwer und deshalb ziehe ich den Hut vor Deiner Entscheidung. Es kommt sicher ein nächster Marathon.

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