Bloggerin Manu (Laufwelt) im Interview

Laufwelt Manu

Es gibt Läufer, denen reicht es, jeden Tag im eigenen Laufrevier zu laufen, und sie sind glücklich damit. Dann gibt es Menschen, die gern an Laufwettkämpfen teilnehmen und dafür auch sehr gern ins In- und Ausland reisen. Eine dieser Personen ist Manuela aus Berlin vom Laufwelt-Blog. Der Name des Blogs ist Programm. Für mich ein Grund, mit Manuela ein Interview zu führen und sie über das Laufen und ihre Laufreisen näher auszufragen. Aber lest einfach selbst.

Interview mit Manu/Laufwelt

Was fasziniert Dich so an der Mischung aus Laufen und Reisen?
Reisen und Laufen bietet einfach die ideale Kombination. Schon bevor ich mit dem Laufen begann, war ich viel und gern im In- und Ausland unterwegs. Somit war es auch naheliegend, mal einen Lauf im Ausland zu versuchen – die Premiere fand damals über die 10 km beim Ögermarathon in Antalya statt. Mit der Zeit kamen immer mehr Läufe im In- und Ausland dazu, und mittlerweile ist es eher die Norm als eine Ausnahme, dass wir während einer Reise einen Wettkampf bestreiten. Ich bin übrigens sehr froh, dass mein Partner sowohl die Reise- als auch die Laufleidenschaft mit mir teilt. Wir entdecken gern neue Orte und Läufe, und es muss auch nicht immer Miami oder Dubai sein. Auch Neubrandenburg oder Tangermünde haben ihren Reiz.

Laufwelt in BudapestDu bist im In- und Ausland viel unterwegs. Gibt es Orte und Gegenden, wo Du besonders gern bist und warum?
Am liebsten sind wir in Spanien, Großbritannien und den USA. In jedem dieser Länder haben wir auch schon mindestens an zwei Läufen teilgenommen. Mit diesen drei Ländern verbinden uns mittlerweile schon viele Reise- und Lauferinnerungen, und auch die Sprache spielt eine große Rolle. Es hilft enorm ein Land zu entdecken, wenn man die entsprechende Sprache gut spricht.

Da Du schon in einigen Ländern unterwegs warst: Worin unterscheiden sich Laufveranstaltungen im Ausland von denen in Deutschland?
In den USA sind Laufveranstaltungen viel kommerzieller als in Deutschland und auch die Preise sind entsprechend höher. In New York haben wir für den Halbmarathon 120 Euro bezahlt. Aber auch in Skandinavien sind die Preise hoch – dort bezahlten wir kürzlich für einen 10-km-Lauf 45 Euro! Was ich gut finde, ist, dass in den USA und auch kürzlich in Schweden viel mehr Frauen als in Deutschland an Läufen teilnehmen. Etwa die Hälfte des Starterfeldes ist in der Tat weiblich!

Durch Deine Reisen hast Du sicherlich auch viele Läufer kennen gelernt. Wie würdest Du zum Beispiel die Laufszene in den USA im Vergleich zu der in Deutschland charakterisieren?
Wie bereits erwähnt sind die Läufe in den USA um einiges kommerzieller. Viele große Laufserien, wie die Rock’n’Roll-Serie oder auch die Colour-Run-Serie, hatten ihren Ursprung in den USA. Im November werden wir mal die Hot Chocolate Laufserie in Chicago testen. Dort ist der Name auch Programm – im Ziel gibt es eine große Schale Schokolade! Sehr gut finde ich, dass sich in den USA viel mehr Leute an das Laufen rantrauen. Viel mehr Frauen als in Deutschland trifft man dort bei Läufen an und auch die eigene Körperfülle hält viele nicht davon ab an einem Lauf teilzunehmen. Das finde ich toll!

Laufwelt in FuerteventuraGibt es Lauf- und Reiseziele, die Du unbedingt mal machen möchtest und warum genau diese?
Auf meiner Wunschliste stehen noch sehr viele Lauf- und damit Reiseziele. Nächstes Jahr möchte ich gern in Frankreich laufen (wahrscheinlich beim Rock’n’Roll-Lauf in Nizza), im Mai in Riga, im Sommer in Moskau oder St. Petersburg, im August in Island und im November in Istanbul (ein Lauf der in Asien startet und Europa endet). Leider sind meine Urlaubstage begrenzt – ansonsten wäre ich wohl noch viel mehr unterwegs. Ein großer Traum ist noch der Marathon in New York und ich hatte ja sogar schon die Startnummer und war vor Ort. Doch dann kam leider im letzten Jahr die Absage dazwischen …

Was reizt Dich an Laufwettkämpfen besonders? Könntest Du Dir auch ein Leben ohne Wettkämpfe vorstellen? Hatte glaube mal gelesen, dass für Dich Wettkämpfe wichtig sind.
Ein Leben ohne Laufwettkämpfe kann ich mir auf keinen Fall mehr vorstellen! Das habe ich auch gemerkt, als ich mal einen Monat wegen einer Verletzung aussetzen musste. Ohne anstehende Wettkämpfe würde mir die Motivation für mein Lauftraining fehlen. Wobei ich seit einigen Monaten eigentlich kaum noch trainiere, sondern nur Wettkämpfe laufe. Mich reizt an den Wettkämpfen das Event als solches, eine neue Herausforderung anzunehmen und zu meistern, das Kennenlernen neuer Orte und natürlich auch das Treffen von anderen Läufern.

Es gibt die unterschiedlichsten Laufmöglichkeiten: große Stadtmarathons, Wald- und Wiesenläufe, Trails. Bei welchen Laufveranstaltungen fühlst Du Dich am wohlsten und warum?
Jeder Lauf, ob groß oder klein, ob in der Stadt oder auf dem Land, hat seinen Reiz. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich wohl das große Laufevent im Ausland wählen. Läufermassen sind für mich auch okay, solange alles in geregelten Bahnen verläuft. Die Stimmung ist bei derartigen Veranstaltungen einfach besser als bei kleinen Vereinsläufen.

Laufwelt in New YorkDa Du viel unterwegs bist, kannst Du sicherlich auch etwas zur Entwicklung der Startgebühren sagen. Wie sind da Deine Erfahrungen aus Kosten und Gegenwert? Ab welchen Punkt wird es für Dich unverschämt?
Also in Deutschland finde ich maximal 15 – 20 Euro für einen 10-km-Lauf in Ordnung. Das hängt natürlich auch immer davon ab, welche Leistungen beinhaltet sind. Im Ausland habe ich natürlich schon viel mehr bezahlt – 120 Euro für den Halbmarathon in New York, 45 Euro für einen 10-km-Lauf in Schweden oder 32 Euro für einen 5-km-Lauf in Norwegen. Aber im Ausland ist das für mich auch okay, denn ich will ja unbedingt teilnehmen. Hohe Startgebühren bedeuten übrigens auch nicht immer entsprechende Gegenleistungen und umgekehrt. So habe ich in Valencia für einen 10-km-Lauf vor zwei Jahren nur 10 Euro bezahlt und da gab es eine große Startertüte vor dem Lauf, einige Goodies im Ziel und kostenlos Pasta & Co.

Wie schätzt Du die Laufblogger-Szene in Deutschland ein? Was gefällt Dir besonders gut?
Ich vermute, dass die Laufbloggerszene in Deutschland, zum Beispiel verglichen mit den USA, noch relativ klein ist. Vor allem weibliche Laufbloggerinnen gibt es bisher wenige. Ich denke auch, dass viele Firmen noch gar nicht das Potential von Laufbloggern erkannt haben. Das sieht es zum Beispiel bei Fashionbloggern ganz anders aus. Ein positives Beispiel ist jedoch Brooks – seit letztem Jahr darf ich Laufschuhe und –bekleidung von dieser Firma testen und im Sommer hatte Brooks sogar in die Zentrale nach Münster eingeladen. Das ist für mich ein Musterbeispiel von Kommunikation mit Bloggern.

Gibt es vielleicht auch Dinge, die Dir nicht so gefallen, und die Du Dir unter Laufbloggern noch wünschen würdest?
Dazu fällt mir eigentlich gar nichts ein.

Facebook, Twitter und Co: Social Media Fluch oder Segen für uns Läufer?
Social Media ist auf jeden Fall ein Segen für mich persönlich! Ohne meinen Twitter-Account und meine Fanpage bei Facebook würden viele meinen Blog doch gar nicht kennen. Darüber hinaus habe ich über Twitter und Facebook schon unzählige Läufer kennengelernt und wiedergetroffen. Über Twitter habe ich zum Beispiel den lieben Dirk aus Bad Liebenwerda kennengelernt. Mittlerweile haben wir uns schon in Dresden, Berlin, Senftenberg und sogar den USA wiedergetroffen und sind dort gemeinsam gelaufen.

Welche sind Deine Lieblings-Laufblogs und warum?
Zu meinen Lieblingslaufblogs gehören: EiswürfelimSchuh (tolle Fotos, tolle Texte – da merkt man dass eine Expertin dahintersteckt), Joshly runs (eine Berlinerin auf dem Weg zu ihrem ersten Marathon), Daniela (eine sehr sympathische Laufanfängerin, die sich nicht unterkriegen lässt), Laufen total (eine gute Mischung von interessanten Laufthemen und Geschichten), Markus rennt (ein netter Österreicher, der vor kurzem seinen ersten Halbmarathon gefinisht hat) und Christine’s Blog Sie läuft (eine Wettkampfsammlerin wie ich).

Laufwelt in MiamiAuf Deinem Blog Laufwelt nimmst Du die Leser mit auf Deine Laufreisen und berichtest über Deine Erlebnisse. Was bedeutet für Dich Dein eigener Blog, und wie siehst Du die Entwicklung des Blogs?
Mein Blog ist einerseits ein elektronisches Tagebuch für mich, denn mittlerweile wüsste ich sicherlich nicht mehr, an welchen Läufen ich wo bereits teilgenommen habe. Es macht mir immer wieder Spaß, meine alten Blogposts zu lesen. Wenn ich an bestimmten Laufveranstaltungen schon mehrfach teilgenommen habe, lese ich auch gern vor einer erneuten Teilnahme noch einmal die Berichte über frühere Teilnahmen. Mein Blog ist auch gut für die Motivation, denn ohne Laufen könnte ich ja nichts schreiben. Außerdem hat mir mein Blog bereits viele tolle Sachen ermöglicht – ich wurde Testläufer bei Brooks, habe als Twitter-Reporter an der Leichtathletik-WM teilgenommen und habe viele tolle Menschen kennengelernt. Ich bin wirklich froh, dass ich vor mittlerweile sechs Jahren mit dem Bloggen begonnen habe, denn ohne den Blog hätte ich so viele tolle Erlebnisse, interessante Fakten und überraschende Ereignisse wieder vergessen. Habe ich zu Beginn noch recht kurze Beiträge mit höchstens einem Foto veröffentlicht, so sind es jetzt eher Kombinationen aus Reise- und Laufberichten mit vielen Schnappschüssen. Und oft überlege ich mittlerweile schon während des Wettkampfes was ich auf jeden Fall in meinem Blogpost erwähnen muss.

Laufwelt in MadridWelche Tipps würdest Du anderen Läufern an die Hand geben, wenn sie selbst mit einem Blog starten möchten? Was sollten diese unbedingt beachten?
Man sollte sich vorab überlegen, ob man genügend Zeit für einen Blog hat, denn ein Blog lebt von regelmäßigen Beiträgen. Auch Fotos sind für einen Blog sehr wichtig. Und man sollte kein Problem damit haben, private Informationen preiszugeben, denn selbst der Chef oder die Nachbarin könnten ja mitlesen.

Auf welche Laufutensilien möchtest Du auf keinen Fall verzichten und warum diese Entscheidung?
Ohne meine PureFlow von Brooks geht gar nichts mehr, denn dieses leichte Laufgefühl möchte ich nicht mehr missen. Außerdem ist mein Garmin Forerunner 110 ein unentbehrliches Utensil für mich – ich weiß gar nicht mehr wie ich vorher ohne genaue Angaben zu Distanz und Geschwindigkeit ausgekommen bin. Gerade teste ich auch die neue Sportuhr vom TomTom und bin gespannt, ob sie vielleicht Garmin ablösen wird. Mein kleiner iPod ist ebenfalls ein Must-Have – sowohl im Training als auch bei Wettkämpfen.

Gibt es für Dich als Sportlerin Persönlichkeiten, die Du als Vorbild für Dich siehst? Was macht diese Personen so besonders?
Ich bewundere besonders diejenigen, die eigentlich nicht viel Talent fürs Laufen haben, aber diesem Sport dennoch mit großer Leidenschaft frönen und sich nicht unterkriegen lassen. Das ist es ja auch, was zählt beim Sport – Spaß!

Wir hatten uns beide ja kurz im Rahmen des Lausitzer Seenlands 100 getroffen. Was hat Dir an der Region Lausitzer Seenland besonders gefallen, und was wäre für Dich noch verbesserungswürdig?
Ich habe das Lausitzer Seenland 100 genutzt, um mit meinem Partner erstmalig bei einem Run & Bike über die Marathondistanz an den Start zu gehen. Das war ein tolles Erlebnis im Team! An der Veranstaltung selbst hatte ich nichts auszusetzen – nur ein paar mehr Zuschauer im Start- und Zielbereich könnten nicht schaden.

Dann vielen Dank für das Interview. Welche Wünsche und Ziele hast Du für die nächsten Jahre?
Gern! Mein großer Wunsch für die nächsten Jahre ist es gesund zu bleiben und weiterhin in der Lage zu sein, soviel zu verreisen. Mein Ziel ist es, weitere Länder und Städte lauftechnisch zu erobern und diese Erlebnisse mit den Lesern meines Blog zu teilen. Sehr gespannt bin ich auch auf das weitere Kennenlernen von anderen Läuferinnen und Läufern! Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich an dieser Stelle für die unzähligen Kommentare und die teilweise langjährige Unterstützung bei meinen Fans und Followern zu bedanken! Ohne Euch würde der Blog gar nicht soviel Spaß machen!


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein sehr schönes Interview. 🙂
    Es macht immer wieder Spaß, in deinem Blog zu lesen. Deine Berichte sind so toll geschrieben, da hat man beim Lesen das Gefühl, dabei zu sein. Freue mich schon auf die nächsten Laufberichte.
    Danke auch für die nette Erwähnung meinerseits. 😉

  2. Schön geschrieben bzw. interviewt, da lernt man jemand noch ein Stück näher kennen, auch wenn man ihn schon persönlich kennt und öfter trifft.

    • Danke Ralf! Übrigens ist mir leider erst nach Veröffentlichung eingefallen, dass ich Deinen Blog noch erwähnen wollte 🙁 Ich glaube Du warst damals auch einer der ersten Blogger, denn ich persönlich kennengelernt hatte.

  3. Lese das Interview gerade zufällig. Gefällt mir gut. Sehr schöne Antworten. Ich finde mich zwar nicht in allem wieder, aber trotzdem: sehr authentisch und sympathisch.

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