Blogger bekommen alles kostenlos zum Testen????

Blogger bekommen alles kostenlos... Gefällt Euch LAUFEN TOTAL? Dann folgt mir auf Facebook.

Lange habe ich die Füße zu dieser Thematik stillgehalten. Aber immer mal wieder flammt die Diskussion auf, ob es gerechtfertigt ist, dass einzelne Blogger verschiedenste Produkte zum Testen bekommen und diese sogar behalten können. Wer regelmäßig Blogs liest, wird schnell auf unterschiedliche Meinungen und Diskussionen stoßen. Und warum soll es bei uns Lauf- und Sportbloggern anders sein? Gemeckert wird hier, Neider gibt es da, und natürlich gibt es die, die ordentlich von der ganzen Sache ohne Gegenleistung profitieren. Ich möchte im heutigen Artikel meine Gedanken und meine Sichtweise hierzu schildern.

Auffällig ist gerade in letzter Zeit, dass zeitgleich in den unterschiedlichen Blogs dieselben Produkte besprochen und getestet werden. Dies bekommen natürlich die Leser mit, und wenn in sieben Blogs über dasselbe Produkt zeitgleich geschrieben wird, so kann das einen Stammleser schon nerven. Vor allem dann, wenn es inhaltlich nicht wirklich etwas Neues gibt. Da kann schnell der Eindruck entstehen, dass Blogger käuflich sind, vor allem dann, wenn die Kritik über das Produkt besonders positiv ausfällt. Mein Ansinnen ist es, die verschiedenen Perspektiven zu diesem Thema zu betrachten.

Die Sicht der Blogleser

Als Leser möchte ich Informationen, in unserem Fall über das Laufen. Der eine liest sehr gern Laufberichte, und der nächste möchte persönliche Gedanken eines Sportlers erfahren. Dann gibt es noch Leute, die sich über das Training belesen wollen oder Informationen zu Laufschuhen, Laufbekleidung und alles was dazugehört suchen. Ich persönlich mag die Mischung aus allem, und dies setze ich zum Beispiel bei Laufen total um. Ob dies gelingt, müssen andere entscheiden. Wer gern Blogs liest, hat meist verschiedenste auf seiner Liste, die er regelmäßig oder unregelmäßig besucht. Manchmal ähneln sich Themen, dies passiert und ist nicht schlimm.

In den letzten Monaten ist aber zu beobachten, dass in einigen Blogs die Zahl der Testberichte oder die Erwähnung von Shops und Produkten gestiegen ist. Was Testberichte betrifft, nehme ich da Laufen total nicht aus. Die Testberichte auf den Blogs entgehen natürlich den Lesern nicht. Es gibt Beiträge, die sind wirklich ausführlich geschrieben und alles andere als ein reines Wiedergeben von Werbetexten. Hier merkt der Leser wirklich, dass sich jemand Mühe gegeben hat. Dann gibt es Artikel, die haben wenig Informationsgehalt und beten eigentlich nur den Pressetext für das jeweilige Produkt runter. Hier erwächst schnell das Frage beim Leser, ob der jeweilige Blogger sich mit dem Produkt überhaupt beschäftigt hat. Dann gibt es Blogger, die sehr tief in der Materie verankert sind und bei denen man das Gefühl hat, die leben nur für diese eine Sache. Und bei anderen kommt schon mal das ungute Gefühl auf, dass der Blog nur Mittel zum Zweck ist. Hört sich jetzt vielleicht hart an, ist aber auch in einigen Fällen mein persönlicher Eindruck.

Als Blogger habe ich den Anspruch, meinen Lesern unterschiedliche Informationen mit Mehrwert zu bieten. Natürlich soll da die persönliche Note nicht fehlen. Aber ich weiß, dass gerade Testberichte und Erwähnungen von Unternehmen schnell kritisch gesehen werden können; gerade von Lesern, die sich tiefer mit der gesamten Materie beschäftigen. Blogleser sind nicht dumm und lassen sich auch nicht verarschen. Und natürlich sind dann schon Fragen erlaubt: Warum bekommt Blog A andauernd was zum Testen und Blog B nicht? Oder: Warum bekommt ein Blogger, der ein mittelmäßiger Sportler ist, Unterstützung von einem Laufartikelhersteller und ein klasse Läufer, der keinen Blog betreibt, keine Unterstützung? Diese Fragen sind auf alle Fälle berechtigt. Aber dies können nur die Unternehmen selbst beantworten.

Die Blogger

Im ersten Augenblick hört sich Folgendes richtig cool an: Ich mache einen Blog, und dann rennen mir die Unternehmen die Bude ein, damit ich über ihr Produkt berichte. Gut Leute, den Zahn kann ich Euch gleich ziehen. Ganz so einfach ist es nicht, denn die wenigsten Blogger kommen wirklich in den Genuss von Testprodukten. Und hierbei kann und sollte unbedingt unterschieden werden, denn nicht alles darf der Blogger behalten. Gerade bei technischen Artikeln gibt es einen vereinbarten Zeitraum, nachdem das Gerät wieder zurückgeschickt werden muss. Die Rücksendekosten werden oft von den Bloggern selbst getragen. Also krass genommen hat nur das Unternehmen einen Nutzen davon, nämlich einen guten und ausführlichen Testbericht. Was aber hat der Blogger vom Test? Arbeit, denn er hat getestet, recherchiert, geschrieben, getestet, Fotos gemacht usw. Und was bleibt übrig? Na, die Leser, die sich über das jeweilige Produkt informieren möchten. Das ist auch in Ordnung so, denn einen Blog betreiben bedeutet für die meisten Blogger Leidenschaft und Spaß an der Sache. Rein wirtschaftlich gesehen bleibt im besten Fall, dass das Produkt behalten werden darf, z.B. Laufbekleidung und Schuhe. Mehr ist finanziell für einen Blogger in der Regel nicht drin. Und wenn es ganz gut kommt, dann ist der Informationsartikel sogar noch gut in der Suchmaschine platziert. Ich denke, eine bessere und günstigere Werbung kann es für ein Produkt nicht geben.

Wenn es der Blogger nicht dumm anstellt, bindet er in den jeweiligen Artikel einen Partnerlink ein, um bei einem eventuellen Laufschuhkauf ein geringe Provision zu erhalten. Hört sich alles einfach an, ist es aber in der Praxis nicht. Dazu kommt, dass auch diese Partnerlinks von kundigen Lesern hinterfragt werden. Ich sehe es als legitim an, dass man gewisse Produkte behalten kann. In meinen Augen ist dies eine Art Lohn für den Blogger. Aber wie schon geschrieben, dies ist nicht bei jedem Produkt so. Natürlich kann schnell der Vorwurf aufkommen, dass das Produkt besonders gut bewertet wird, um beim Unternehmen nicht in Ungnade zu fallen. Schließlich wollen die Blogger die Produkte auch weiterhin kostenlos erhalten. Kann sein, wird in einigen Fällen sicherlich auch so sein. Grundsätzlich ist das aber viel zu einfach gedacht. Denn was ist denn wirklich „kostenlos“?

Es gibt Blogger, die nehmen sich sehr viel Zeit, testen lange und ausführlich und beschäftigen sich intensiv mit dem Produkt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der zeitliche Rahmen für einen Laufschuhtest schon mal mehr als 20 Stunden einnehmen kann. Und es darf nicht vergessen werden, dass der Blog von den meisten Bloggern als Hobby betrieben wird, also eine Sache, die neben regulärer Arbeit, Familie, Sport und anderen Verpflichtungen geschieht. Es wird auch keiner meckern, denn man hat es sich so ausgesucht. Und gerade dann ist es doch in Ordnung, wenn man für seine Arbeit auch eine kleine Entschädigung erhält, zum Beispiel in Form von Laufschuhen.

Genauso legitim ist es für mich, dass Blogger vom Hobby leben wollen. Wer möchte dies nicht, genau von dem leben, was man gern macht. Die wenigsten schaffen dies allerdings. Dies ist aber jetzt ein anderes Thema und würde jetzt zu weit führen.

Menschen sind individuell und jeder hat eigene Werte und Vorstellungen. Blogger sind Personen wie jeder andere auch. Klar, es wird Beispiele geben, da fühlen sich welche besser als andere. Aber die gibt es im ganz alltäglichen Leben auch. Es gibt Blogs, die bestehen schon viele Jahre und haben sich im Laufe der Zeit einen Namen erarbeitet. Diesen Bloggern wurde nicht gleich von heut auf morgen ein Testprodukt oder was auch immer angeboten. Dies entwickelt sich in der Regel langsam. Viel Zeit, Arbeit, Motivation und Disziplin sind dafür notwendig. Sicherlich ist das Testen von Produkten in den letzten 1-2 Jahren einfacher geworden als noch vor 4-5 Jahren. Aber alles ist eben in der Entwicklung. Und wer für ein Unternehmen interessant ist, kann früher oder später mit unterschiedlichsten Anfragen rechnen.

Es gibt nicht wenige Blogs, die werden nie beachtet, weil sie Persönliches schreiben und einen kleinen Leserkreis haben. Dies sind deshalb nicht schlechtere Blogs, ganz im Gegenteil. Da steckt in oft viel Herzblut und Persönlichkeit drin. Aber das Interesse von PR-Agenturen und Unternehmen hält sich in Grenzen. Oft wollen diese Blogs auch persönlich bleiben. Dann gibt es bestimmt einige Blogs, die haben inhaltlich nicht viel zu sagen, besitzen aber das notwendige know-how hinsichtlich Vermarktung und Suchmaschinenoptimierung und nutzen dies für sich. Alles legitim, so lange es der Markt hergibt, auch wenn ich persönlich nicht viel davon halte. Und dann gibt es die Blogs, die ein breites Spektrum an Informationen und Inhalt haben, es verstehen, sich zu vermarkten und auch ein gewisses Verständnis für die Suchmaschinenoptimierung mitbringen. Diese schreiben mal mehr mal weniger regelmäßig, kümmern sich selbst um Kooperationen mit Unternehmen oder werden angeschrieben.

Wenn sich ein Blogger einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitet hat, egal auf welche Weise, kommen die Anfragen von ganz allein. Dazu möchte ich meine eigenen Erfahrungen anbringen: Während meiner Laufbloganfänge 2009 habe ich sicherlich den einen oder anderen Fehler gemacht. Und so manch verlockend anmutende Anfrage würde ich aus heutiger Sicht nicht mehr beantworten. Hier muss man wissen, dass bekanntere Blogs mit sogenannten Kooperationswünschen überschüttet werden. Oft ist einfach nur Schrott dabei: Schreibe bitte mal was über den Shop XYZ, und du bekommst dafür sogar Geld. Schon werden die ersten schwach. Und dann kann es passieren, dass auf 10 verschiedenen Blogs irgendwas über das Shoppen im Sportonlineshop XYZ geschrieben wird. Insider wissen schnell, dies ist wenig natürlich und nicht wirklich schlau. Aber letztendlich ist auch dieses legitim, so lange es dieses Angebot gibt. Dann gibt es Anfragen für jeden kleinen Mist, ob man die Nudeln von Firma AB testet oder die Nahrungsergänzungsmittel und und und. Alles natürlich kostenlos. Aber Leute, im Leben ist nichts kostenlos…

PR-Agenturen und Online Agenturen

Was ist da eigentlich der Unterschied? Für die meisten ist es dasselbe. Ich mache es mal ganz einfach. Eine PR-Agentur sorgt dafür, dass über ein Unternehmen oder Produkt berichtet wird. Eine Online Agentur möchte, das von einer bestimmten Website eine Verlinkung auf eine für sie wichtige Website (Unternehmen/Produkt) geschieht. Dies ist jetzt wirklich nur ganz, ganz einfach definiert. Diese beiden Agenturarten sind in den meisten Fällen die Kontaktquelle für uns Blogger. In den letzten Jahren habe ich da so einiges erleben können, und bei dem einen oder anderen frage ich mich wirklich, wie bitte sind die zu ihrem Job gekommen.

Abenteuerlich wird es bei den Onlineagenturen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele denselben Anschreibetext nehmen. Wenig innovativ und nur das Ziel, schnell und ohne viel Mühe eine Verlinkung vom Blogger zu erhalten. Manchmal klappt es sicherlich. Aber viele wandern einfach nur in den Papierkorb. Gute Anschreiben kann man an einer Hand abzählen.

Egal ob von einem Unternehmen, einer PR-Agentur oder einer Onlineagentur, wenn ein Produkt spannend und interessant für den Blogger ist, dann ist es o.k., dass er dieses ordert und darüber schreibt. Qualitativ gibt es da sicherlich große Unterschiede. Aber genau da wären meines Erachtens die Agenturen und Unternehmen gefragt. Schaut Euch genau die Blogs an, mit denen Ihr in Kontakt tretet. Ich glaube, nicht alle machen sich die Mühe und schauen genau, mit wem sie es zu tun haben. Und nur weil ein Blog vielleicht irgendwo als bester Blog betitelt wird oder jemand mal irgendwo Blogger des Jahres geworden ist, muss er nicht gleich eine große Reichweite haben oder gute Inhalte abliefern.

Was bleibt nun

Es ist einfach, Blogger zu verurteilen, nur weil sie Testprodukte kostenlos erhalten. Ich denke, es gibt genügend Blogger, die den Anspruch haben, informative und kritische Testberichte zu schreiben. Und wenn die Arbeit durch das Behalten eines Produktes belohnt wird, dann ist es in Ordnung. Ich denke aber auch, dass die Agenturen sich noch genauer anschauen sollten, mit wem man arbeitet und was abgeliefert wird. Denn bloßes Abschreiben von Produktwerbung braucht kein Mensch, auch nicht die Agenturen. Weiterhin wäre es natürlich wünschenswert, dass die Unternehmen, welche im Laufsport tätig sind, noch genauer schauen, ob es nicht auch was bringt, wenn man talentierte Sportler mehr unterstützt. Und ich kann die Kritik nachvollziehen, wenn Leser sich fragen, warum der Läufer XY nur weil er einen Blog hat, immer wieder neue Laufbekleidung erhält, aber dazu kaum Informationen liefert. Ein talentierter Sportler ohne Blog könnte eine Marke möglicherweise viel besser vertreten und für ein positives Image sorgen.

Wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich diesen Artikel mehr aus der Sicht eines Bloggers geschrieben. Gern können Leser und Agenturen ihre Meinung dazu in den Kommentaren hinterlassen. Über eine rege Diskussion würde ich mich freuen. Sicherlich kann das Thema noch ausgeweitet werden, und ich scheue deshalb auch keine Diskussion darüber. Mit Spannung erwarte ich Eure Meinungen.

Vor einigen Tagen hat Mike Schnoor zur Blogparade „Blogger Relations“ aufgerufen. Dort gibt es einige interessante Ansichten zum Nachlesen. (Diesen Hinweis zur Blogparade habe ich am 07. November 2013 nachträglich in diesen Artikel eingefügt.)

Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 44 Jahre alt. Meine Heimat ist das Lausitzer Seenland, meine Heimatstadt Senftenberg. Meine Leidenschaft zum Laufen habe ich schon frühzeitig entdeckt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, Sightrunning und über das Laufen im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

35 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Heiko,
    danke für diesen Post. Mir ist auch schon aufgefallen dass Unternehmen in letztes Zeit oft mehrere Blogger gleichzeitig anschreiben, bzw gleichzeitig Produkte getestet werden. Da kann ich auch aus Erfahrung sprechen, denn mich erreichen auch immer mehr Kooperationsanfragen. Wie du beschrieben hast: mal ist es die PR-Agentur die Produkte schicken will, dann wieder eine Online-Agentur die ihre Links plazieren möchten… ich selbst wundere mich immer ein bisschen, denn mein Blog ist gerade mal einige Monate online und da gibt es sicherlich Blogs die mehr Leser haben. Es ist aber auch so, dass man sich gerade am Anfang über jede Mail und jedes Angebot freut – und dann auch zu schnell zu sagt. Erst seit einigen Wochen setze ich mich intensiver mit der ganzen Vermarktungs-Geschichte auseinander und habe mir fest vorgenommen nicht mehr jedes Angebot anzunehmen. 😉

    Liebe Grüße
    Steffi von fitnessliebe.com

    • Hallo Stefanie,

      ich denke, für die Unternehmen oder PR Agenturen macht es sogar Sinn, mehrere Blogger, die Presse, TV usw. gleichzeitig zu kontaktieren. Denn so wird eine breitere Masse an Menschen erreicht. Ob es da noch andere Mittel und Wege gibt, kann sicherlich diskutiert werden, und ob die Wahl der einzelnen Medien immer glücklich gewählt ist, kann sicherlich auch zur Debatte stehen. Das Wundern habe ich aufgegeben, wie schon geschrieben. Bei einigen habe ich das Gefühl, es werden nicht wirklich die Blogs angeschaut. Bestes Beispiel: Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Anfrage bekommen, in der es darum ging, wie gut mein Blog ist, und dass das Thema wirklich passen würde. Leider hätte die Person mal auf den Blog schauen sollen, denn genau den erwähnten Blog, den sie meinten, gibt es überhaupt nicht mehr. Das ist dann wirklich schon peinlich und spricht nicht gerade für den Absender.

      Stimmt, am Anfang ist die Freude groß, wenn die ersten Anfragen kommen. Sieht man es doch auch als Bestätigung seiner Arbeit. Aber meist relativiert sich dies, wenn täglich irgendwelche Linkanfragen im Postfach liegen. Und bei den Angeboten sollte man sicherlich genau schauen. Es ist halt ein Geben und Nehmen im besten Fall – die Realität sieht aber manchmal anders aus…

      Gruß Heiko

  2. Hallo Heiko.

    Betreff: Kostenoptimierung ihres Blogs. „Ich würde mich freuen, wenn ich Sie für unser Unternehmen interessieren könnte. Wir haben ein tolles Angebot. Platzieren Sie einen Artikel für XY oder XX oder YY auf Ihrer Webseite. Wir bezahlen ihnen den Aufwand. Wenn sie den Artikel selbst schreiben wollen, bekommen Sie mehr…“

    Na? Kommt dir / euch hier das bekannt vor? Mails mit solchem Inhalt landen regelmäßig in meinem Postfach. Ich ignoriere diese. Spätestens als ich mal anmerkte, dass ich Produkte vorher testen will, bevor ich meinen Lesern etwas anbiete. Es wurde abgelehnt. Und da wären wir auch schon beim Thema: Testprodukte. Ja, ich freue mich immer wenn ich das brandneue Teil von Trendfirma eins in den Händen halte. Wer würde das nicht? Ob dann eine Lobhudelei, ein negativer Bericht oder ein How-To rauskommt – wer weiß das schon.

    Es ist glaube ich schon gefährlich, man wird als Tester schon auch auf eine Schiene geführt, die oft daneben gehen kann. Beispiel: „Wir senden ihnen das Produkt zu. Vorab erhalten Sie die Pressemitteilung. Es freut uns wenn Sie diese veröffentlichen.“ Quatsch…

    Aber was kann ich dann verantworten? Ganz einfach: Meine Meinung. Und genau das ist einer der Gründe, warum Firmen auf den einfachen Läufer „losgehen“. Kein Laufanfänger der passende Schuhe sucht und Meinungen sammelt will den Bericht eines Profis lesen. Viel zu professionell. Und die Firma will auch nicht, dass der Profi das schreibt. Viel zu professionell. Die Zielgruppe ist von vorne herein definiert. Deswegen bekommen Läufer von nebenan Testprodukte. Und ja, auch weil diese doch recht schnell von etwas begeistert sind. Es ist auch als Blogger ein Lernprozess den man machen muss. Was will ich, wer bin ich und wen will ich ansprechen?

    Ich glaube nicht, dass ein Betreiber eines soliden Blogs, Angst vor dem falschen Eindruck haben muss. Wer zu seiner Meinung steht, wirkt authentisch. Und das ist das Ziel. Der Blog bist du und die Leute verbinden mit dir das was dein Blog wiedergibt…

    In diesem Sinne:
    Frohes Bloggen, Markus vom twnblog.de

    • Hi Markus,
      wir beide kennen das als Messenger: beurteilen ohne testen geht nicht! Zumindest wird der geneigte Leser schnell merken, wo der Hase langläuft. Begeisterung geht so weit, wie bei jedem anderen Tester beliebiger Produkte (Autos, Elektronik, usw.) auch, aber am Ende sollte eben eine Meinung stehen und brauchbare Infos für den Leser. Ich stimme Dir absolut in dem Punkt zu, dass durchschnittliche* Läufer für Läufer testen sollten (* ein Durchschnitt durch alle Läufer). Einige Hersteller haben das erkannt und legen auch Wert auf diese Meinungen.
      VG, Matthias

    • Hallo Markus,

      vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Kommentar. Ja, Dein Zitat kommt mir bekannt vor. Dieses ist aber schon ganz gut formuliert, da gibt es wirklich viel, viel Schlimmeres. Für den Link werden dann 20 Euro geboten, und wenn man den Text selbst schreibt, werden es insgesamt 30. So ein Mist fliegt bei mir mittlerweile in den Mülleimer, ohne das ich überhaupt noch weiterlese. Wer hat denn bitte von diesem Angebot etwas? Deine Leser nicht, weil es letztendlich nur auf Werbung hinausläuft, Du als Blogger nicht, aber der Anfrager hat das, was er will und meist sogar noch sehr günstig.

      Zwecks Lob oder Kritik habe ich über die Zeit meine eigene Arbeitsweise bei Testprodukten entwickelt. In den meisten Fällen wird vorher angefragt, ob man dies oder jenes testen möchte. Dann schaut man sich das Produkt an und entscheidet, ob es zum Blog passt oder nicht, und ob das eigene Interesse stimmt. Nicht wenige Produkte fallen schon in diesem Zeitraum durch mein Kontrollnetz. Produkte teste ich in der Regel sehr intensiv. Sollte sich ein Produkt als wirklich richtiger Mist herausstellen, und ich kann darüber mit bestem Wissen und Gewissen überhaupt nichts Positives verfassen, dann entscheide ich mich von vorn herein gegen einen Testbericht und schreibe darüber nichts. Dies geschieht ganz, ganz selten, und wenn es geschieht, so informiere ich das Unternehmen darüber und schreibe denen ganz klar meine Meinung. Für mich ist das ein faires Miteinander.

      Bei allen anderen Produkten habe ich kein Problem positives Seiten wie auch kritische Seiten aufzuzeigen. Ein Testbericht soll in meinen Augen auch immer was für die Unternehmen sein, ein Feedback von der Basis. Also, was kommt gut an, und was könnte verbessert werden. Ich hoffe nur, dass die Unternehmen sich mit den positiven wie auch kritischen Meinungen auseinandersetzen. Nur da bin ich mir nicht wirklich sicher.

      Gruß Heiko

  3. Du greifst ein Thema auch, dass mir persönlich in letzter Zeit auch unschön aufgestoßen ist. Damit meine ich nicht die Tests, Testprodukte sondern diese Häufung in den Laufblogs. Wer – wie ich – eine Vielzahl an Laufblogs im Reader hat, verdreht irgendwann einfach die Augen – im übrigens ggf. auch mit einem negativen Touch dem Produkt (nicht unbedingt dem Blog) gegenüber.

    Ich finde es einfach nicht sehr schlau. Klar erreicht die Agentur damit eine breite Basis, eine Werbung wird auch nicht nur bei einem Sender und eine Anzeige in einer Zeitschrift geschalten … aber gerade Blogs leben von den Netzwerken. Wer nur „billig“ Backlinks oder hochwertige Google-Hits erzeugen will, erreicht das natürlich schnell … aber die Enthusiasten kann man damit auch gut verschrecken. Aber als langjähriger Blogschreiber und Blogleser in mehreren Bereichen habe ich da wahrscheinlich eine etwas weniger Mehrheitstaugliche Meinung.

    VG
    Daniel

    • Hallo Daniel,
      bei der Häufigkeit sind die Agenturen gefragt, und scheinbar hat da jeder eine andere Sichtweise drauf. Den einen nervt es, und andere wollen sich unterschiedliche Meinungen einholen. Insgesamt bleibt es eine diskussionswürdige Thematik.

      Ich denke, mit der mehrheitstauglichen Meinung bringst Du es auf den Punkt. Ich glaube, uns, die wir uns mit der Materie mehr beschäftigen, fallen Dinge auf, die für andere sicherlich uninteressant oder nicht von so großer Bedeutung sind. Aber ein Blog lebt eben von seinen Stammlesern, und die sind wirklich irgendwann genervt, wenn an einem Tag mehrere Artikel über dasselbe Produkt auftauchen.

      Gruß Heiko

  4. Irgendwie lässt mich dieses Thema nicht in Ruhe. Folgende Überlegung: Ein Läufer steht voll hinter dem Thema Laufbekleidung. Er testet, holt sich die neueste Mode, bekommt das ein oder andere Teil umsonst. Ist dieser Blog unglaubwürdig? Ich meine: Nein.

    Steht jemand hinter dem was er macht und kann mit gutem Gewissen behaupten, dass es seine Meinung und sein Leben ist, dann ist das doch total ok. Ich frage mich das auch in Hinblick auf meinen Blog. Ich bin technikverliebt. Ich kaufe meine Laufgadgets, bekomme aber auch welche zur Verfügung gestellt. Ich mag behaupten, dass ich mich mittlerweile ganz ok auskenne. Ich kann einen Überblick über verschiedene Geräte bieten. Kommt euch das nicht bekannt vor?

    Wie ist das bei Magazinen? Im Printbereich. Auch die kaufen keine Ware. Im Gegenteil. Da sieht das mMn noch schlimmer aus. Auf Seite 16 ein Test, auf der 22 eine Anzeige und auf Seite 34 ein Gewinnspiel. Dreimal dürft ihr raten wofür.

    Die Zeiten ändern sich und es war für Firmen nie leichter und günstiger nah an den Kunden ranzukommen. Was man daraus macht, ist dem Blogger selbst überlassen. Genauso kann jeder entscheiden, was man lesen will. Love it or leave it.

    Meine Meinung: Die Mischung macht es. Fachlich, unterhaltsam, interessant – das macht einen guten Blog aus, das lese ich gerne.

    • Hallo Markus,
      warum soll der Blog auch unglaubwürdig sein? Jeder hat so seine Vorlieben. Wer Laufen total genauer liest, wird schnell merken, dass ich einen Laufartikelhersteller schon ganz gut finde. Liegt aber einfach daran, dass mich die meisten Produkte der Firma ansprechen, weil sie meinem eigenen Stil und meinen Bedürfnissen gerecht werden. Ich denke, dies ist legitim. Deshalb werde ich nicht gleich eine Werbeplattform für dieses Unternehmen.

      Magazine sind schon wieder ein ganz anderes Thema. Mal ehrlich, selten gibt es dort wirkliche Testberichte, dafür aber mehr Werbung – jedenfalls ist das mein Eindruck. Nur regt sich da kaum jemand darüber auf, oder es wird einfach als ganz normal hingenommen.

      Ich bin ein Freund der Mischung, und dies setze ich bei Laufen total um. Von allem etwas.

  5. Ich denke, meine „Vorschreiber“ haben schon alles gesagt – und ich kann auch hinter Deinem Artikel 100% stehen. Jeder Blogger muss sich selber überlegen, was für Angebote er annimmt und wie er diese präsentiert, um authentisch zu bleiben und die Leser zu begeistern. Ich selbst lese gut geschriebene Testberichte sehr gerne und es spielt dabei für mich keine Rolle, ob jemand die Produkte gratis erhalten hat oder gekauft.
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hallo Ariana,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Da bleibt dann wirklich nicht viel zu sagen. Mir ist es auch egal, ob jemand etwas gekauft hat oder nicht, so lange ich für mich wichtige Informationen erhalte und nicht den Eindruck eines reinen Werbeschreibens habe.

      Gruß Heiko

  6. Interessantes Thema, Heiko! Auch ich habe dazu schon einen Beitrag verfasst und merke anhand der Zugriffszahlen, dass sich wirklich viele Leser dafür interessieren!

    Ich kann bestätigen, dass in der letzten Zeit in immer mehr Blogs zeitgleich über bestimmte Produkte berichtet wird. Aktuellstes Beispiel ist da sicherlich die neue SportWatch von TomTom. Das finde ich im Prinzip völlig in Ordnung. Denn es zeigt, dass die Hersteller bzw. Händler uns Blogger verstärkt als Zielgruppe, Meinungsmacher und Multiplikatoren wahrnehmen. Und das ist gut so 🙂

    Blöd wird es, wenn ein Blogger ein Produkt nicht wirklich testet und davon berichtet, sondern nur einen vorgefertigten und entsprechend „weich gespülten“ Pressetext kopiert. Damit klaut der Blogger dem Leser seine wertvolle Zeit, und er wirft damit ein schlechtes Licht auf „die Branche“, weil er natürlich nicht authentisch und ehrlich ist. Aber diese Blogger sind aus meiner Sicht seltene Ausnahmen. Die meisten „Kollegen“ geben sich große Mühe bei Produkt-Tests und sind auch ehrlich mit den Bewertungen: da wird nichts „schön geschrieben“, weil das Produkt ja geschenkt wurde. Vielmehr werden dennoch Schwächen gnadenlos aufgezeigt. Und damit ist doch dann alles gut: der Blogger freut sich über das Geschenk, der Leser über interessante Testberichte, und der Hersteller über die Verbreitung seiner Produkte. Win-Win-Win-Situation: finde ich gut 😀

    • Hallo Eddy,

      Deinen Artikel habe ich damals mit Spannung verfolgt, und es scheint tatsächlich so, dass diese Thematik viele Menschen interessiert. Zum Beispiel ist gerade bei den Reisebloggern eine Diskussion im Gange. Zur gleichzeitigen Veröffentlichung gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich kann aber verstehen, wenn es gerade „Viel-Blogleser“ stört.

      Natürlich gibt es viele Blogger, die sehr kritisch über ein Produkt berichten. Aber wenn man genauer hinschaut, gibt es eben auch die anderen, welche sich keine Mühe geben. Und ein wirkliches Geschenk ist ein Produkt in meinen Augen nicht. Denn wie Du schon schreibt, es haben mehrere Seiten was davon. Nur es bleibt offen, welche Seite den größten Nutzen davon hat…

      Gruß Heiko

  7. Eigentlich ist es doch vollkommener Quatsch sich darüber aufzuregen, dass plötzlich in einem knappen duzend Blogs über ein paar Laufsocken berichtet wird. Wenn von „Bild der Frau“ bis zur „computerwoche“ plötzlich alle über den neuen i3 von BMW schreibt, stört sich auch niemand daran, im Gegenteil, da wird noch Geld am Kiosk für gelassen um sich diese „Information“ durchlesen zu können und ganz nebenbei noch dutzende andere, thematisch mehr oder weniger passende, Werbebeiträge und Anzeigen anschauen zu dürfen.

    Aus Sicht der werbenden Unternehmen/Agenturen/… ist es doch verständlich eine möglichst große Breite an Leserschaft erreichen zu wollen. Natürlich dann, wenn ein neues Produkt auf den Markt geworfen wird, also die Entwicklungskosten noch schwer in der Bilanz rumliegen, und nicht erst dann, wenn der Preis und damit die Marge schon nach unten gegangen ist.

    Und dann auf der anderen Seite der Blogger. Er wittert ein Chance auf einen Mehrwert für seinen Leser. Will aber auf der anderen Seite den, auf den ersten, rosaroten Blick, meist sehr generös erscheinenden Spender/Auftraggeber, natürlich nicht verprellen (mal ehrlich, hat jemand mal die Testberichte von z.B. Kleinwagen mal darauf abgeklopft, wie „kritisch“ der Artikel wirklich ist?). Also macht er sich viel Arbeit, schreibt, testet, formuliert unzählige Male um… Am Ende des Artikels sind dann 4 Arbeitstage für Test, Bildbearbeitung und Schreiberei rum. Für ein paar Socken im Marktwert von 40,-€!

    Und dann „der ist doch KÄUFLICH!“ zu rufen, wenn ein Blogger darauf eingeht und so ein „Angebot“ annimmt? Dann heißt es plötzlich: „Testberichte ja, aber bitte selbst gekaufte Artikel. Natürlich nicht die billigen vom Kaffeeröster, sondern bitte die guten mit dem Markensymbol auf der Brust! Und natürlich auch die Artikel der Konkurrenz gleich mit testen! Wegen der Vergleichbarkeit natürlich. Wenn ich mir schon so ein teures Teil kaufe, dann nur das Beste am Markt. Muss natürlich auch das neueste vom Neuen sein, kein Vorjahresmodell. Und was ist da besser als ein unabhängiger Test. Achja, wo bekomme ich das eigentlich am billigsten? Wie? Du bekommst da 1,5% Provision, wenn ich deinen Link zur Bestellung klicke? Geht ja gar nicht!“

    Das kann (sich) doch kein Blogger leisten. Höchstens krankhafte Altruisten. Mit großer Erbschaft. Und sehr viel Freizeit. Wirklich sehr, sehr viel Freizeit.

    Mal ehrlich, da sollte man die Kirche im Dorf lassen und einfach über solche Artikel hinweglesen, wenn sie einem nicht passen. Klappt ja bei den großen Portalen, der Bild und im Privatfernsehen (die allesamt wirkliches Geld damit verdienen) doch auch, warum ist das in den kleinen Blogs nicht drin? Wenn es interessant geschrieben ist, kann man meist noch viel mehr interessante Details über die Kommentarfunktion oder den direkten Mailkontakt mit dem Tester herausbekommen. Wenn nicht, einfach weiterblättern…

    PS: ich durfte keine Socken, Schuhe oder Sportschlübber testen

    • Hallo Thomas,

      das Meckern scheint wohl einigen Menschen in die Wiege gelegt worden sein. Ich werde gerade hier in Deutschland das Gefühl nicht los, dass Meckern und Sich-aufregen zunimmt, egal was Menschen machen. Und es stimmt, wenn Du schreibst, dass in Zeitschriften die Werbung als normal hingenommen wird. Aber bei einem Blog wird diskutiert. Warum ist dies so? So wirklich konnte mir diese Frage noch niemand beantworten. Und nur weil ich eine Marke gut finde, bin ich dann ein schlechter Mensch oder Blogger? Oder was ist wirklich verwerflich, wenn jemand Werbung schaltet und damit seinen Blog teilweise finanziert? Damit meine ich jetzt nicht die Werbewüsten. Einige bekannte Lauf-Webseiten im Netz strotzen auch nur so vor Werbung und dennoch werden diese gelesen. Aber selten wird gelesen, dass diese Plattformen zu viel Werbung machen. Komischerweise wird bei den Bloggern aber gemeckert.

      Aber das Gemecker kommt meines Erachtens nicht vom „normalen“ Leser, sondern Menschen, die einen Einblick in die Materie haben, selbst im Web tätig sind, eine Webseite haben oder einen Blog betreiben. Haben wir es vielleicht doch mit Neid zu tun?

      Und nicht traurig sein, vielleicht klappt es noch mit den Schlüppern 🙂

  8. Dem letzten Beitrag stimme ich voll und ganz zu! Denn wir Blogger sind zu einem großen Teil keine ausgebildeten Journalisten (sondern Leute mit einem Vollzeitjob, die den Blog nebenbei betreiben) mit einem Redaktionsteam (und Fotografen) hinter uns, die für Beiträge bezahlt werden. Wer auf Blogs Tests wie bei Stiftung Warentest erwartet, muss dafür bezahlen und kann entsprechende Ansprüche nicht an Blogger stellen, die viel Zeit und Aufwand für ihre Artikel betreiben, aber eben nicht über die entsprechende Infrastruktur dahinter verfügen. Und wie oben bereits erwähnt, wer diese Bloggertests nicht lesen möchte, wird dazu ja nicht gezwungen. Noch nicht erwähnt wurde auch der Punkt, dass viele Blogger sogar Geld in ihren Blog reinstecken – da wären die Kosten für die Domain, Hostingkosten etc.

    • Echt interessante Diskussion, auch wenn ich finde, dass ab und an verbissen Argumente gesucht werden.

      Thema Zeitaufwand: Ja, ein Blog macht Spaß, aber mal ehrlich: 4 Tage für einen Post? Vergeht einem da nicht der Spaß am Blog? Ich möchte da spontan sein, auch mal schnell schießen und mich hinterher ärgern. Einfach gesagt: Sein wie ich bin… Aber das hatte ich ja schon mal.

      Thema Kosten: Domain-, bzw. Hostingkosten sind, wenn man es geschickt anstellt echt minimal. Das man also so eingesackte Textprodukte aufwiegt, finde ich völligen Quatsch.

      @Manu: Wie meinst du den folgenden Satz aus deinem Kommentar: „…Wer auf Blogs Tests wie bei Stiftung Warentest erwartet, muss dafür bezahlen…“?

      • Ich meinte damit, dass man für die Zeitschrift „Stiftung Warentest“ (oder auch den Online-Testbericht) als Leser zahlen muss, um die ausführlichen Testberichte lesen zu können.

      • Das mit den vier Tagen ist natürlich „etwas übertrieben“. Zumindest wenn man 8-Stunden-Arbeitstage annimmt. Wenn man aber selbst Ansprüche an sich stellt (und/oder so etwas nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt) und gute Bilder möchte und zusätzlich aufwendige Bildbearbeitung betreibt, ausgefeilte Prosa generiert und dabei um jedes Wort ringt, eventuell noch Videos erstellt und aufwendig schneidet, da können schon mal ein paar Stunden ins Land gehen. Und der eigentliche Test braucht ja meistens auch noch ein bisschen Zeit. Gut, bei Socken oder auch Schuhen nicht wirklich, die zieht man sich einfach im Training an und damit hat es sich, aber es gibt ja auch andere Produkte, vor allem technische, wo dies nicht so einfach in den eigenen Alltag integrierbar ist. Spontan ist da dann wirklich nix mehr und was den Spaß angeht… (der wird meist ja eh nur durch das eigene Sendungsbewusstsein angetrieben) 🙂
        Wenn ich über einen Wettkampf schreibe, kann sich das auch mal ein paar Tage ziehen, weil ich unbedingt drüber schreiben will aber um jeden Satz und jedes Wort feilsche, weil es eigentlich grade nicht so läuft. Ein anderes Mal flutscht dann ein Text einfach so (im Durchschnitt brauche ich schon reale 2-3 Stunden für einen einfachen Wettkampfbericht, ohne aufwendige Fotobearbeitung).

        PS: Übertreibungen und Polarisierungen wurden nur verwendet um den eigenen Standpunkt zu unterstreichen

  9. Hallo Heiko, das ist ein Super Beitrag zu diesem Thema. Ich glaube, so einen ausführlichen und emotionalen Post habe ich selten gelesen. Man merkt irgendwie, dass dir das Thema total auf den Nägeln brennt. Ich bin zwar „nur“ ein Corporate Blogger und verdiene damit tatsächlich meine Brötchen, aber auch in diesem Segment ist nicht alles „Eitel Sonnenschein“. Mittlerweile haben unwahrscheinlich viele Unternehmen einen eigenen Blog, der in der Hauptsache aus SEO (Suchmaschinenoptimierung) Gründen aufgebaut wird. Gerade in der Anfangszeit ist nichts mit Geld verdienen, geschweige denn irgendwas testen. Im Gegenteil: Du steckst Herzblut in die Sache und zahlst sogar noch drauf. Aber dies zu akzeptieren, zeichnet wahrscheinlich viele Blogger aus. Denn: Die Leidenschaft am Schreiben trennt irgendwann die Spreu vom Weizen! BTW: Lesenswerter Beitrag von dir, Heiko
    Gruß Alex

    • Hallo Alexander,

      emotional, findest Du? Die Sache hat unter den Nägeln gebrannt, und schon einige Wochen hat mich diese Thematik beschäftigt. Und mit dem obenstehenden Artikel ist alles raus. Diese kleine Diskussion zeigt ja, dass die Thematik interessiert. Zurzeit kann man in verschiedensten Blogs ähnliche Diskussionen verfolgen.

      Du greifst ein gutes Thema auf, Suchmaschinenoptimierung. Ich finde auch, dass nur zu diesem einen Zweck schon mancher Blog aufgebaut wurde. Und es ist kein Problem, wenn inhaltlich wertvoller Content geboten wird, ganz im Gegenteil. Aber es gibt eben auch immer noch die Textwüsten, welche nur ein Ziel haben, Keywords unterbringen auf Biegen und Brechen.

      Und anfangs braucht ein Blogger wirklich viel Geduld und Ausdauer. Es braucht seine Zeit, bis überhaupt erste Leser kommen und dann irgendwann kommentieren. Die Kommentare haben in den letzten Jahren meiner Meinung nach abgenommen, weil sich eben auch vieles in Richtung Twitter, Facebook und Co verlagert hat. Wenn man Erfolg mit seinem Blog haben möchte, egal in welche Richtung, dann ist man schon fast gezwungen, auf unterschiedlichen Social Media Kanälen aktiv zu sein. Insgesamt wird der zeitliche Aufwand nicht weniger. Und vielen Dank für Dein Lob. Aber jetzt möchte ich mich dann doch wieder um meine Leidenschaft kümmern, das Laufen 🙂

      Gruß Heiko

  10. Hi Heiko, ich erkenne mich in Deinem Blogpost in nahezu allen Punkten wieder. Ob man den Blogpost jetzt spontan schreiben möchte oder sich (wie ich z. B. auch) einige Tage Zeit lässt ist irrelevant, solange der Bericht/Artikel wirklich zeigt, dass getestet wurde und nicht nur Werbetexte abgeschrieben und Pressebilder verwendet werden. Die vorangehenden Kommentare spiegeln viele Punkte wieder, die ich zufügen könnte – daher verzichte ich darauf, diese einfach zu wiederholen. Unterstreichen möchte ich nur, dass man als Tester lange nicht alles behalten darf (passiert auch bei diversen Textilien) und der Wert der überlassenen Produkte nichts mit den Inhalten des Berichtes seriöser Tester zu tun hat. Wir werden weiterhin unabhängig und ehrlich berichten/vorstellen/testen … wie Du auch!

    • Hallo Matthias,

      bei mir können schon einmal 3-4 Monate ins Land ziehen, bevor ich einen Testbericht veröffentliche. Da kann es schon passieren, dass die jeweilige PR-Agentur oder das Unternehmen nervös werden. Aber ein gewissenhafter Test braucht seine Zeit. Ein Beispiel: Ein Laufshirt macht einen wirklich guten Eindruck, alles passt. Bei den fünf, sechs Läufen bist Du absolut begeistert. Aber dann, mehrfach gewaschen, mehrfach bei unterschiedlichen Wetterbedingungen getragen, zeigt der Stoff schon erste Schwächen und erste Nähte lösen sich. Ich glaube, spätestens dann würde ich mich ärgern, wenn ich nur positiv über dieses Produkt geschrieben habe. Also ist es notwendig, ein Produkt längere Zeit zu testen.

      Und wer braucht schon diese ganze Werbeversprechen? Oft kann ich viele dieser Dinge überhaupt nicht nachvollziehen. Aber ich verstehe auch die Unternehmen, denn sie haben nur wenig Platz und Zeit, um ein Produkt schnell in Szene zu setzen. Und bei dem einen funktioniert es und bei dem anderen eben nicht. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass Menschen schon gezielt nach Test-und Erfahrungsberichten im Internet suchen.

      Und das mit dem Behalten ist wirklich so. Bei technischen Geräten ist es meiner Erfahrung nach ganz normal, dass die zurückgesendet werden. Meist hat man einen Testzeitraum von 1-3 Monaten. Für eine komplexe Uhr finde ich einen Monat sogar viel zu wenig Zeit, um wirklich ausführlich das Produkt zu testen und Erfahrungen zu sammeln.

      Und, ich hoffe das meine Testberichte ehrlich ankommen 🙂

      Sportliche Grüße

      Heiko

  11. Hallo Heiko, schöner Beitrag zu einem Thema, welches auch schon oft in der Outdoor-Blogszene kontrovers diskutiert wurde.

    Aber kein Blogger bekommt die Testprodukte kostenlos!!! Denn die Hersteller/Unternehmen/Shops bekommen dafür eine sehr gute Gegenleistung, die in den meisten Fällen den Wert des Produktes übersteigen. Produkt gegen Werbung/Links/Produktplatzierung. Das ist der Deal. Und vergleicht man mal den EK-Preis der Produkte gegen Werbekosten und den Wert von SEO-Links, dann ist die Frage, wer mehr davon profitiert. Und jeder Blogger der Produkte auch richtig testet und darüber schreibt, weiß wie aufwändig dies ist und wie viel Arbeit und Zeit in einem Testbericht steckt. Von kostenlos kann da wirklich nicht die Rede sein.

    Das Testberichte oft zeitgleich in unterschiedlichen Blogs erscheinen, habe ich noch nicht festgestellt. Das mag vielleicht für Vorstellung von Produktneuheiten gelten, aber für richtige Testberichte? Wie oben schon erwähnt, dauert die Erstellung von einem ausführlichen Testbericht doch ziemlich lang. Das da selbst wenn viele das selbe Produkt bekommen alle gleichzeitig mit ihrem Bericht fertig sind, ist doch eher unwahrscheinlich. Und wenn es mehrere Testberichte zu einem Produkt gibt, ist das doch für den Leser bzw. Interessierten ein echter Mehrwert. So kann er sich viele unterschiedliche Meinungen anschauen. Vor allem wenn man andere Berichte auch noch in seinem Testbericht verlinkt (was leider viel zu wenige Blogger machen, beim Bloggen gibt es keine Konkurrenz!).

    Und Neid gibt es leider immer, besonders in Deutschland. Hier bei uns muss man sich rechtfertigen, wenn man mit seinem Blog so erfolgreich ist, dass Firmen mit einem zusammen arbeiten wollen und man in welcher Form auch immer davon einen Nutzen hat. Echt traurig.

    • Hallo Jens,

      diese Thematik scheint sich fast in allen Blogger-Bereichen wiederzufinden.

      Das mit der Gegenleistung sehe ich genauso wie Du. Und es gibt genug Blogger, die es schaffen, zu einem bestimmten Produkt ein wirklich aussagekräftigen Test zu schreiben. Dieser ist dann in der Suchmaschine noch gut platziert und das über viele Monate. Eine besser Werbung und Präsentation kann es für ein Produkt/Unternehmen nicht geben. Hier bin ich ganz klar der Meinung, es profitiert nur das jeweilige Unternehmen richtig davon.

      Mit dem zeitgleich war in letzter Zeit auffällig, jedenfalls bei uns Laufbloggern. Vorher ist mir dies auch noch nicht aufgefallen. Liegt vielleicht aber auch daran, dass der Laufbereich so langsam immer mehr von den Unternehmen entdeckt wird.

      Ich finde auch, dass man hier in Deutschland schell in eine Rechtfertigungsposition gedrängt wird und sich vielleicht eben auch drängen lässt. Vielleicht sollten wir Blogger selbstbewusster werden und diesen „Ball“ überhaupt nicht annehmen.

      Mit besten Grüßen aus der Lausitz

      Heiko

  12. Hi Heiko,
    ein interessantes Thema das mich ja auch persönlich betrifft. Ganz so intensiv habe ich mich mit dem Thema dar nicht so beschäftigt. Ich bin auf jeden Fall einer der Blogger, der sich über entsprechenden Zuspruch von Seiten der Produkte und Unternehmen nicht beschweren kann.
    Auch bin ich kein Mensch, der hochwissenschaftliche Abhandlungen über die getesteten Produkte verfasst. Erstens kann ich dies gar nicht und zweitens kann ich jeweils nur MEINEN persönlichen Eindruck über das jeweilige Produkt vermitteln. Dieser muss nicht immer positiv sein. Die Freiheit MEINE persönliche Meinung und Empfindung zu dem Produkt zu nennen finde ich wichtig und bisher hat mich in dieser Hinsicht noch niemand eingeschränkt. Sollte dies der Fall sein würde ich eine Kooperation ablehnen. Für die meisten Anbieter geht es in erster Linie sowieso nur um die Links!
    Das ich die Schuhe und die Bekleidung behalten darf ist meines Erachtens eine kleine Entschädigung für die Auseinandersetzung mit dem Produkt. Und da ich in meinen Blog und meinen Sport ziemlich viel Zeit investiere, habe ich hier keinerle Probleme mit.
    Wichtig finde ich, dass eine Nennung oder Info über die Kooperation im Beitrag steht. So kann jeder entscheiden inwieweit er den Inhalt des Beitrages bewerten mag.
    Ich habe mir jedenfalls in letzter Zeit angewöhnt die jeweiligen „Produkt-zur-Verfügungsteller“ klar zu nennnen.
    Monetäre Entschädigungen lehne ich grundsätzlich ab. Aber warum sollte ich ein angebotenes Produkt, welches sich mit meinem geliebten Sport vereinbaren lässt ablehnen?
    So lange ich nicht in meiner Meinungsäusserung eingeschränkt werde, habe ich hier keinerlei Probleme!

    • Hallo Gerd,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Jeder Blogger muss für sich selbst entscheiden, welche Anfragen er beantwortet und was er testet. Aber die Anfragen werden nicht weniger, wie Du weiter oben selbst erwähnst. Und manchmal sind da schon wirklich seltsame Sachen dabei. Einige Mails beantworte ich überhaupt nicht mehr, was ich früher immer noch gemacht habe. Es ist einfach ein Zeitfaktor, und man sucht sich die Sachen raus, die wirklich zum Blog, für die Leser und einen selbst am besten passen. Die freie Meinung ist ganz wichtig. Aber von totalen Verrissen halte ich nicht viel. Dann schreibe ich eben über die Dinge nicht und fertig. Denn ein Test wird immer eine subjektive Angelegenheit bleiben.

      Gruß Heiko

  13. Hallo zusammen,

    in meiner Wahrnehmung mehren sich jedoch auch die Blogbeiträge, die sich mit dem Thema Product Placement in Blogs beschäftigen. Den zahlreichen Zeilen und Wahrheiten habe ich hier nichts Substantielles hinzuzufügen, und bin soweit ganz bei euch. Anmerken möchte ich höchstens, dass eine Praxisrelevanz von Informationen eine höchst subjektive Sache sein kann. Ein Produkt muss mich schon selbst interessieren UND genug hergeben, um beschreibenswert zu sein. Heidi Schmitt hatte das jüngst so schön auf den Punkt gebracht, in dem sie rethorisch fragte, was man denn nun an einem Lauf-T-Shirt eigentlich testen solle. Und bei einer TomTom ginge es mir auch nicht um die Tech Specs (die kann ich beim Hersteller nachlesen), sondern um eine ganz subjektive Meinung. Gern mit Mut zur Kritik und gern auch sprichwörtlich von mehreren Seiten. Da dürfte es vielen Bloggern am Ende tendentiell eher dran mangeln, zumindest nehme ich im Duktus überwiegend ein „ich möchte euch nicht wehtun“ zwischen den Zeilen wahr – wenn überhaupt. Und ich kenne Hersteller, die ganz klar an die schreibende Zunft kommunizieren, dass sie bitte nicht einfach vorschnell überschwängliche Inhalte veröffentlichen mögen, sondern _wirklich_ testen, und dann (über die Artikel) ein Feedback zum Produkt geben mögen. Finde ich klasse.

    Sportliche Grüße aus Solingen
    Alf

    P. S.: Fehlende Affiliate bzw. Partner-Links im Blogbeitrag sind für mich kein Anzeichen von „dumm anstellen“, sondern der Absenz eigener kommerzieller Interessen. Und da bin ich potentiell eher Fan von (und gehe mit gutem Beispiel voran). Wobei es jedem gegönnt sein soll.

    • Hallo Alf,

      ich denke, wer mehrere Blogs liest, wird schnell feststellen, dass die Testberichte in letzter Zeit zugenommen haben. Was auch nicht schlimm ist, solange Leser davon einen Nutzen haben. Für uns Blogger ist es auch schön zu sehen, dass unsere „Arbeit“ ernst genommen wird. Zu: „Ich möchte Euch nicht wehtun“ weiß ich nicht, ob man dies pauschal so sagen kann. Ich denke, kritische Worte gehören dazu, wenn sie hilfreich und angebracht sind. Wie ich schon geschrieben habe, halte ich persönlich nichts von einem totalen Niedermachen. Wenn ich von ein Produkt komplett enttäuscht bin, und es für mich absolut keinen Sinn macht, dann nehme ich mit der Firma Kontakt auf. Aber ich werde darüber auf dem Blog nicht schreiben. Denn ein Test ist subjektiv und ein Schuh, der für mich überhaupt nicht geht, kann für einen anderen Läufer das Maß aller Dinge sein.

      Beste Grüße

      Heiko

  14. Vieles wurde hier mittlerweile gesagt. Ich habe mit Interesse alles mitverfolgt und ich kann mich deinem Beitrag, Heiko, nur vollends anschließen. Ich finde auch, du handhabst das alles sehr gut; ich lese deine Tests ebenso gern wie dein Laufbeiträge.

    Ich hoffe natürlich auch, dass meine Beiträge über diverse Sportartikel und andere Produkte ehrlich rüberkommen. Eine Vielzahl erhalte auch ich kostenfrei, ab und an sind sogar Einladungen zu Veranstaltungen in meinem Postfach. Dennoch gibt es auch viele Dinge, die ich mir gern leiste, auch von den Marken, von denen ich kostenfrei etwas erhalte. Oft genug muss ich aber auch noch so kleine wie auch teure Produkte zurück schicken.

    Wie schon erwähnt wurde, steht da aber auch meiner Ansicht nach, oftmals ein ausreichender oder höherer Wert in Form eines oder mehrerer Posts gegenüber. Zumal Blogger nicht selten viele weitere soziale Medien nutzen und bedienen. Die Bloggerei ist heute nicht mehr nur auf das eigene Blog eingeschränkt.

    Aber zumindest bei mir, auch wenn ich meine Texte immer wieder spontan schreibe, kann ein Beitrag mehr als acht Stunden in Anspruch nehmen. Manchmal auch mehrere Tage. Es kommt ganz auf das Thema an.

    Bezüglich der Kosten – ich glaube, dass nicht nur die Hosting Kosten in Betracht zu ziehen sind. Eine Vielzahl von Bloggern, die ich persönlich kenne, egal aus welchem Bereich (Sport, Lifestyle, Beauty) haben zumindest eine ordentliche Kamera. Passend dazu ein entsprechendes Grafikprogramm. Nicht selten bilden sie sich privat auf eigene Kosten oder zumindest durch die Investition der eigenen Freizeit weiter, um die Programme effektiv nutzen zu können. Viele haben zudem noch Filmutensilien. Oft nicht weil man so etwas sowieso privat benötigt, sondern weil man sein Blog hat. Zeit kann auch bei Blogtreffen dahin rauschen. Der Austausch liegt vielen am Herzen, man kann voneinander und miteinander lernen. Aber das kostet eben Zeit, teilweise auch Geld.

    Was ich mich aber immer wieder bei solch aufkeimenden Diskussionen zu diesem Thema frage: wieso ist das unter uns Sportbloggern so? Natürlich gibt es immer mal wieder auch im Beauty-, Lifestyle- oder Interiorbereich diese Beiträge, aber in vielen Segmenten ist die Bezahlung von Bloggern bereits viel weiter vorangeschritten, als dass man sich „nur“ mit Produkten zufrieden geben würde. Die Beiträge werden als ‚gesponsert‘ gekennzeichnet und schon scheint jede Seite damit zufrieden zu sein. Darüber hinaus gibt es Werbe- und Sponsorenverträge, es gibt gezielte Produktplatzierungen und vieles mehr. Ich glaube, dass auch das den Sportbloggern bevorsteht, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg für beide Seiten – für die Marken wie auch für die Blogger.

    Noch ein letzter Punkt: das Athletensponsoring ist meiner Meinung nach auch etwas anderes als ein Blogsponsoring. So wie Pressearbeit mit Online und Print Medien etwas anderes ist als Blogarbeit.

    • Hallo Nadin,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar zur Thematik. Danke auch für das positive Feedback zu meiner Arbeit auf dem Blog und zu den einzelnen Artikeln. Ich gebe mir Mühe und hoffe, dass die Art und Weise bei den Lesern gut ankommt.

      An Deinen Tests finde ich gut, dass sie ausführlich sind, und vor allem bist Du voll bei der Sache. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass Du Dich wirklich intensiv mit dem jeweiligen Produkt beschäftigt hast. Und wir beide wissen, dass die Anfragen nicht weniger werden, und dass auch Eventeinladungen dabei sind. Ich denke, jeder sortiert da für sich, was passt und was nicht. Aber sind wir mal ehrlich, Kosten, Zeit und Nutzen müssen teilweise auch passen. Habe da über die Jahre auch gelernt, wie sicherlich alle von uns.

      Das Zurücksenden von Produkten ist kein Einzelfall. Ich frage da auch schon mal an, wer das Rückporto übernimmt, denn da kommen einigen Unternehmen schon ins Stottern.

      Und das Schreiben der Texte kann wirklich mehrere Tage dauern, ist immer abhängig vom Thema. Gerade ausführliche und tiefgründige Artikel brauchen ihre Zeit.

      Deine Frage finde ich gut und stelle sie mir auch. Warum ist dies bei Sportbloggern so? Denn aus diesem Grund habe ich auch diesen Beitrag geschrieben. In vielen anderen Bereichen ist man da schon weiter und keiner meckert. Und einige Blogger können vom „Hobby“ mittlerweile ganz gut leben, ohne sich dabei komplett zu verbiegen.

      Die Sache mit dem Athletensponsoring hatte ich reingebracht, weil es in dem Zusammenhang letztens zur Diskussion kam. Aber Du hast recht, es ist eine andere Geschichte.

      Gruß Heiko

  15. Hallo Heiko, es hat Spaß gemacht deinen Artikel zu lesen, du hast dir sehr viele Gedanken gemacht, das finde ich klasse.

    Ein Problem das du angesprochen hast, nämlich dass Agenturen sich ihre Blog-Partner noch gründlicher aussuchen sollten, sehe darin verankert, dass sie den Blog teilweise nicht als Kommunikationskanal sehen, sondern als Webseite um Links zu generieren. Für sie ist das Teil ihrer SEO, nicht Teil ihrer PR/Blogger Relations.

    Ich sehe v.a. Agenturen in der Schuld ihre grundlegende Herangehensweise zu überdenken. Im Vordergrund steht doch die Aufklärung ihrer Kunden, denn letztendlich kann nur das Unternehmen selbst authentisch kommunizieren und nicht die Agentur. Es geht um Wahrnehmung, Image und eben BEZIEHUNGEN und da gehören eben immer zwei Seiten dazu. Agenturen vernachlässigen mir noch zu oft die andere Seite…

    Ich hoffe Mikes Blogparade bringt das Thema richtig ins Rollen. Meinen Beitrag hab ich ja auch schon geschrieben 😉

    PS: Ich finds ok, dass Blogger für Berichte Produkte gestellt bekommen, solang sie im Sinne ihrer Leser wirklich eine ehrliche Meinung abgeben und keine Produktwerbung machen.

    • Hallo Robert,
      meist sind es die reinen Online-Agenturen für die es nur um Links geht. Ich denke das Thema ist am Rollen und viele Blogs berichten darüber. Mal schauen ob es nachhaltig was bringt und auch bei den jeweilig relevanten Adressen landet.

      Gruß Heiko

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