Der Läufer und seine Verdauung

Der Läufer und seine Verdauung

So liebe Leute, heute möchte ich über ein Thema schreiben, welches die meisten sicher lieber verschweigen. Aber manchmal muss man dem Übel in die Augen schauen. Überall zappelnde Sportler, alle nervös. Lange Schlangen an chronisch viel zu wenigen Toiletten sind das übliche Bild auf Laufveranstaltungen. Vor dem Start ist der beliebteste Treffpunkt die Toilette, und ich kann Euch aus jahrelanger Erfahrung sagen: Das ist kein Zuckerschlecken. Das ist ein Kampf ums Überleben! Wer hier dabei ist und um den Thron der Notdurft kämpft, muss schon sehr hart im Nehmen sein.

Aber der Reihe nach. Da werden viele Bücher geschrieben über die Ernährung von und für Sportler. Es werden Regeln aufgestellt und Tipps gegeben, wie dieses und jenes vermieden werden kann, um die Verdauung kurz vor und während des Sports im Zaum zu halten. Aber trotzdem bleibt eines bestehen: Läufer, die während des Laufens in den Busch müssen oder vor dem Start die Sitzung ihres Lebens halten wollen. Und keine Angst, egal ob Freizeit oder Profiathlet, es kann jeden erwischen. Einige haben es sogar in die Live-Berichterstattung des Fernsehens gebracht. Insider wissen sicherlich, wen und was ich meine.

Der Kampf um die besten Plätze

Da ist man Tag ein Tag aus im Laufschritt durch den Wald unterwegs, kommt an Gegenden vorbei, wo sich angeblich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Mehrere Tage gibt auf der gesamten Laufstrecke im Wald keine einzige Menschenseele. Nur wenn es im Darm grummelt, scheint es ein Weckruf zu sein. Auf einmal ist der gesamte Wald bevölkert, überall Menschen. Hundehalter sind der Meinung, sie müssten genau jetzt und hier ihren Hund erziehen, Jäger müssen ihren Hochstand begutachten, Spaziergänger wollen endlich die Freiheit im Wald genießen, und Pilzsucher drehen jeden Grashalm um für einen Pilz. Und der arme Läufer, dessen Darm kurz vor der Explosion steht, findet keinen ruhigen Busch für seine Notdurft. So bleibt eines schon einmal ganz klar zu betonen und darf auf den Merkzettel geschrieben werden: Der Darm meldet sich immer dann, wenn es unpassend ist (Murphys Gesetz). Und kurz bevor die Laufhose die Farbe wechselt, hat man dann endlich ein Örtchen gefunden, um in Ruhe sein Geschäft zu erledigen. Hose runter und Feuer frei, genau dann raschelt es 20 Meter hinter dir im Gebüsch, und eine Frauenstimme ruft beglückt: Bernd komm mal schnell her, ich habe einen Pilz gefunden. Ist der essbar? Na, kommt Euch die Situation ein wenig bekannt vor?

Oder der Klassiker: Immer sind in der Laufhose zwei, drei Taschentücher verstaut. Ok, meistens. Nur wenn man sie dann mal wirklich braucht, liegen sie zu Hause, schön ordentlich gefaltet auf dem Flurschrank und warten auf ihren Einsatz. Aber Großvater hat schon immer gesagt: Papier ist Luxus, nimm Blätter vom Baum, die machen es auch. Guter Tipp in Laubwäldern, schlecht für alles andere. Naja, Einzelheiten erspare ich jetzt der Leserschaft.

Laufveranstaltungen ohne Warteschlangen vor den Toiletten gibt es ganz selten, und wenn keine Warteschlange vorhanden ist, dann kann es nur drei Gründe geben. Erstens, Du hast den Start verpasst, und alle sind schon auf der Strecke. Zweitens, es ist überhaupt keine Toilette vorhanden. Oder drittens, das Teil ist so zugesaut, dass auch der wirklich härteste Krieger die Segel streicht. Aber da muss wirklich schon viel passieren, denn wer einmal in den Genuss der Gerüche in einer Läufertoilette kam, weiß was ich meine. Manchmal wäre es nicht verkehrt, wenn eine Gasmaske zur normalen Laufausrüstung gehören würde. Wäre vielleicht mal eine Geschäftsidee, wer möchte darf diese gern aufgreifen. Eine Toilettenmaske für Läufer.

Aber auch beim Toilettengang gibt es wunderbar kameradschaftliche Abläufe. Endlich hat man sich einen Platz auf der Toilette erkämpft, und natürlich ist man schon voll bei der Sache, da stellt man fest: Oh Mist, kein Papier. Also mal beim Nachbarn angeklopft und nachgefragt, ob er noch Papier hat. Und schon wird dieses munter von Toilettenbuchte zu Toilettenbuchte gereicht.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass die Verdauung eines Läufers schon ganz gut funktioniert, aber eben auch mal in Augenblicken, wo sie wirklich die Arbeit einstellen könnte.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Super, dass du das „Tabuthema“ so offen ansprichst. Ich wollte selbst einen Bericht über mein „Erlebnis“ letzte Woche verfassen, als mein Darm jeden Schritt mit einem schmerzenden drücken erwiderte. Aber was macht man nun in einem 100% Nadelwald, wenn man keine Taschentücher dabei hat???

    Ich erspare dir, was ich gemacht habe und bin dementsprechend offen für jegliche Vorschläge… 😉

    Sport frei!
    Thomas

  2. Zum Glück hatte ich noch nie wirklich derartige Probleme und ich hoffe das bleibt in Zukunft auch so 🙂 Aber ich habe mich köstlich beim Lesen amüsiert 🙂

  3. Ich finde es gut, dass du dieses Thema angesprochen hast. 🙂 Vor bestimmten Läufen bin ich auch ein Dauergast auf den Toiletten, während dann beim Lauf selber der Darm ruhig bleibt. Aber bei einigen Trainingsläufen ist mir dies auch schon passiert und ich musste den Lauf abbrechen, um ruhigen Schrittes nach Hause zu gehen…. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass sowas auch Profiathleten passiert. 😉

  4. Ja, und was kann ich dagegen tun? Ich hab das Problem oft und muss gelegentlich einen Trainingslauf abbrechen. Ist mir zum Glück noch nie bei nem Wettkampf passiert.
    Ich überlege, meinen Körper auf Glaubersalz zu trainieren.

    • Einfach testen was ernährungstechnisch gut von Deinem Körper verarbeitet wird und was im Sport nicht so gut ist. Hier muss eventuell auch ein wenig probiert werden

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