Ein ganz normaler Volkslauf

Ein ganz normaler Volkslauf
Sportlich gekleidete Personen versammeln sich vor einem Banner mit der Aufschrift „Start“, die Unruhe der Masse ist regelrecht zu spüren. Ein Mann mittleren Alters versichert sich zum sechsten Mal, ob seine Laufschuhe wirklich richtig sitzen, eine Frau dehnt noch einmal die Beinmuskulatur. Über Sinn oder Unsinn dieser oder jener Aktion sollte man sich in diesem Augenblick keinen Kopf machen. Denn jeder Sportler bereitet sich auf seinen Wettkampf oder Volkslauf anders vor, aber eine gewisse positive Aufregung können die meisten Läufer nicht verbergen.

Durch ein Mikrofon ertönt die Stimme des Veranstalters, der alle Läufer freundlich begrüßt und noch einige Hinweise zur Strecke gibt. Dann wird das Wort an den Bürgermeister übergeben und genau in diesem Augenblick beginnt das Mikrofon zu knacken und nichts ist mehr zu verstehen. Unter den Läufern entsteht schnell eine größere Unruhe und von hier und da ertönen Stimmen: Wir wollen los, wann wird endlich gestartet…. Irgendwann ist der Bürgermeister mit seinen Worten, die nur die Menschen in der ersten Reihe verstanden haben, vorbei und alle klatschen. Warum und wofür bleibt das Geheimnis jedes einzelnen. Dann endlich ertönt wie aus dem Nichts der Startschuss und das Läuferfeld setzt sich in Bewegung.

Das Starterfeld von Läufern hat schon eine sehr seltsame Zusammensetzung, gerade wenn auch Walker und Wanderer an den Start gehen. In der ersten Reihe stehen meist Kinder und langsame Läufer, zwischendrin haben sich die schnellen Hirsche noch einen Platz ergattert und in der Mitte stehen die Walker. Mit Logik hat das nicht sehr viel zu tun, ist aber leider auch nicht zu ändern und so wird auf den ersten Metern fröhlich geflucht oder einfach nur die Atmosphäre genossen. Schnell bildet sich eine lange Schlange, die „Hirsche“ übernehmen die Führung, die „Überschätzer“ haben nach 200 Meter Sprint schon das Todesurteil für die restlichen 9,8 Kilometer unterschrieben, die „alten Hasen“ nehmen ihr normales Tempo auf und rollen das Feld von hinten auf.

Schneller, schneller…

An der Strecke stehen Freunde und Bekannte und rufen ihren Liebsten die besten Wünsche und Ratschläge zu. Einer der Top- Ratschläge ist immer wieder: Schneller, schneller… Die liebste Ehefrau, welche jedes Wochenende dem Gatten zum Volkslauf folgt, begreift immer noch nicht, warum ihr Mann das durch-die-Gegend-Gelaufe so toll findet. Ein Mutter brüllt ihren Sohn viel Glück hinterher und ist total stolz, weil er wieder im Führungsfeld mitläuft. Passanten stehen teilweise interessiert oder aber auch teilnahmslos am Wegesrand. Autofahrer beißen ins Lenkrad und verfluchen diese „bekloppten“ Läufer, weil einmal im Jahr die Straße für 3 Minuten gesperrt ist. Ein Hundehalter kann seinen Hund kaum noch halten, weil dieser zu gern mit auf die Strecke gehen würde und etwas für Unruhe im Läuferfeld sorgen könnte. Eine Mann brubbelt in sein Bart: Früher konnte ich das auch, jetzt bin ich aber zu alt und setzt seinen Gang zum allwöchentlich sich wiederholenden Frühschoppen fort. Ein Ehepaar steht am Rand und weiß auch nicht so recht, was sie vom Treiben halten sollen. Der Mann ergreift das Wort: „Man sind die alle dünn“, darauf die Frau: „Deiner fetten Plautze könnte etwas Bewegung auch nicht schaden…“, worauf der Mann nur trocken mit: „Ich bin ein Mann und kein Krüppel“ reagiert und:“ außerdem könnte Dein fetter Arsch auch etwas Bewegung verkraften“.

Den Läufern gehen derweil ganz andere Dinge durch den Kopf. Die Ersten fragen sich nach einem Kilometer schon, wie sie die restlichen Neun überleben sollen. Die Spitzenläufer taktieren und hoffen auf einen Einbruch des anderen Läufers. Viele Läufer genießen aber einfach nur die Natur links und rechts und das Laufen in der Gemeinschaft mit anderen Sportfreunden. Teilweise werden einige Worte gewechselt; es wird gelacht und im Läuferfeld werden Bekannte begrüßt, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.

Als der erste Läufer das Ziel erreicht ist für das hintere Läuferfeld noch nicht einmal die Hälfte der Laufstrecke geschafft. Vorn wird gejubelt oder geschimpft über die erreichte Platzierung und es wird schon wieder diskutiert über das Warum und Wieso. Andere denken immer mehr über ein Aufgeben nach, aber die breite Masse genießt und freut sich schon auf ein nächstes Mal, wenn es wieder heißt – Volkslauf.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das war heute meine Frühstückslektüre. Sehr schön geschrieben.

    Ja, das liebe Herumgelaufe. Manche Frauen verstehen das nie. Meine Physiotherapeutin momentan zum Beispiel. Zum Glück nur eine Vertretung…

    • Hallo Nadin,
      vielen Dank für die Blumen 🙂

      Aber die Anzahl der laufenden Frauen wird immer größer. Und die Nichtversteher wird es wohl auch immer geben, egal ob Männer oder Frauen 🙂

  2. Ein herrlicher Bericht, musste sehr viel schmunzeln… 😉 Ich selbst reihe mich gern weit hinten ein bevor ich von den schnelleren Läufern umgerannt werde, was zum Glück noch nicht passierte… 😀

    • Hallo Daniela,
      wenn man nicht ganz so schnell unterwegs ist ist es eigentlich auch logisch sich weiter hinten einzureihen 🙂 Aber die Realität sieht oft anders aus.

  3. #ilike
    Wenn man eine allgemeingültige Beschreibung eines Volkslaufes abgeben wollte, dann könnte man es wohl kaum besser beschreiben.
    Klasse, war ein Vergnügen zu lesen!

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