Laufabenteuer der etwas anderen Art

Ein Laufabenteuer der besonderen ArtEine kleines, vielleicht (un)wahres Laufabenteuer. Mal gibt es Tage, da läuft es im Training richtig gut, und dann klappt es wiederum nicht ganz so toll. Deshalb mal ein kleinen Eindruck in ein Laufabenteuer der besonderen Art. Alle Laufeinsteiger und Menschen, die unbedingt mit dem Laufen beginnen wollen, müssen jetzt sehr, sehr tapfer sein oder lesen gar nicht erst weiter. Denn vieles kann man auf einer kleinen Laufrunde erleben, man muss es aber nicht. Und tatsächlich kann jeder Lauf zu einem wahren Laufabenteuer werden.

Ein Laufabenteuer wird gestartet

Irgendwie verspüre ich heute keine Lust auf einen 10-Kilometer-Lauf, aber mein Gewissen ist stärker und treibt mich widerwillig in die Laufschuhe und vor die Haustür. Ein kalter Wind bläst mir ins Gesicht und sorgt endgültig dafür, dass der Lustfaktor auf unter Null sinkt. Aber mein Pflichtbewusstsein sagt: Du musst laufen und Kilometer einsammeln. Also geht es widerwillig auf die Laufstrecke. Warum mache ich das überhaupt? Es könnte so schön auf der Couch sein, aber nein, ich Volltrottel muss laufen.

Der erste Laufkilometer
Endlich ist 1 Kilometer geschafft. Die Muskulatur schmerzt, und die Knochen fühlen sich um Jahre gealtert an. Mein Gesicht ähnelt einer zusammengeballten Faust, und der ganze Läufer strahlt Frust, aber keine Lust aus. Der Lauf kotzt mich nur an, und der Gedanke an die restlichen 9 Kilometer sind ein Grauen, aber das Gewissen lässt keinen Abbruch zu. Ich will nicht mehr, und wenn mich jemand ansprechen würde, dann würde ich ganz laut schreien und ihm schlimme Schimpfworte an der Kopf werfen.

Der zweite Laufkilometer
Ein unangenehmes, glitschiges Schmatzen unter meinem linken Laufschuh holt mich zurück aus meinen Frustrationsgedanken, um diese ruckartig in ungezügelte Wut umzuwandeln. Ein riesiger Haufen Hundekot war das Objekt der Begierde für meinen Laufschuh, und nun schleppe ich gefühlte 10 Kilogramm mehr am linken Bein mit mir rum. Und die eklige Masse lässt sich nur sehr schwerfällig vom Schuh entfernen. Was für ein Tag! Scheiße am Schuh soll ja Glück bringen, nur wo ist bitteschön mein Glück?

Der dritte Laufkilometer
Eine Horde Jugendlicher mit Bier und Zigaretten geben mir sehr deutlich zu verstehen, dass ich ein Hornochse bin, und dass wir Läufer nicht alle Tassen im Schrank haben. Ich glaube, das ist heute wirklich mein Glückstag. Vielleicht haben sie ja auch recht, aber das muss ich denen ja nicht sagen.

Der vierte Laufkilometer
Hat nicht gerade was hinter mir geklappert? Ach, das war bestimmt nur Einbildung. Und außerdem, langsam läuft es wieder, und die erste Freude durchzieht den gesamten Körper. War vielleicht doch nicht so eine schlechte Idee mit dem Laufen. Der Frust der letzten 3 Kilometer ist fast vergessen, und ich bin fast soweit, mich auf mein weiteres Laufabenteuer zu freuen. Sogar der Scheißhaufen am Laufschuh hat nur noch die Hälfte des Gewichtes von vor einigen Minuten. Ich sehe es positiv: Kräftigung für die Beinmuskulatur mit einem Zusatzgewicht.

Der fünfte Laufkilometer
Aber die Freude bleibt nicht lange erhalten. Was ist denn jetzt mit meinem Magen los? Ich habe doch heut nichts Unpassendes gegessen. Warum gerade jetzt und hier der dringende Wunsch nach einem Gebüsch? Nein, das darf nicht wahr sein. Warum müssen die Pilzsucher gerade hier nach Pilzen suchen? Der Wald ist doch groß genug. Ich könnte nur noch heulen… Und warum liegen die Papiertaschentücher noch zu Hause auf dem Tisch und stecken nicht in der Laufhose? Erst Scheiße am Schuh und dann in der…, ach ich will es überhaupt nicht aussprechen. Laufabenteuer dieser Art muss ich nicht haben, und ich würde gerade ein Königreich für ein ungestörtes Fleckchen Erde und ein Stück Papier geben.

Der sechste Laufkilometer
Der Magen ist wieder beruhigt, aber was knurrt denn dann…? Mehr Gedanken kann ich nicht fassen, als ein Hund der Marke „Fußabtreter“ sich an meiner Wade versucht und die Laufhose mit einigen kleinen Luftlöchern versieht. Erst Hundekot und dann ein Hundebiss. Also das volle Programm. Warum auch nicht, denn wer blöde durch die Gegend läuft, gehört bestraft. Ein Frauchen zum Hund gibt es auch, jedenfalls der Stimme aus der Ferne nach zu urteilen. Naja, der Kleine braucht ja auch genügend Auslauf. Irgendwann hat er genug Wade gekostet und verzieht sich in Richtung Stimme.

Der siebente Laufkilometer
Die Hose weist kleine Löcher auf, und jetzt fängt es in Strömen an zu regnen. Natürlich bin ich mit meiner Bekleidung darauf nicht vorbereitet, und innerhalb von wenigen Minuten bin ich bis auf die Haut durchnässt. Da stört es kaum noch, dass ein Autofahrer mit voller Wucht durch eine Pfütze rast, um mir den Rest zu geben. Ich sehe regelrecht seine Schadenfreude und den Ausspruch auf seinen Lippen: „So ein Idiot…“ Jetzt reift ein großartiger Gedanke in meinem Hirn: Ich werde nie wieder laufen. Alle Laufklamotten wandern in den Müll und überhaupt, die anderen haben recht – ich bin ein Idiot.

Der achte Laufkilometer
Seitenstechen. Warum auch nicht? Ich laufe doch langsam und diese starken Schmerzen, was soll ich bloß machen? Einige Meter gehen oder Zähne zusammen und weiter. Langsam wird es auch dunkel. In den schlauen Laufbüchern gibt es so viele oberschlaue Tipps. Leider wirkt nicht einer davon. Also getreu dem Motto eines älteren Läufers: Schmerz ignorieren und weiterlaufen. Und schwupp ist das Stechen verschwunden.

Der neunte Laufkilometer
Wie durch ein Wunder stellt sich endlich ein weiteres Glücksgefühl ein. Das Ziel ist ganz nah, alle Kraft zusammen genommen nur noch einen Kilometer. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch noch schaffe. Dafür erhöhe ich sogar noch einmal mein Tempo, und ein leichtes Stechen im Knie wird übermütigerweise nicht beachtet. Bald ist alles vorbei, ein Laufabenteuer, welches ich in dieser Form so schnell nicht vergessen werde.

Ziel und Ende der kleinen Laufgeschichte
Das Laufabenteuer ist geschafft, das Gewissen beruhigt, und ich freue mich nur noch auf die warme Wanne und auf den gemütlichen Sessel. Nur noch die Wohnungstür aufschließen, und dann hat der Horror ein Ende. Aber bitte, wo ist denn mein Schlüssel? Das darf doch nicht sein, und wie ein Blitzschlag trifft es mich: Hat es bei Kilometer 4 nicht kurz geklappert… ?


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schön 🙂 Den Hundehaufen kenne ich. Bei traumhaften Wetter mein erster Lauf an der Außenalster in Hamburg (wohne ja wo anders), alles war perfekt … bis … ja bis das Schmatzen kam … ich musste ungelogen dauernd an den Kot denken, nervig 😉

    • Hallo Mathias,
      die Sache mit den Hundehaufen kennen bestimmt alle Läufer und es nervt. Denn ein ordentlicher Haufen geht auch so schlecht vom Schuh ab 🙂

  2. Dem Hundehaufen möchte ich folgendes hinzufügen:

    Vor ca. 15 Jahren, an einem schönen, warmen Sommerabend überfiel mich nach einem anstrengenden Beamtentag das Gefühl mal schnell 10 Kilometer im Berliner Tiergarten laufen zu müssen.
    Gesagt, getan.
    Nach ca. 8 Kilometern kam ein wunderbarer kühlender Regen und ich lief gkücklich nach Hause. Vor der Haustür sprang ic h über eine Pfütze, rutsche auf der Hundescheiße aus, und das vordere Kreuzband war gerissen.
    Nach einer schnellen Operation bin ich nach 12 Wochen wieder in den Laufsport eingestiegen.

    • Hallo Jürgen,
      die Haufen können aber auch gefährlich sein, wie es Dein Beispiel zeigst. Hast bestimmt einen riesigen Respekt vor jedem einzelnen Hundehaufen den Du siehst 🙂

  3. Heiko,
    meine Aufmerksamkeit und das vorausschauende Laufen hat sich seit diesem Zeitpunkt geändert.
    In der Winterzeit wird nur noch mit Stirnlampe gelaufen, Pfützen weiche ich aus und auf matschigem Untergrund laufe ich nicht mehr.
    Somit habe ich mich teilweise zu einem reinen Park- und Straßenläufer entwickelt.

    • Hallo Jürgen,
      aber gerade in Großstädten sehen ja Parkwege teilweise „einladend“ aus – Haufen an Haufen. Du hast ja das vorausschauende Laufen auch schmerzlich erlernt 🙂

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