Warum einen Marathon laufen?

Warum Marathon

Warum einen Marathon laufen? Diese Frage bekomme ich als Läufer immer mal wieder gestellt. Gründe gibt es viele, die dafür sprechen. Aber wer nach Gegenargumenten sucht, wird natürlich auch schnell fündig. Letztendlich kommt es auf die Einstellung und Sichtweise der Menschen an. Wer lieber seine Abende mit Chips und Cola vor dem Fernseher verbringt und morgens die 50 Meter zum Bäcker mit dem Auto fährt, der kann im Regelfall nicht verstehen, warum Menschen sich einen Marathon antun oder überhaupt laufen. Was übrigens umgekehrt auch der Fall ist. Ich als Läufer kann nicht verstehen, warum Menschen ihr Leben mit übermäßigem Essen und TV-Konsum verbringen.

Warum Marathon?

Schon seit ich als Kind von der Faszination des Laufens angesteckt wurde, kreiste ein Gedanke immer in meinem Kopf: Irgendwann läufst Du mal einen Marathon. Damals Ende der 1970er Jahre, Anfang 1980, war Marathon noch nicht so populär wie in der heutigen Zeit. Irgendwie hatten alle Läufer einen Knall; jedenfalls war das mein Eindruck, wenn ich meine Außenwelt und deren Reaktionen betrachtete. Ich hatte aber gern einen Knall und lief sehr viele Laufveranstaltungen mit, egal ob Crossläufe, auf der Bahn oder auf der Straße. Von Jahr zu Jahr wurden die Strecken länger. Alles, was im Bereich 10 Kilometer und darüber lag, übte eine riesige Faszination aus. Dazu kam, dass ich vom Olympiasieger von 1980 Miruts Yifter mehr als beeindruckt und begeistert war. Einmal so schnell über 10 km sein wie er. Die Zeit verging, der Wunsch nach langen Strecken blieb und die Intoleranz der Außenwelt auch.

Irgendwann viele Jahre später war es dann endlich so weit, ich lief Marathon. Mein Traum von der langen Strecke war Wirklichkeit geworden. Warum gerade Marathon? Ich wollte erreichen, was für andere Menschen unerreichbar erscheint/erschien. Ich wollte meinen Körper an Grenzen führen und eine Strecke bewältigen, die unvorstellbar scheint. Dazu bin ich tatsächlich der Meinung, dass Menschen, die einen Marathon und längere Strecken laufen, schwierige Situationen im Leben besser meistern. Es war und ist ein tolles Gefühl, eine bestimmte Strecke im Laufschritt zu bewältigen. Mittlerweile ist es egal, wie lang die Strecke ist; Hauptsache ich kann mich in der Natur bewegen. Jeder Lauf ist ein einzigartiges Erlebnis, da spielt es keine Rolle ob 2 km oder mehr.

Warum einen Marathon laufen

Unterschiedliche Gründe für den Marathon

Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe, warum er dieses oder jenes macht. Meinen Grund habe ich oben erwähnt. Nicht wenige Menschen tasten sich langsam an einen Marathon ran. Es gibt genug Geschichten mit dem Wortlaut: „Vom Nichtsportler zum Marathonläufer.“ Die Gründe der Menschen sind breit gefächert. Dies kann sein, weil man mit dem eigenen Leben nicht mehr zufrieden war und endlich mal etwas Großes erreichen möchte. Oder einfach schauen, was man aus dem eigenen Körper herausholen kann. Auch spielt es bei einigen bestimmt eine große Rolle, der Außenwelt  und natürlich auch sich selbst zu beweisen, dass es geht.

Und so bleibt für mich die Erkenntnis: „Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage.“

Im Endeffekt muss jeder für sich die Entscheidung nach dem Warum treffen. Warum seid Ihr den ersten Marathon gelaufen? Oder, warum wollt Ihr einen Marathon laufen? Ich bin auf die einzelnen Kommentare gespannt.

Viele gute Gründe, (k)einen Marathon zu laufen

Jeder Mensch hat seine eigene Interpretation. Ich möchte die Sache mal etwas genauer – mit einem Schmunzeln – unter die Lupe nehmen und einige Gründe aufzählen, die Menschen begeistern oder auch abschrecken können, möglicherweise aus Furcht vor den 42,195 Kilometern oder einfach nur aus Respekt vor der Distanz. Respekt ist meines Erachtens der erste Schritt zum Erfolg.

  • Ihr habt 42,195 Kilometer Zeit, den eigenen Schweinehund zu bekämpfen.
  • Der Marathon zeigt Euch, was Euer Geist und Euer Köper in der Lage ist zu leisten, wenn Ihr es auch wirklich wollt.
  • Marathonläufer/innen sehen einfach sexy aus und haben viel Charme (oder ist hier jemand anderer Meinung?)
  • Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit leckeren Speisen, wie Bananen und Riegeln, an den Verpflegungsstellen vollzustopfen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
  • Ihr habt genügend Zeit darüber nachzudenken, was für einen Schwachsinn Ihr gerade verzapft, und im Inneren besteht die Möglichkeit, ein für alle Male zu schwören, einmal und nie, nie wieder… (meist ist dieser Wunsch nach 1-2 Tagen aber spurlos verschwunden, und es wird für den nächsten Marathon gemeldet)
  • Es besteht die Möglichkeit, mit anderen Läufern 42,195 Kilometer lang zu reden. So manche Lebensgeschichte plus Familienhistorie wurden schon auf einem Marathon ausgetauscht. Aber nicht jeder mag den Talk auf der Strecke, oder es fehlt einfach die Kraft dazu.
  • Es besteht die einmalige Möglichkeit, dem Mann mit dem Hammer zu begegnen. Solltet Ihr ihn nicht treffen, dann unbedingt für den nächsten Marathon weniger trainieren und alle Verpflegungsstellen auslassen. Ich verspreche Euch, das Treffen bleibt unvergesslich, daran denkt Ihr noch in einigen Jahren. Aber wer die Begegnung überstanden hat, muss nichts mehr fürchten.
  • Bei den Stadtmarathons gehört die Straße Euch und den anderen Läuferinnen und Läufern. Wo sonst Autos ihre Kräfte messen und Fußgänger kaum Chancen haben, seid Ihr der König/Königin des Asphalts. Ein erhabenes Gefühl, wenn Autofahrer ins Lenkrad beißen und an einer Absperrung den „verrückten“ Marathonis die Straße überlassen müssen.
  • Der Partner/die Partnerin platzt vor Stolz auf Euch oder erklärt Euch endgültig für verrückt.
  • Ihr habt am Tag nach dem Marathon gute Gründe, den Arbeitskollegen zu erklären, warum Ihr statt der Treppe in die erste Etage den Fahrstuhl benutzt.
  • Wer das Ziel erreicht, darf auf sich stolz sein, denn Ihr habt was Großes geschafft, egal, ob es der erste oder hundertste Marathon ist. Kein Lauf ist wie der andere.

Sicherlich ist diese Liste erweiterbar. Wer Anregungen dazu hat, ist aufgerufen, sich gern zu beteiligen.


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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob es tatsächlich einen Grund dafür gibt und wenn ja, dann erklärt er eben doch nicht schlüssig, warum man einen Marathon laufen soll. Schon gar nicht gegenüber den Kopfschüttlern.
    Ich habe mir nach 5, 10 und 21 Kilometern immer gesagt, dass es sicher auch noch weiter geht und bin schließlich bei 42 km angekommen. Einfach so.

    Aber Fernsehen und Essen bis zum Abwinken kann ich auch. Einfach so.

    • Hallo Simon,
      ist ja nicht schlimm wenn Du es einfach so kannst. Und ich hatte jetzt auch nicht vor schlüssig das Warum zu erklären. Es gibt viele Gründe die für einen Marathon sprechen und sicherlich auch viele die dagegen sprechen. Letztendlich muss es jeder für sich entscheiden was er macht.

  2. Eine Laufkollegin und ich (beide in Vorbereitung auf einen Marathon) haben festgestellt, dass wir eh alle amtlich einen an der Waffel haben!

    Ich stehe 5 Wochen vor meinem „ersten Mal“ und freue mich tierisch auf das Event in Dresden. Warum mache ich das? Ich glaube ich will mir was beweisen … was genau das ist, weiß ich aber noch nicht 8) ich melde mich dann nochmal, wenn ich (hoffentlich) im Ziel bin und vollkommen im Eimer.

    • Hallo Mathias,
      ich wünsche Euch viel Erfolg und bin schon auf den Nachbericht vom Dresden-Marathon gespannt. Und haben wir nicht alle irgendwie einen an der Waffel 🙂

  3. Seitdem ich laufe – und das ist ja nun wirklich nicht lange – werde ich eigentlich regelmässig einmal im Monat gefragt, wann ich denn meinen ersten Marathon laufe. Das hat mich persönlich sehr überrascht, wenn ich etwas zurückdenke hatte ich vor dem Laufstart auch keinen Bezug zur Marathondistanz.

    Einige Leute fragen mich sogar, wann ich den Marathon laufe um dann gleich die Frage nach der Distanz nachzuschieben. Die sind dann wiederum relativ überrascht, dass 42195 Meter zu LAUFEN wären, am Stück natürlich. Naja … so gesehen bin ich in meinem Umfeld nicht mal als Irrer abgestempelt.

    Meinen ersten Marathon 2014 laufe ich übrigens, weil ich mir nach reichlicher Überlegung das ganze selbst zutraue und dieses Gefühl, dass ich dabei hatte auch schon bei anderen schwierigen Dingen funktioniert hat. Mal sehen wie es dann ausgeht 😉

    Ein Pro-Grund, den meine Familie übrigens sehr begrüßt ist, die Reise in eine andere Stadt – und das fast ganz ohne Urlaub 😉

    • Hallo Daniel,
      tatsächlich kann man durch verschiedenste Laufveranstaltungen neue Orte entdecken und es gleich mit einem netten Ausflug mit der Familie verbinden. Aber ehrlich, ein Marathon ist nicht unbedingt notwendig. Die Frage nach dem Marathon kommt auch oft von Leuten die selbst mit dem Laufen nichts am Hut haben. Und tatsächlich, es gibt nicht wenige die kennen zwar die Bezeichnung Marathon aber nicht die wirkliche Distanz.

  4. Die meisten Kopfschüttler und Stauner bedenken nicht, dass man sehr lange und zielstrebig für einen Marathon trainieren muss. Wer 42 km ohne große Vorbereitung – gar als bisheriger Nichtläufer – läuft, hat tatsächlich „einen an der Waffel“, aber wer sich über Jahre über die Unterdistanzen an einen Marathon heranarbeitet, weiß sehr wohl, was er da tut. Der Respekt – wenn es ihn denn gegenüber Marathonläufern gibt – sollte also mehr der Zielstrebigkeit und langen Vorbereitung gelten, als der Ehrfurcht vor der Distanz. Insofern stimmt übrigens, was du sagst: Wer zu solcher langfristigen Befolgung von Trainingsplänen in der Lage ist, zieht auch im Alltag daraus Vorteile.

    • Hallo Andreas,
      eine lange Vorbereitung und ein hinarbeiten auf den Marathon ist wünschenswert. Aber es gibt nun auch viele andere Beispiele. Vom Nichtläufer zum Marathonläufer in einem halben Jahr usw. Ich bin da auch eher skeptisch. Wer aber lange am Ball bleibt und sich wirklich über Jahre entwickelt, kann auf alle Fälle im Alltag von der Ausdauer und Disziplin profitieren.

  5. 🙂 Find ich wirklich spannend, dass wir beide zur gleichen Zeit das gleiche Thema aufgegriffen haben (habe nicht abgekupfert – ehrlich!)

    Marathon ist für mich eine Lebenseinstellung… diese Disziplin schult so viel, nicht nur den Körper! Und er hat etwas Mystisches an sich… mit all seiner Geschichte, mit seinen Dramen, seinen Gesichtern. Ich kann nur jedem empfehlen – gleich ob laufend, oder zuschauend – sich näher mit dem Mythos Marathon auseinander zu setzen…

    Aber es sind natürlich auch die netten Nebenerscheinungen – wie von dir aufgezählt! Ach, wie schmeckt doch das Stück Schokokuchen gut 😉

    GENIESSE!
    herzliche Läufergrüße
    Running Zuschi

    • Hallo Running Zuschi,

      und wenn es abgekupfert wäre, auch egal. Zu der Thematik könnte noch viel mehr geschrieben werden. Der Marathon ist und bleibt schon was besonderes. Und ich denke einen gewissen Respekt sollte man davor auch nie verlieren. Und ich finde es auch als Zuschauer immer wieder spannend zu sehen was Menschen auf dieser Distanz leisten können. Dann schauen wir mal was der Herbst da so bringt…

      Läuferische Grüße

      Heiko

  6. Danke für die genannten Gründen! Auch wenn der Artikel schon etwas älter ist, ist das Thema immer wieder aktuell für mich. Schon öfters bin ich gefragt worden, warum ich mir das antue und wie immer ist mir in diesen Augenblicken kein schlagfertiger Grund eingefallen…

    Grüße
    Mathias

    • Gern doch. Er eigentlich muss man auch nicht alle Dinge die man macht erklären 🙂 Wer einen Marathon läuft soll es einfach machen und fertig 🙂

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