Weniger ist mehr… oder ein angenehmeres Leben durch weniger Konsum

Weniger ist mehr

Durch Zufall bin ich 2013 auf die Blogparade „Weniger ist mehr“ von Bettina Schöbitz und Petra Schuseil gestoßen. Ein wie ich finde sehr interessantes Thema. Denn eines steht doch fest, viele Menschen leben hier in Deutschland im Überfluss, auch wenn es die Wenigsten wirklich zugeben möchten oder merken. Damit meine ich nicht nur die vollen Einkaufskörbe, die man täglich im Supermarkt „bewundern“ kann. Ich meine vielmehr den gesamten Konsum, die persönlichen Einstellungen und den selbst aufgelegten Stress, den sich viele Menschen machen. Passt die Thematik überhaupt auf eine Lauf-Website?

Meine klare Antwort bedeutet: Ja. Denn „Weniger ist mehr“ sollte uns alle etwas angehen. Ich möchte jetzt mal einige Fragen aus der Blogparade für mich beantworten.

Weniger ist mehr: Meine ersten Gedanken

Wirklich Gedanken zum „Weniger ist mehr“ habe ich mir schon vor mehr als 20 Jahren gemacht. Damals war ich Anfang 20 und wollte irgendwie die Welt verändern. Meine Rebellion drückte ich in meinem Aussehen als Punk und mit Veränderungen in meinem Lebensstil aus. Dazu gehörten der konsequente Verzicht auf Fleisch und das Leben als Veganer und später Vegetarier (der ich bis zum heutigen Tage bin). Ich wollte und konnte den respektlosen Umgang mit Tieren nicht mehr akzeptieren. Mir war und ist die Massenzucht ein Dorn im Auge, und ich kann bis zum heutigen Tag den industriellen Umgang mit Tieren nicht nachvollziehen. Enge Räume, künstliches Hochziehen und Abschlachten im Akkord. Die Menschen in den Supermärkten bekommen von dem allem nichts mit. Fein aufbereitet und schön steril werden Fleisch und Wurst als kostengünstige Massenware angeboten. Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie viele Menschen noch Fleisch und Wurst essen würden, wenn sie sehen würden, wie die Tiere leiden bevor sie zu Fleisch und Wurst werden.

Insgesamt denke ich, dass wir uns viel mehr Gedanken in allen Bereichen des Lebens über die jeweilige Herstellung unserer Produkte machen sollten. Denn vieles wird als gegeben hingenommen und nur noch konsumiert. Immer schneller dreht sich das Rad der Wirtschaft. Dinge, die heute noch aktuell sind, landen morgen schon auf dem Müll. Kleidungsstücke halten manchmal nicht länger als ein Jahr, dann ab in die Tonne. Die Berge an Wohlstandsmüll wachsen täglich und wir alle sind daran aktiv beteiligt. Nun habe ich schon oft den Spruch gehört: Warum soll ich mich um die Umwelt kümmern, die anderen interessiert es auch nicht. Und ehrlich, manchmal kann ich diese Aussage sogar verstehen. Aber im nächsten Augenblick sage ich mir, ich bin für das verantwortlich, was ich selbst bewirke. Wenn Verbesserungen von meiner Seite auch nur im Kleinen möglich sind, dennoch sind es Verbesserungen, die das Leben ein Stück lebenswerter machen. Also liegt es an jedem von uns dafür zu sorgen, das Leben etwas schöner und glücklicher zu gestalten.

Zum „Weniger ist mehr“ gehört in meinen Augen auch die persönliche Lebenseinstellung. Viele Menschen leiden an Stress. Noch schlimmer, es gilt schon als schick, wenn man Stress hat und immer hektisch unterwegs ist. Ich als Kleinstadt-Mensch bekomme einen Kulturschock, wenn ich in größeren Städten unterwegs bin. Überall hektische Menschen, die sich durch die Großstadt wühlen, scheinbar abgeschottet in einer eigenen Welt. Fast jeder bewaffnet sich mit einem Handy oder ähnlichem mobilen Gerät, kein Blick mehr für Mitmenschen und immer weniger persönliche Kommunikation. Jeder für sich, immer mehr, immer schneller… ein Lebensumstand der isoliert und mich gedanklich krank macht.

Was genau heißt es für Sie „Weniger ist mehr“ im Kontext zukunftsfähiger Lebensstile?

Es wäre aus meiner Sicht wichtig, dass wir Menschen uns mehr um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmern: Hilfsbereitschaft, Engagement, Nachhaltigkeit, Wertschätzung, Lebensziele erreichen – back to the roots. Viele unwichtige Sachen haben eine zu hohe Wertigkeit im alltäglichen Leben. Dabei fasse ich mir sehr gern auch an die eigene Nase. Ist es wirklich notwendig, täglich mehrere Stunden in sozialen Netzwerken aktiv zu sein, den Rechner zu strapazieren und damit den Stromverbrauch in die Höhe zu treiben. Es geht soviel Lebenszeit verloren, die uns niemand mehr zurückgibt. Darüber hinaus leiden persönliche Beziehungen, Zeit für Frau, Kinder und Freunde bleiben auf der Strecke.

Müssen wir immer einen vollen Kühlschrank haben, müssen wir monatlich neue Klamotten tragen, müssen wir immer die neuesten elektronischen Geräte besitzen? Nein, wir müssen nicht. Persönlich habe ich da schon seit vielen Jahren meinen eigenen Weg gefunden und ich denke, da lebe ich schon sehr gut das „Weniger ist mehr“. Insgesamt muss sich aber unbedingt das Bewusstsein der Menschen ändern:  Wo, wie und aus welchen Rohstoffen werden die von mir verwendeten Produkte produziert? Kann ich mehr regionale Produktionen unterstützen? Nicht mehr die Masse, sondern die Klasse macht es auf dem Essenstisch. Lieber weniger verdrücken, aber dafür hochwertig und sättigend. Nicht sinnlos konsumieren, sondern genießen und den Augenblick mehr schätzen lernen.

Worauf wollen Sie verzichten um ein Zeichen zu setzen? Womit wollen Sie WENIGER klar kommen?

Persönlich und familiär ist es eine prozesshafte Entwicklung. In meiner Küche finden sich wenig elektronische Geräte und immer weniger Plastik. Gerade mal der Wasserkocher hat überlebt, aber auch nur, weil das Wasserkochen auf dem Herd mehr Strom verbraucht. Warum braucht man eine elektronische Brotmaschine, wenn es auch das Messer macht? Warum eine Mikrowelle oder einen Backautomaten, wenn man einen Ofen besitzt. Es gibt viele Dinge, auf die ich verzichten kann. Dennoch müssen wir nicht gleich wieder wie in der Steinzeit leben. Aber es gibt in fast jedem Haushalt Dinge, die monatelang nicht zum Einsatz kommen und deshalb auch nicht wirklich notwendig sind.

Ein ganz großes Thema ist der Umgang mit Plastik. Es wird immer schwieriger, ohne Plastik klar zu kommen, weil vieles nur noch in Plasteverpackungen angeboten wird. Quark zum Beispiel bekomme ich in meinem ländlichen Umfeld überhaupt nicht anders. Die Weltmeere sind voll mit Plastikmüll, und es wird immer, immer mehr. Dazu möchte ich mit noch weniger industriellen Lebensmitteln auskommen und mich noch mehr um die eigene Zubereitung kümmern. Und ein weiteres sehr wichtiges Thema für mich ist der regionale Bezug. Müssen es wirklich Südfrüchte in Massen sein, wenn man im Winter von regionalen Anbietern Äpfel bekommt? Und noch mehr von der älteren Generation lernen, denn diese besitzen noch wertvolles Wissen über Zubereitung von Naturrohstoffen und Lebensweisen aus einer Zeit, in der Überfluss ein Fremdwort war.

Was wäre ein erster Schritt, den eigenen „ökologischen Fußabdruck“ zu verringern?

Wichtige Schritte sind beim Einkauf noch genauer zu schauen, woher einzelne Produkte stammen und ob es regionale Alternativen gibt. Was kann eventuell selbst ohne großen Aufwand hergestellt werden? Und ein ganz wichtiger Aspekt für mich ist die Verwendung von weniger Plastik. Was aus eigener Erfahrung wirklich eine große Herausforderung ist, denn Alternativen zu Plasteverpackungen sind schwer zu finden. Den eigenen Stromverbrauch überdenken und schauen, wo eingespart werden kann. Jeder kann etwas tun, wenn er dies wirklich möchte. Wichtig ist, dass der erste Schritt getan wird, sei es, dass weniger Auto gefahren wird, oder dass weniger chemischen Pflegemittel verwendet werden. Aber dazu muss wirklich die eigene Einstellung stimmen. Ich denke, dass viele entweder andere Interessen als Nachhaltigkeit und Gesundheit haben oder einfach nicht reflektiert und sensibilisiert sind. Und deshalb stellt sich für mich immer wieder die Frage, wie kann ich meine Mitmenschen dazu animieren, etwas für die eigene Gesundheit, das allgemeine Wohl und unsere Umwelt zu tun.

Was haben Sie gelernt und erfahren? Was ist Ihnen begegnet? Was hat Sie berührt?

Gelernt habe ich über die Jahre, dass es ein schwieriger und langer Weg ist, andere Menschen zu sensibilisieren, wenn es um die eigene Umwelt und den Umgang untereinander geht. Dies würde aber den Rahmen der Blogparade „Weniger ist mehr“ sprengen. Mich schockt es, wenn ich die riesigen vollgepackten Einkaufskörbe in den Supermärkten sehe. Und zu oft erlebe ich dazu Menschen, die unzufrieden sind und oft genug meckern, dass sie arm sind und kaum über die Runden kommen. Ich bin da ehrlich, für mich ist dies Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau.

Was nehmen Sie sich für 2014 vor, als das „Weniger“ des Jahres?
Wie oben schon geschrieben ist für mich der Verzicht auf noch mehr Plastikprodukte ein ganz großes Thema für 2014. Und das ich mich weiter mit dem „Weniger ist mehr“ beschäftige, weil es meinem Lebensbild seit vielen Jahren entspricht.

Welche Meinung habt Ihr zu der gesamten Thematik „Weniger ist mehr.“? Lebt Ihr selbst nach dem Motto und wie sieht dies aus? Bin mal auf Eure Kommentare gespannt.


Mit individueller Online-Trainingsbetreuung zum Ziel

Online-Trainingsplanung

Diese Ziele können wir gemeinsam angehen:

  • Gewichtsreduzierung/Abnehmen
  • Verbesserung der körperlichen Fitness
  • Besseres Körpergefühl gewinnen und das eigene Wohlbefinden stärken
  • eigene Ausdauerfähigkeit erhöhen
  • Laufziele erreichen, sei es eine bestimmte Laufstrecke erstmals erfolgreich zu finishen oder eine neue Bestzeit zu laufen

Informiere Dich jetzt zur Online-Trainingsbetreuung von Laufen total >>>>>>>>>>


Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein wirklich schöner Beitrag, welcher mich gerade wieder dazu inspiriert hat, mehr auf den Plastikverbrauch zu achten. Ich bin ja im Ausland aufgewachsen und weiss daher aus erster Hand was „wirkliche Armut“ bedeutet. Aber meistens ist es ja wirklich so, dass wir uns fast immer mit denjenigen vergleichen, die mehr haben. Und umgekehrt sind wir selbst immer diejenigen, die am meisten los haben / am meisten arbeiten / am meisten gestresst sind. Dieses gesellschaftliche Phänomen zieht sich durch sämtliche Bereiche und lässt mich manchmal staunen. Ich habe schon beinahe ein schlechtes Gewissen, wenn ich sage, dass ich am Wochenende „nichts“ getan habe.

    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hi Ariana,
      vielen Dank für das Kompliment und noch schöner ist es, wenn ich Dich damit inspirieren konnte. „Plastik“ ist wirklich Gift, welches mittlerweile überall auftaucht und oft eben auch in Situationen, wo es nicht unbedingt notwendig ist. Weniger wäre da sicherlich meist mehr. Wo hast Du früher gelebt? Gemeckert wird leider immer, dabei geht es den meisten Menschen bei uns wirklich gut. Und Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du mal nichts gemacht hast 🙂

      Beste Grüße aus der Lausitz

      Heiko

  2. Ein interessantes Thema, das zum Nachdenken anregt. Du hast zahlreiche, sehr interessante Punkt angesprochen, denen ich nur zustimmen kann.

    Ich versuche immer wieder mal mit weniger zurecht zu kommen – weniger Wasser verbrauchen; alles was ich kaufe zu essen, statt es sinnlos in den Müll zu werfen, weil es zu viel war; weniger oder eigentlich nie das Auto zu nutzen; ökologisch nachhaltig einzukaufen und das betrifft alle Bereiche… Manchmal wird man dafür komisch angeschaut, aber ich versuche es einfach immer weiter und natürlich auch die Vorzüge meiner Umwelt klar zu machen.

    • Hallo Nadin,
      Danke für Deinen Kommentar. Ich denke, über das Thema könnte noch viel ausführlicher diskutiert werden, und es wäre an der Zeit, wenn noch viel mehr Menschen das eigene Tun und Handeln überdenken würden. Und wie Du schon schreibst, man kann im eigenen Leben einiges dafür tun. Weniger Wasser verbrauchen, das Auto nicht so oft nutzen und und und. Und lass die Leute komisch schauen, so lange sie schauen bist Du interessant 🙂

      Beste Grüße aus Senftenberg

      Heiko

Schreibe einen Kommentar