Wie man Kindern die Lust am Sport nimmt

Kinder Lust am Sport

Es wird geschimpft, dass viele Kinder zu dick sind und einfach keine Lust mehr haben, sich zu bewegen. Sportvereine beklagen, dass es an Kindern fehlt, die Lust auf sportliche Betätigung haben. Ein Übel für diese Angelegenheit ist schnell gefunden: die Kinder selbst natürlich. Sie sind nur noch faul, viel zu bequem und überhaupt ist die virtuelle Welt des Computers viel spannender. Ja, aber mal ehrlich, sind nicht die Erwachsenen Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen? Vielleicht sollten wir Erwachsenen, die Lehrer, Sportvereine, eben alle, die eine Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen tragen, erst einmal selbst hinterfragen, wie wir den natürlichen Bewegungsdrang unserer Kinder fördern. Ich denke, es wird zu wenig auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingegangen. Und ja, vor allem das Elternhaus spielt eine große Rolle.

Wenn viel und ungesundes Essen, Alkohol, Fernsehen, Rauchen in der jeweiligen Familie eine Rolle spielen, dann muss man sich über den Nachwuchs kaum wundern. Aber es gibt auch viele andere Punkte, die kritisch betrachtet werden sollten. Denn auch in Sportvereinen, in der Schule oder bei sportlichen Wettstreiten muss die Lust gefördert werden und nicht der Frust. Gerade der Schulsport hat eine wichtige Aufgabe, um Kinder an die Bewegung und den Spaß am Sport heranzuführen. Leider wird aber meines Erachtens in der Praxis dort viel falsch gemacht. Veraltete Trainingsmethoden und hoher Leistungsdruck führen schnell zum Frust-um nur zwei der Punkte zu nennen.

Leistungsdruck

Erwachsene können nicht ihr Leistungssystem eins zu eins bei den Kindern anwenden. Dies kann auf Dauer nur schief gehen. Auch im Laufbereich beobachte ich immer wieder Dinge, die meiner Meinung nach nicht hilfreich sind. So werden bei einigen Volksläufen die Kinder viel zu zeitig an zu lange Strecken herangeführt. Das Kinder zu schnell starten, ist fast schon normal und auch nichts Schlimmes. Aber ich finde es schade, wenn die Kleinen auf der Strecke weinen, sich den Bauch halten oder Seitenstechen haben. Da ist jegliche Motivation dahin. Und es wird sicherlich schwer, dieses Kind davon zu überzeugen, beim nächsten Mal wieder an den Start zu gehen.

Ich halte es für sinnvoller, wenn gerade die Kleinen auf kurzen Strecken volle Power machen können und vor allem nicht nur die Sieger belohnt werden. Es gibt vorbildliche Laufveranstaltungen, die für jedes Kind, welches das Ziel erreicht, eine Medaille bereithalten und diese bringen Kinderaugen fast immer zum Leuchten. Jeder ist ein Gewinner, der das Ziel erreicht. Die Kinder werden noch zeitig genug in den Sumpf von Sieg und Niederlage geschickt. Es ist schon traurig, dass überall nur die Sieger gefeiert werden. Zweite und dritte Plätze spielen keine Rolle mehr. Aber dies ist ein gesellschaftliches Problem, welches in diesem Artikel zu weit gehen würde.

Wie steht Ihr zu diesem Thema? Was könnte anders gemacht werden? Wo seht Ihr Defizite bei Sportvereinen und in der Schule? Und ab wann sollten Kinder auf längere Strecken im Laufbereich geschickt werden. Ich bin auf Eure Meinungen gespannt.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Heiko,

    ein interessantes und vor allem wichtiges Thema! Ich denke jeder der über die faule Jugend schimpft, sollte zuerst sein eigenes „Aktivprogramm“ mal genauer ansehen. Es gibt keiner besseren Motivation für ein Kind, als wenn in der Familie regelmäßig Sport betrieben wird. Wenn Mamma und/oder Papa Trainiert – auch mit den Kindern zusammen! Da fängt es schon mal an – zu Hause!

    Die Kinder machen nicht das was wir sagen, sie machen das, was wir machen 😉

    Liebe Grüße Anna

    • Hallo Anna,
      dass Kinder machen, was Eltern bzw. enge Bezugspersonen machen, stimmt. Kleine Kinder lernen von ihren Eltern. Und wenn wir täglich faul auf der Couch sitzen und uns über das Nichtstun freuen, dann werden auch unsere Kinder wenig andere Perspektiven kennen lernen. Gruß Heiko

  2. Genau – ich schließe mich voll und ganz der Meinung von Anna an, die Kinder lieben es, das zu tun, was die Eltern machen. eifern ihnen nach – auch im Sport – Vorbild sein, das gilt nicht nur für den Sport – ich habe es am eigenen Leib erleben dürfen.

    • Hallo Margitta,
      dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Wer von seinen Kindern Aktivität erwartet, sollte dies auch vorleben. Und das gilt für alle Bereiche des Lebens.

  3. wichtiges und interessantes Thema. Aus meiner Sicht ist das ein gesellschaftliches Problem. Da ist zu erst die Vorbildwirkung der Eltern, wenn der Fernseher nicht schon morgens zum Frühstück läuft und Comuterspiel wichtiger sind als an der frischen Luft unterwegs zu sein, werden Kinder auch nicht motiviert raus zu gehn.
    Wozu auch, alles was ich haben möchte kann ich online bestellen. Wenn ich dochmal vor die Tür muss, dann steht dort ein Auto oder ich nutze Bus oder Bahn.
    Wir müssen es vorleben, dann machen es unsere Kinder uns nach.

    Ein anderes Problem ist die Schule, in der Kinder vom ersten Tag an gezwungen werden 45 Minuten am Stück still zusitzen um den Lernstoff zu bewältigen, was ist im Deutsch- oder Matheunterricht sicher sinnvoll ist. Im Sportunterricht werden aber die Leistungen genauso wie im Deutsch- oder Matheunterricht bewertet. Wie will ich aber Kinder motivieren sich zu bewegen, wenn ein Bewertungssystem angewendet wird wo nicht der Spaß im Vordergrund steht sondern der Schüler der Beste ist der am schnellsten läuft und am weitesten wirft. Nicht jeder hat die körperlichen Vorraussetzungen um da „wettbewerbsfähig“ zu sein.

    • Hallo Reiner,
      ich konnte das Thema nur anschneiden, denn hier könnte wirklich viel diskutiert werden. Aber noch besser ist natürlich wenn man was verändert und als gutes Vorbild vorangeht. So hat meine Tochter jetzt schon große Lust nächstes Jahr am Elbeschwimmen teilzunehmen 🙂

      Und die Sache mit dem Schulsport ist wirklich so eine Geschichte für sich. Da könnte sicherlich einiges zum positiven verändert werden. Auch hier fehlen manchmal die Vorbilder. Ehrlich, wenn ein Sportlehrer Übergewicht hat, dann stimmt meiner Meinung nach was nicht. Die Meinung der Kinder ist schnell gefasst: „Wir sollen sinnlos Runde drehen und der/die schafft keine 100 Meter…“

  4. Hallo Heiko,

    sehr guter Einwurf. Ich bin erst durch den Linzer Marathon und mit den schlimmen Auswüchsen seitens der Veranstalter und Eltern der Kleinkinder auf Deinen Kommentar gestossen.
    Wenn schon Kleinstkinder mit Medallien und Zeitmessungen bewertet werden, dann ist doch klar, dass teilnehmende Eltern im Rudel sich so verhalten.
    Hier wird falscher Ergeiz erzeugt!
    Wozu Kinder im Stande sind, habe ich bei meinen Zwillingen bemerkt. Sie liefen mit noch nicht mal 3,5 Jahren freiwillig an der Hand Ihrer Mutter bei strömenden Regen eine Rund durch das Stadion (Bambini-Lauf 400m – ohne Zeitmessung). Das hätten sie bestimmt nicht gemacht, wenn nicht andere Kinder Ihnen das vorgemacht hätten (es waren auch ältere dabei). Das eine Kind war dann so vom Ehrgeiz gepacht, dass es sich von der Hand der Mutter löste und anfing die letzten hundert Meter zu sprinten.
    Das andere Kind hat es dann ebenso gemacht, wenn auch etwas langsamer und nicht so motiviert.
    Aber das beste passierte 3 Tage später. Ich ging mit Ihnen zusammen in den Park und da war ein großer Rundweg (auch ca. 300 bis 400 m). Das beste war, dass das eine Kind von sich aus und freiwillig zwei Runden durchgelaufen ist. Das andere Kind immerhin eine Runde.
    Wie habe ich auf einem Führungsseminar folgenden Satz verinnerlicht..Mitarbeiter sind wie Kinder..sie sind motiviert..Man muss sie als Vorgesetzter nicht motivieren, man soll nur aufpassen, dass man sie nicht demotiviert. Und da etliche Eltern sich als Führungskraft Ihrer Sprösslinge ansehen, machen sie das einfach nur falsch… leider

    Beste Grüße,
    Andreas

    • Hallo Andreas,
      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Durch den Linzer Marathon wurde die ganze Sache mehr in die Öffentlichkeit gedrückt. Aber letztendlich sind solche Dinge fast auf jeder Laufveranstaltung zu beobachten. Ich habe manchmal das Gefühl die Eltern versuchen auf Kosten der eigenen Kinder ihr Ego zu stärken. Letztendlich leben wir in einer Gesellschaft ohne Anerkennung und Menschen gieren nach Erfolg….

      Gruß Heiko

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