Wunderläuferland Kenia

Wunderläuferland Kenia - Rezension

Im Juni 2014 erfuhr ich erstmalig von der Idee, dass Jan Fitschen ein Buch von und über die Geheimnisse der „Wunderläufer“ aus Kenia plant. Nun ein Jahr später halte ich das 360 Seiten starke Werk in den Händen und noch viel besser, ich habe den Inhalt regelrecht gefressen. Damit geht schon einmal der erste Punkt an Jan Fitschen und sein Buch. Den Leser erwarten 42 kurzweilige Kapitel über die „Geheimnisse“ der erfolgreichsten Langstreckenläufer der Welt. Und dabei kaut der Autor nicht irgendwelche Sachen wieder, sondern geht dem angeblichen Wunder auf seine unkomplizierte und immer auf dem Boden gebliebene Art und Weise auf die Spur.

Wer ist eigentlich dieser Jan Fitschen? Jan ist in einem spektakulären Rennen 2006 Europameister über 10 000 Meter geworden und 2012 lief er den Marathon in 2:13:10 h. Für kenianische Verhältnisse eigentlich nicht der Rede wert, aber für einen deutschen Läufer eine beachtliche Zeit. Nun könnte ja die Gefahr gegeben sein, dass jemand buchstäblich abhebt, weil er eben den Titel des Europameisters erkämpft hat. Aber Jan ist da aus meiner Sicht auf dem Boden geblieben; ich habe ihn als sympathischen und umgänglichen Sportler ohne irgendwelche Starallüren kennengelernt. So durfte ich mit ihm 2013 ein ganzes Wochenende am Tegernsee gemeinsam mit anderen Laufbloggern verbringen. Schon damals war ich von seiner unkomplizierten Art begeistert. Und 2014 kam es im Harz zu einem zweiten Treffen, was den ersten Eindruck nur verstärkte. Umso gespannter war ich natürlich auf die Erkenntnisse aus Kenia.

Die Geheimnisse der erfolgreichsten Langstreckenläufer der Welt

Die gesamte Aufmachung des Buches ist professionell umgesetzt; dies geht bei dem farbenprächtigen Buchcover los, hin zur inhaltlichen Aufteilung und endet bei den vielen aussagekräftigen und ansprechenden Fotos von Norbert Wilhelmi. Jan Fitschen und Norbert nehmen uns auf ihre Reise nach Kenia mit und teilen – wie soll es auch anders sein – in 42 Kapiteln alle Erlebnisse und Erkenntnisse mit. Wer ein reines Fachbuch erwartet, wird sicherlich enttäuscht, wer einen reinen Erlebnisbericht erwartet, wird genauso enttäuscht. Ich wurde aber nicht enttäuscht, denn weil das Buch beides sehr gut miteinander verbindet und dabei eine gesunde Mischung aus Fachinformationen, Witz, Informationen über die Läufer und Menschen aus Kenia, aber auch kritische Punkte anschneidet.

Jan schafft es auf eine sehr anschauliche Art, die Erlebnisse und Erkenntnisse in Worte zu fassen. Als Leser habe ich mich mehr als einmal dabei erwischt, dass ich schon mit den Hufen scharre, um endlich genauso schnell wie die Kenianer zu sein. Aber leider wird es wohl bei dem Wunsch bleiben. Was mich aber begeistert ist die Einfachheit des Trainings, aus meiner Sicht wird nicht aus allem eine Wissenschaft gemacht. Gerade hier in Deutschland habe ich immer wieder die Wahrnehmung, dass aus vielen Sachen ein riesiges Geheimnis gemacht wird und dass immer wieder neue sportwissenschaftliche Erkenntnisse dazukommen. Komischerweise bleiben im Spitzenbereich dennoch die großartigen Erfolge – vor allem bei den Läufern – aus. Auch hier versucht Jan Fitschen auf seine Art eine Erklärung dafür zu finden. Und damit sind wir schon beim nächsten für mich positiven Punkt. Es werden viele Erkenntnisse und Beobachtungen zusammengetragen und trotzdem regt der Autor immer wieder zum Denken und Reflektieren an.

Oft entdecke ich in dem Buch meine eigene Philosophie über das Laufen und vielleicht fühle ich mich deshalb auch so gut dem Inhalt und Autor verbunden. Die Philosophie heißt: Macht es nicht zu kompliziert! Mache es einfach und gib alles für Deine Ziele. In meiner praktischen Arbeit als Laufcoach und Personal Trainer beobachte ich bei vielen Laufeinsteigern und ambitionierten Läufern, dass die unkomplizierte Art des Denkens fehlt. Zu oft werden Gründe gesucht, die unsere Vorhaben schon von vornherein zum Scheitern verurteilen. Die Kenianer haben Träume und setzen alles daran, um diese umzusetzen. Natürlich schaffen es auch dort nur die wenigsten zu viel Ruhm. Das Buch vermittelt aber eine Zielstrebigkeit, die ich in unseren Breitengraden vermisse.

Nun ist der Einwand bestimmt berechtigt, falls Ihr sagt: Warum soll ich „Wunderläuferland Kenia“ lesen? Weder werde ich je Weltmeister noch habe ich das großartige läuferische Talent. Die Angst kann ich Euch aber nehmen. Jan schafft es immer wieder, wertvolle Tipps und Anregungen für das eigene Training zu geben. Er regt dazu an, das individuelle Trainingseinheiten zu überdenken und vielleicht doch die eine oder andere Sache mal so zu machen wie die „Wunderläufer“ aus Kenia. Nun werden wir nicht gleich alle zu Wunderläufern, aber eine Reflexion zur Art des persönlichen Laufens und die Umsetzung der Ziele kann uns den Spaß an unserem geliebten Sport erhöhen und vielleicht auch doch die eine oder andere Minute schneller machen. Danke an Jan für das etwas andere Laufbuch, und vielen Dank an Norbert für die vielen schönen Fotos.

Zusammenfassung

Wunderläuferland Kenia

  • Titel: Wunderläuferland Kenia
  • Verlag: Unimedica Verlag
  • Autor: Jan Fitschen
  • Buch: 360 Seiten
  • ISBN-13: 978-3944125473
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Das Buch „Wunderläuferland Kenia“ wurde mir von Jan Fitschen zur Verfügung gestellt. Dennoch hat er und der Unimedica Verlag keinen inhaltlichen Einfluss auf diese Rezension.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

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