Ein langes Wochenende beim Amsterdam Marathon 2013 – Teil 3

Amsterdam Marathon 2013

Am Sonntag, dem 20.10.2013, war es dann in Amsterdam endlich soweit: Am und im Olympia Stadion wurden die verschiedenen Laufstrecken 8 Kilometer, der Halbmarathon und der Marathon gestartet. Ein großes Feld aus Freizeitsportlern machte sich bei bestem Laufwetter (vielleicht etwas zuviel Wind) auf den Weg in Amsterdams Straßen, um persönliche Bestzeiten zu jagen oder einfach nur die Atmosphäre aufzunehmen und dem Spaß am Laufen zu frönen. Bei den Spitzenathleten ging es natürlich um gute Zeiten, den Streckenrekord und Platzierungen. Als Favorit auf den Sieg bei den Männern wurde Bernard Kiprop Koech (Kenia) gehandelt.

Ein Großteil unserer Truppe wurde gegen 7:45 Uhr mit dem Shuttlebus vom Fashion Hotel zum Olympia Stadion gefahren, denn der Start für den Marathon erfolgte um 9:30 Uhr, und für die 8-Kilometer-Läufer ging es um 10:10 Uhr los. Da ich den Halbmarathon laufen wollte, dieser aber erst 13:20 Uhr gestartet wurde, hatte ich mich entschieden, auf eigene Faust vom Hotel in Richtung Stadion zu gehen.

So konnte ich es morgens geruhsam angehen lassen, gemütlich frühstücken und dies ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Wettkampffrühstück sieht zwar anders aus, aber viele viele leckere Sachen standen bereit und landeten auf meinem Teller. Ein empfindlicher Magen hätte wohl Probleme bekommen. Danach wurde der Rucksack mit den wichtigsten Laufsachen gepackt, noch etwas Entspannung im Zimmer und dabei im TV auf Niederländisch den Start des Amsterdam Marathons verfolgt. Verstanden habe ich nichts, aber die Bilder reichten, um mich richtig in Stimmung zu bringen. Irgendwann nach 10 Uhr ging es an die Hotel-Rezeption mit der Frage nach dem Weg zum Stadion. Schon wurde mir ein Stadtplan in die Hand gedrückt.

Fahrräder in Amsterdam

Überall Fahrräder in Amsterdam

Ist alles kein Problem, aber Karte lesen und ich das funktioniert nicht wirklich. Orientierungslos griff ich zu meiner individuellen Taktik: vor dem Hotel meine Ohren gespitzt, in die Ferne gelauscht und tatsächlich ganz schwach einen vermuteten Stadionsprecher vernommen, dann die Richtung lokalisiert und einfach losgegangen. So habe ich gleich etwas von Amsterdam mitbekommen und war einmal mehr über die Masse an Fahrrädern erstaunt. Überall standen die Bikes, einige oder besser die meisten hatten wohl schon bessere Zeiten erlebt. Aber sie schienen noch problemlos ihren Dienst zu erfüllen. Indes kam die Lautsprecherstimme immer näher, und erste sportliche gekleidete Menschen liefen mir über den Weg. Also war mein pfadfinderisches Gespür genau richtig. Irgendwann befand ich mich mittendrin im Laufspektakel von Amsterdam; die 8 Kilometer Läufer waren gerade unterwegs in Richtung Ziel.

Die 8 Kilometer in Amsterdam

Nach dem 8 Kilometer Lauf im Olympia Stadion.

Es war schon ein faszinierendes Bild, die verschiedenen Läufer zu beobachten. Den letzten Kilometer der Strecke folgte ich den Läufern bis zum Stadion und nun gab es kein Halten mehr: Jetzt war ich endlich mit dabei beim Amsterdam Marathon 2013. Viele Zuschauer säumten die Strecke, applaudierten und feuerten die 8-Kilometer-Läufer in Richtung Ziel an. Gänsehaut Feeling pur, und das sage ich als jemand, der eigentlich nicht der größte Freund solcher großen Laufveranstaltungen ist. Im Stadion herrschte eine großartige Stimmung. Auf der einen Seite strömten viele Menschen nach dem Zieleinlauf in Richtung Stadionausgang, auf der anderen Seite liefen viele andere Menschen noch dem Ziel und ihrer Finisher-Medaille entgegen. Dazu gab es auf einer Leinwand eine Live-Berichterstattung vom Marathon. Alles beeindruckend und mitreißend.

Die 8 Kilometer sind gleich beendet

Das Ziel ist für die 8 Kilometer Läufer gleich erreicht.

Vor dem Halbmarathon in Amsterdam

Zielbereich beim Amsterdam Marathon

Der Zielbereich beim Amsterdam Marathon 2013

Im Mizuno VIP-Bereich hatten wir beste Möglichkeiten, um uns zu entspannen. Da traf ich dann auch wieder auf andere Runbirds. Einige sahen sehr glücklich aus und präsentierten stolz ihre Finisher-Medaille von den 8 Kilometern; es wurde über die Strecke und die gesamte Atmosphäre geplaudert. Dazu wurde immer wieder gespannt auf den Bildschirm oder ins Stadioninnere geschaut, um den Verlauf des Marathons zu verfolgen. Vereinzelt kamen immer noch 8-Kilometer-Läufer ins Ziel, und kurz nach 11:30 Uhr war es dann soweit, der schnellste Mann steuerte dem Ziel entgegen. Eine ausgelassene und begeisterte Stimmung begleitete Wilson Chebet (Kenia) zu seinem dritten Amsterdam Marathonsieg in Folge. Die Siegerzeit lag bei 2:05:36 h und das bei teilweise doch etwas windigen Bedingungen auf der Laufstrecke. Aber es hat dennoch für einen neuen Streckenrekord gereicht.

Den zweiten Platz belegte der Äthiopier Birhanu Ghirma und den dritten Platz erreichte Bernard Kiprop Koech (für den Sieg hat es leider nicht gereicht), den ich am Tag vorher bei der Mizuno Präsentation kurzzeitig hautnah erleben durfte. Den Amsterdam Marathon 2013 bei den Frauen entschied Valentine Kipketer aus Kenia in einer Zeit von 2:23:02 h. Einen wirklich sehr guten Marathon absolvierte auch einer unserer deutschen Runbirds. Sebastian Apfelbacher erreichte das Ziel in 2:55 h. Dabei war ihm zufolge seine Vorbereitung zum Amsterdam Marathon alles andere als ideal.

Beim Amsterdam Marathon 2013 finishen

Das Ziel beim Amsterdam Marathon 2013

Langsam aber sicher konnte ich mich auf meinen Halbmarathon vorbereiten. Ziel war es, einen ganz gemütlichen Ausdauerlauf durchzuführen, so bedächtig wie möglich und einfach nur die Strecke und Atmosphäre wirken lassen. Als Laufschuh wählte ich den Mizuno Wave Rider 16 aus, dieser sollte mich über die Straßen von Amsterdam tragen. Leider hatte mein Kopfinneres nicht wirklich Lust auf den Halbmarathon, denn schon seit Stunden hatte ich mit Kopfschmerzen zu tun. In einem Gespräch mit einem anderen Runbird erwähnte ich dies, und schon fand ich mich liegend auf zwei Sesseln wieder. Denn der Runbird war gleichzeitig Physiotherapeut, nahm sich meinen Nacken vor und stellte dort schnell den Herd allen Übels fest. Und was soll ich sagen? Er schaffte es innerhalb von 10 Minuten, die Kopfschmerzen zu beseitigen. Hätte echt nicht gedacht, dass sowas funktioniert. Vielen Dank auch von dieser Stelle noch einmal dafür.

Der Halbmarathon in Amsterdam

Finishermedaille beim Halbmarathon in Amsterdam

Die Finishermedaille für den Halbmarathon

20 Minuten vor dem eigentlichen Halbmarathon-Start machte ich mich auf die Socken zu meinem Startplatz, der sich Dank Mizuno im ersten Startblock befand. Nur unterschätzte ich den Weg bis dahin komplett. Zwar hatte ich das Halbmarathon Starterfeld ganz schnell erreicht, aber leider nur den hinteren Teil davon. Bis zu meinem Bereich war es knapp ein Kilometer, und diesen musste ich durch eine riesige Ansammlung von Menschen hindurch bewältigen. So erreichte ich erst kurz vor dem Start meinen Startblock. Um 13:20 Uhr wurden wir pünktlich auf die Strecke geschickt. Insgesamt gingen mehr als 14000 Läuferinnen und Läufer auf die Halbmarathon-Distanz.

Ich nahm mir von Anfang an vor, so langsam wie möglich und einen Schnitt von 6 Minuten pro Kilometer zu laufen. Aber bei solcher Euphorie und in so einer Menschenmasse ist dies nicht ganz so einfach, in die Tat umzusetzen. Von den ersten Metern an war ordentlich Gedränge auf den Straßen von Amsterdam, und so gab es viel zu sehen und erleben. Unterschiedlichste Läufer mit noch unterschiedlicheren Laufstilen überholten mich, oder ich überholte sie. Eine Frau musste sich schon nach einem Kilometer am Straßenrand niederlassen. Ein kurzer Blick und schon war ein Helfer zur Stelle. Zuschauer feuerten die Läufer-Massen an und unterschiedliche Plakate säumten die Straßen. Nur konnte ich nicht verstehen, was da auf niederländisch geschrieben stand.

Amsterdam Marathon Zuschauer

Impressionen aus dem Stadion

Die Halbmarathon-Strecke führte meines Erachtens teilweise außerhalb des Zentrums von Amsterdam entlang und manchmal genau durch die City. Mal waren die Straßen wirklich breit und ließen viel Platz zum Laufen, und manchmal wurde es richtig eng. Immer wieder kamen wir an Stellen, wo Musik gespielt wurde, mal legte ein DJ auf, mal wurde Live-Musik gespielt, mal gab es laute Musik aus einem Auto. Insgesamt stellte ich fest, dass es nicht ganz so einfach ist, während so einer Laufveranstaltung ganz langsam zu laufen. Nach 10 Kilometern ging ich mit 57:26 min durch, 2 Minuten schneller als ich wollte.

An vielen Stellen machten Menschen ihre private Party, ganze Hausgemeinschaften waren mit Sack und Pack an der Straße vertreten. Campingstühle, Grill und gute Stimmung – diese Atmosphäre kam, denke ich, gut bei vielen Läufern an. An einem Punkt sorgten Cheerleaderinnen in knappen Outfits für Stimmung. Manch einem Mann lief dort sicherlich der Sabber. Offen bleibt, ob dies durch Erschöpfung verursacht wurde oder wegen der hübschen jungen Damen… Manchmal stürmte ein verkleideter Läufer an mir vorbei, und ich war erstaunt,wie man es unter diesen warmen Kostümen mehr als 2 Minuten aushalten kann. Vor allem dann, wenn es sich um Ganzkörperkondome handelte.

Den Halbmarathon finishen

Den Halbmarathon in Amsterdam finishen

Bei schnelleren Läufen habe ich selten die Chance, die gesamte Atmosphäre auf und neben der Strecke zu erleben. So genoss ich es immer wieder, mit kleinen Kindern, die ihre Hände ausstreckten, abzuklatschen. Gefühlte zweihundert Mal geschah dies. Irgendwann stürmte ein junger Mann an mir vorbei, auf seinem Shirt stand Personal Coach. Irgendwie sah dies schon alles nach Klischee aus, und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich diesen Herrn irgendwann noch mal sehen werde. Knapp 2 Kilometer vor dem Ziel war es dann auch wieder soweit: Das Shirt war jetzt um die Hüften gebunden, und es kam ein unvorteilhaft proportionierter muskelbepackter Oberkörper zum Vorschein. Diplomatisch ausgedrückt, einseitiges Training kann auf Dauer nicht hilfreich sein. Darüber hinaus war nicht mehr viel Power im Körper des jungen Mannes vorhanden. Muskeln alleine reichen eben nicht, um einen Halbmarathon zu schaffen.

Der Zieleinlauf beim Halbmarathon

Der Zieleinlauf beim Mizuno Halbmarathon in Amsterdam 2013

In einem Park gab es feinste SKA-Klänge zu hören, am liebsten hätte ich mich hingestellt und der Musik gelauscht. Aber es war nicht mehr weit bis zum Olympia Stadion. Nun trafen wir auf immer mehr Läuferinnen und Läufer des Marathons, die schon weit mehr als 5 Stunden unterwegs waren. Teilweise sah es nicht mehr gesund aus, wie diese Sportler sich fortbewegten. Vor dem Stadion machten die Zuschauer nochmal richtig Stimmung, welche beim Einlaufen ins Stadion ihren Höhepunkt erreichte. Die 200 Meter im Stadion empfand ich als imposant und dachte darüber nach, wie es wäre, wenn man hier als schneller Läufer reingedonnert kommt. Ich blieb aber weiter im unteren GA1 Bereich und lief dem Ziel entgegen. Danach gab es die Finisher-Medaille, und ganz geordnet und super organisiert ging es mit vielen anderen glücklichen Sportlern zum Ausgang. Meine Endzeit lag bei 2:01:29 h für den nachmittäglichen Ausdauerlauf.

Im Mizuno VIP Bereich verfolgte ich noch eine Weile die vielen anderen Sportler, welche dem Ziel entgegenliefen, und dann ging es für mich zu Fuß und alleine wieder in Richtung Hotel. Ein Teil des Weges ermöglichte mir, weitere Halbmarathonis beim Lauf in Richtung Ziel beobachten. Einige kämpften Meter für Meter, um irgendwie das Ziel zu erreichen, aber es wurden merklich weniger Läufer. Nach einer gewissen Zeit verließ ich die Strecke und schlenderte gemütlich in Richtung Fashion Hotel, wo eine kleine Schwimmrunde im Schwimmbecken auf mich wartete.

Dinner und Abschluss

Amsterdam Impression

Ein schönes Fahrrad in Amsterdam…

Am Abend ging es letztmalig zu einem Dinner in die Innenstadt von Amsterdam. Dieses mal steuerten wir mit dem Bus das Restaurant Fifteen an. In gemütlicher Umgebung konnten wir gemeinsam mit Mizuno und allen Runbirds den Tag Revue passieren lassen. Es wurden Erlebnisse ausgetauscht und einfach über dies und jenes geplaudert. Nach einer weiteren sehr kurzen Nacht ging es dann am Montagmorgen um 7:40 Uhr in der Früh zum Flughafen, und kurz nach 11 Uhr betrat ich in Berlin reich an Eindrücken deutschen Boden.

Als Fazit bleibt, dass wir alle ein wirklich super organisiertes Wochenende von und mit Mizuno erlebt haben. Es war klasse, mehr über Mizuno zu erfahren, andere Läuferinnen und Läufer und die Stadt Amsterdam kennenzulernen. Deshalb noch einmal recht herzlichen Dank für die vier Tage. Damit endet auch meine Artikelserie zum Mizuno Runbird Wochenende in Amsterdam 2013.

Hier findet Ihr Teil 1 und Teil 2 vom Amsterdam Bericht.

Die Einladung zum Amsterdam Marathon, die Übernachtungen und das gesamte Wochenende erhielt ich als Teilnehmer des Runbirds Programms von Mizuno, vielen Dank dafür. Dennoch hat Mizuno keinen Einfluss auf diesen Artikel genommen. Dieser beinhaltet meine Erfahrungen und Empfindungen des gesamten Wochenendes.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein toller Bericht vom Marathontag und von deinem Lauf. Glückwunsch zum Finnish und dem Ergebnis. 🙂
    Ich hoffe nur, dass die Zugreise zum Schluss nicht wieder so turbulent wie bei der Anreise war….

    • Hallo Daniela,
      bei mir ging es um kein Ergebnis, einfach nur laufen.

      Flug und Reise mit dem Zug in Richtung Heimat verliefen ganz problemlos, war fast schon langweilig 🙂

  2. Ein super erlebnisreiches Wochenende hattest Du da! In Amsterdam bin ich ja noch nie gelaufen, aber das steht noch auf der To-Run-Liste 🙂 Danke für das Teilen Deiner Eindrücke!

  3. Hallo Heiko,

    vielen Dank für Deinen Bericht.
    Normalerweise wäre ich dieses Jahr in Amsterdam meinen ersten Marathon gelaufen. Doch dann kamen mir gesundheitliche Probleme in den Weg.

    Da stachelt mich Dein Bericht doch noch mehr an und die Motivation steigt, es nächstes Jahr noch einmal zu probieren.
    Meinst Du, Amsterdam wäre ein guter Marathon fürs Debüt (Wenn es mit Berlin nicht klappen sollte)??

    Viele Grüße
    Jan

    • Hallo Jan,
      wegen der Gesundheit bin ich auch nur den Halbmarathon gelaufen. Sehr gern hätte ich in Amsterdam die 42,195 km gemacht. Ich könnte mir schon vorstellen das Amsterdam auch was für ein Debüt ist? Aber es gibt auch in Deutschland viele schöne Marathons, es müssen ja nicht immer die großen Marathons sein – oder?

      Läuferische Grüße

      Heiko

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