Frostwiese? Frühlingslauf oder was…

FrostwiesenlaufAm Sonntag, dem 09. Februar 2014, war es wieder soweit, am Landhotel in Burg/Spreewald wurde zum Frostwiesenlauf geladen. Und scheinbar kennt die Veranstaltung nur Extreme, mal gibt es viel Schnee, dann ist es bitterkalt, oder wie in diesem Jahr wird aus dem Frostwiesenlauf ein Frühlingslauf durch den Spreewald. Die angebotenen Hauptlaufstrecken führten über 10, 20 und 30 Kilometer. Viele, viele Läufer und Walker nahmen das Angebot gern an und kamen nach Burg, um ohne Stress und Hektik zu laufen. Denn das Besondere am Frostwiesenlauf ist, dass es nicht um die Laufzeit geht, sondern dass die Teilnahme zählt, oder jeder so laufen kann, wie er will. Dazu gab es noch 25 Punkte für jeden Teilnehmer in der Lausitz Laufserien Wertung 2014.

Eine Stunde vor dem Start, welcher um 11 Uhr vollzogen werden sollte, kamen wir in Burg-Kauper am Landhotel an. Helfer wiesen uns schnell und sicher zum Parkplatz auf einer Wiese, was wirklich reibungslos und ordentlich geklappt hat. Ich erwähne dies extra, weil es so nicht überall üblich ist. Danach ging es zum Abholen der Startnummer, und schon konnte es losgehen. Am Start versammelten sich 806 Sportler. Vom Veranstalter war alles gerichtet, und in meinen Augen gab es keinen Grund zu meckern, auch wenn ich irgendwie das Gefühl hatte, dass es das Landhotel nicht wirklich hinbekommt, sich auf die Schar der Läuferinnen und Läufer einzustellen. Denn, wenn ich weiß, dass eine größere Laufveranstaltung ansteht, führe ich nicht noch in meinem Haus eine Schuhmesse für Fachbesucher durch. Aber dies ist nur meine subjektive Meinung. Auch wäre etwas mehr Gastronomie für die mitgereisten Familienmitglieder und Zuschauer nicht schlecht gewesen.

Frostwiesenlauf 2014

So, jetzt würde ich gern positiv weitermachen. Der Frostwiesenlauf war tatsächlich gut organisiert, ausgeschildert, und die Verpflegung auf der Strecke hat gepasst. Auch wenn mir das Thema mittlerweile zum Hals raushängt, muss ich doch ein ABER anführen. Ich möchte nicht als der ewige Nordic Walker Kritiker dastehen, dennoch gab es am Start einfach wieder Grund für kritische Worte. Und es gab genug böse Worte, denn es ist nicht schön, den Knüppel der Walker zwischen den Beinen zu haben. Liebe Walker, schaltet bitte mal Euer Gehirn ein und denkt nach. Vielleicht wäre es logisch, sich ganz am Schluss des Starterfeldes aufzustellen oder einfach mal für 500 Meter die Stöcke in den Händen halten und danach loslegen. Eine Fortbewegung ohne Knüppel ist tatsächlich möglich. Weiterhin wäre es nicht schlecht, nicht sofort nach dem Start dem Herdentrieb zu folgen und eine Fünfer-Reihe zu bilden, die nebeneinander geht. Alles Dinge, die nicht gerade für Freundlichkeit von Seiten der Läufer sorgen. Ich plädiere eindeutig für mehr Rücksichtsnahme untereinander und stelle noch mal klar: Ich habe nichts gegen Nordic Walking. Vielleicht sollte aber von Veranstalterseite über einen getrennten Start nachgedacht werden, denn auf den normalen Menschenverstand zu bauen, bringt oftmals leider nicht viel.

So nun aber weiter mit der Lauferei… Waren die ersten 1000 Meter wirklich eng, so zog sich danach das Läuferfeld Stück für Stück auseinander. Irgendwo bei der 2-Kilometer-Marke trennten sich dann die Wege der 10-Kilometer-Läufer und der 20-Kilometer-Läufer. Die 30-Kilometer-Läufer gingen auch erstmal auf die 10 km Runde, um dann später die 20 Kilometer Runde in Angriff zu nehmen.

Frostwiesenlauf UrkundeAm Anfang lief ich mit einer mir bekannten Läuferin im 7-Minuten-Schnitt, um dann nach der Trennung der Strecken auf 6 min pro Kilometer zu steigern. Alles ganz locker im Trainingsmodus. Auf der Strecke traf ich einen weiteren Läufer, und wir unterhielten uns natürlich über das Laufen, das Training und die Schönheit des Spreewalds. Wir gönnten uns am ersten Verpflegungspunkt eine Pause zum Schnattern. Alles Dinge, die im normalen Wettkampf so nicht möglich sind. Nach 10 Kilometern erhöhte ich das lockere Lauftempo etwas, um dann im Schnitt zwischen 4:45 und 5:00 min den Kilometer zu laufen. Was zur Folge hatte, dass ich viele Läuferinnen und Läufer überholen konnte. Immer wieder ging es an den zahlreichen Fließen des Spreewalds vorbei, und es war einfach ein Traum, die Natur zu erleben und zu genießen. Es hat wirklich Spaß gemacht. Da ich mich nicht unter Stress setzen wollte, hatte ich auch keine Fotokamera mit. Für Euch schlecht, weil ich keine Fotos präsentieren kann, für mich gut, weil ich alles auf mich wirken lassen konnte.

Im Ziel gab es dann ausreichend Verpflegung in Form von Keksen und anderen Leckereien. Natürlich durften Gurken nicht fehlen. Und so konnten wir kurz vor 13 Uhr mit einem Lächeln im Gesicht, einer Urkunde samt Primel und schönen Erinnerungen die Rückreise antreten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Veranstalter und die Helfer, die das Erlebnis Frostwiesenlauf 2014 ermöglicht haben.

Weitere Informationen zum Frostwiesenlauf hier.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein schöner Bericht! Ich habe auch noch tolle Erinnerungen an meinen eiskalten Frostwiesenlauf vor zwei Jahren … Diesmal hatte ich mich lieber zum Laufen nach Florida verzogen 🙂

  2. Glückwunsch zum Lauf! 🙂 Ein schöner und interessanter Bericht.
    Vielleicht bin ich irgendwann auch mal mit dabei, auf der Laufwunschliste steht der Frostwiesenlauf schon. Momentan hängts halt immer noch an der familiären Organisation mit der Betreuung meiner Kinder.

    • Hallo Daniela,
      nimmst Du die Familie mit, es gibt auch einen kleinen Kinderlauf und ein kleiner Streichelzoo ist am Landhotel auch vorhanden 🙂

      Gruß Heiko

  3. Hallo Heiko,
    im Grunde genommen gebe ich, als Nordic Walker, Dir Recht. Aber – es ist ein Unding, wenn nach ca. 2,5 min die Start-Verschlafer oder die Auf-den-letzten Pfiff-Pinkler unter den Läufern immer noch ein Recht auf die gesamte Wegbreite einfordern. Das Startproblem ist eine Aufgabe des Veranstalters.
    Als wir noch eine Finisher-Wertung hatten (Zeit = Punktewertung) gab es noch das zusätzliche Problem der Walker und Nordic Walker. Ein Walker, der bei den Läufern mitgestartet war, hatte zwangsläufig eine bessere Ausgangsposition. Dieses Problem hatte dann der Veranstalter gelöst, indem er diese Form der Wertung aus der Abrechnung genommen hat und den Leistungsgedanken vollkommen gestrichen hat.
    Die erkennbare Trennung jetzt von Läufern, Walkern und Nordic Walkern überfordert ihn jetzt total. Einfach Startnummern unterschiedlicher Farbe zu verwenden fällt ihm nicht ein. Dabei wäre dann eine Sortierung bei der Startaufstellung – wenn sich auch alle Läufer pünktlich einfinden – ganz einfach.
    Und so laufen am Start bei den Läufern die Walker mit und die Nur-ab-und-zu-Nordic Walker bzw. Stöckchenträger denken, was die können, können wir auch.
    Die Leidtragenden sind dann aber wir, Du als Läufer und wir von den mitdenkenden Nordic Walkern.

    • Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich glaube, wir beide wünschen uns mehr Rücksichtnahme, und ich finde es sehr gut, dass Du als Nordic Walker einen Kommentar dazu schreibst. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Walker 30 min vorher gemeinsam zu starten. Leider kommt dann für uns Läufer wieder das Problem des Nebeneinander-Gehens. Es gibt Nordic Walker, die walken vernünftig und machen Platz, aber leider gibt es eben auch die anderen. Und genau diese sorgen für die negative Stimmung. Leider wird zu wenig in Läuferkreisen über rücksichtsvolle Nordic Walker gesprochen, da nehme ich mich gar nicht aus. Deshalb finde ich auch solche Diskussionen wichtig. Mir ist auch ein Miteinander lieber als ein Gegeneinander.

      Mit sportlichen Grüßen

      Heiko

  4. Hallo Heiko,
    danke für die Antwort. Ein Start 30 min vorher finde ich in Ordnung. Dann ist die Startkonzentration der Walker aufgelöst und auch die Läufer habe sich schon leistungsmäßig sortiert. Aber mit der Streichung des Leistungsgedankens bei den Walkern/Nordic Walkern wurde diese „Rudelbildung“ gefördert. Der Gedanke im Hinterkopf ist doch jetzt – warum soll ich mich anstrengen, wenn der Letzte die gleiche Punktzahl bekommt, wie der Erste. Selbst wenn ich unterwegs auf ein Bier einkehren würde, hätte ich die gleichen Punkte auf meinem Konto, wie der Sieger.
    Hat das dann noch etwas mit Sport zu tun? Sport lebt nun einmal von dem Streben nach Leistung, von dem Vergleich mit Anderen. Aber das sieht man beim DLV und nachfolgend auch bei den Veranstaltern mit Hinsicht auf Nordic Walking gaaaaanz anders. Laufveranstaltungen finden überwiegend ohne den Start von Walkern/Nordic Walkern statt. Wenn diese dann doch einmal mit eingeplant sind, walken sie außerhalb jeglicher Wertung. Bis auf ganz wenige Ausnahmen bekommen sie auch keinen Platz auf einem Siegertreppchen. Sie sind nur füllendes Beiwerk. Mitunter werden sie dann auch gleich bei den Läufern mitgewertet. Können sie sich dann aber in der Läuferwertung platzieren, dürfen sie wieder nicht auf das Treppchen mit rauf, sie sind ja Walker – verstehst Du das?
    Vielleicht wäre es auch einmal ratsam, wenn die eingefleischten Antiwalker einmal die Stöcke nehmen und versuchen, bei einem sauberen Laufen über vielleicht 10 km eine persönliche Bestzeit zu erreichen. Dann könnte es passieren, dass sie dann zwei Tage danach sagen, dass Nordic Walking , richtig betrieben, auch eine verdammt harte Sportart sein kann.

    • Hallo Wolfgang,

      ob 30 Minuten vorher wirklich das Problem lösen würden, kann ich nicht sagen. Und gerade auf engeren Wegen sehe ich spätestens beim Auflaufen der ersten Läufer wieder Unstimmigkeiten, denn kannst Du wirklich für Deine Nordic-Walking-Kollegen die Hand ins Feuer legen, dass Platz gemacht wird? Und glaube mir, es ist echt ärgerlich, wenn man um (Best-)Zeiten läuft und dann einen Bogen machen muss oder gar nicht vorbeikommt. Leider habe ich dies alles in meiner auch schon langen Laufkarriere erlebt. Das passiert aber nicht nur bei Nordic Walkern, auch einige Wanderer nehmen da keine Rücksicht.

      Zwecks der Streichung der Leistungsklasse verstehe ich ehrlich gesagt die Veranstalter, wenn es so ist. Denn wie will man eine saubere Ausführung des Nordic Walkings kontrollieren? Ein gutes Beispiel ist das Gehen. Dort stehen bei Weltmeisterschaften Kampfrichter, um eine richtige und saubere Technik zu erkennen, und trotzdem kann man da oft zweifeln, ob alles so sauber ist. Genauso sehe ich es beim Nordic Walking, wenn es um Preise und Platzierungen geht. Könnte mir schon vorstellen, dass der eine oder andere schon einmal den Schummelmodus einlegt. Warum diese Vermutung? Weil ich folgendes auch schon erlebt habe: Kurz vor dem Ziel befanden sich zwei Nordic Walker nebeneinander, das war mit Sicherheit kein Nordic Walking mehr sondern rennen. In diesem Fall ging es zum Beispiel um einen Preis. Als Veranstalter würde ich mir in diesem Fall verarscht vorkommen.

      Wie man das Problem lösen kann, vermag ich nicht sagen. Da bin ich zu weit entfernt, um Euren Sport zu beurteilen. Aber vielleicht sollte in den eigenen Reihen was passieren? Gibt es eigentlich Nordic Walking Veranstaltungen, die auch von Nordic Walkern organisiert werden? Dies wäre vielleicht mal ein Weg, um zu zeigen, dass es eventuell anders geht. Macht doch selbst mal Werbung für Euren Sport, um mit dem negativen Image etwas aufzuräumen…

      Mit sportlichen Grüßen

      Heiko

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