Laufbericht vom Froschlauf 2013 in Biehla

Froschlauf 2013 in Biehla
Es ist 21.15 Uhr. Ein riesiges Starterfeld hat sich beim Froschlauf in Stellung gebracht, um gemeinsam in die Nacht von Biehla zu starten. Mittlerweile handelte es sich schon um die zehnte Auflage des Froschlaufs, welcher am Freitag, dem 28. Juni 2013, genau um 21.23 Uhr gestartet wurde. Überall fröhliche und gespannte Gesichter. Insgesamt 9,6 Kilometer erwarteten das Läuferfeld; eine Laufstrecke, die durch das Biehlaer Teichgebiet geführt wurde. Pünktlich zum Sonnenuntergang schickte der Startschuss den Pulk der Läufer aus Nah und Fern, aus dem In- und Ausland auf die Strecke. Laut des Veranstalters haben sich über 1200 Teilnehmer auf den Weg nach Biehla bei Kamenz gemacht, um an diesem Event teilzunehmen.

In den letzten Minuten vor dem Start gab es laute Musik und eine Animation, die das Läuferfeld in Stimmung bringen sollte. Aber ich glaube, bei bestem Laufwetter und angenehmen Temperaturen war es kaum noch notwendig, für Stimmung zu sorgen, denn die abendliche Stimmung war glänzend. Die Organisation war einfach klasse, nichts wurde dem Zufall überlassen. Auch wenn ein ganzes Dorf so erschien, als ob es sich im Ausnahmezustand befindet, war alles strukturiert und geplant. Eine schnelle Einweisung zu den einzelnen Parkplätzen, gute und ausreichende Verpflegung für die Zuschauer und Sportler, eine reibungslose Anmeldung und ganz viele nette Helfer. Dafür erst mal vielen Dank und weiter so, auf die nächsten zehn Läufe in Biehla.
Froschlauf 2013 vor dem Start

Froschlauf: Mein Laufbericht

Für mich war es ein ganz normaler Trainingslauf ohne zeitliche Ambitionen, einfach Spaß haben und den Froschlauf genießen. Denn es ist ja nicht alltäglich, bei einem Volkslauf in die Nacht zu starten und das auch noch an Teichen, Wäldern und Feldern vorbei. Dennoch war ich etwas aufgeregt. Eine Läuferin, die ich seit wenigen Monaten trainiere, sollte in Biehla auf ihre bisher längste Laufdistanz gehen, und ich war mir sicher, dass sie die Strecke mit Bravour meistern wird. Deshalb auch meine letzten Worte, dass sie viel Spaß haben und die Atmosphäre genießen solle. Außerdem sei das gefühlte langsame Lauftempo noch zu schnell. Mit diesen Worten trennten sich unsere Wege. Sie stellte sich ganz hinten ins Läuferfeld, und ich nahm eine Position im vorderen Mittelfeld beim Start ein. In der Zwischenzeit noch mit dem einen oder anderen geplaudert, unter anderem mit dem Mathias von der Trainingsplattform MyGoal, andere Sportler bei ihrer Vorbereitung beobachtet. Der eine springt auf der Stelle, der nächste plaudert und wieder andere stehen seelenruhig da und warten auf den Startschuss, der dann genau zum Sonnenuntergang mit rockigen Musikklängen erfolgte.
Der Start beim Froschlauf 2013
Die schnellen Hirsche vorn gaben von der ersten Sekunde an Gas. Auf einem engen Weg musste das große Läuferfeld seinen Weg finden. Gedränge, etwas schupsen, springen, hier und da ausweichen – also ganze normale Vorgänge bei so einem großen Starterfeld. Dazu immer darauf achten, wo man hintritt, denn es wurde dunkel, und es gab keine Beleuchtung im Wald. Dies ist einerseits die größte Herausforderung beim Froschlauf. Auf der anderen Seite ist dies aber auch das Reizvolle an dieser Veranstaltung. Ich habe dazu nur ganz wenige Läufer gesehen, die mit einer Stirnlampe unterwegs waren. So konnten wir Läufer auf der Strecke beobachten, wie es von Minute zu Minute dunkler wurde. Auf dem ersten Kilometer hieß es, seine Position finden. Wie immer war ich erstaunt, mit welchem Tempo ich am Anfang von den unterschiedlichsten Läufertypen überholt wurde. Effiziente Laufstile wechselten sich mit kämpferischen Körperhaltungen ab. Bei dem ein oder anderen hatte ich nach 500 Metern schon das Gefühl, die wären am Limit. Wirklich sehr locker spulte ich den ersten Kilometer in 4:40 min ab.
Ein Frosch läuft beim Froschlauf
Schon war der erste Teich erreicht, einige wenige Fackeln leuchteten in die Nacht, und es wurde von Zuschauern großartige Stimmung gemacht. Jeder Läufer bekam Anfeuerungsrufe. Dies hatte schon den Charakter von großen Cityläufen. Danach ging es wieder in die Dunkelheit des Waldes. Hier musste besonders auf den Boden geachtet werden, hier und da war mal ein kleinerer Stolperer zu beobachten. Schon jetzt zeigte sich, dass meine Laufschuh-Auswahl mit dem neuen Mizuno Sayonara genau richtig war. Dieser lässt sich leicht laufen und vermittelt ein gutes und natürliches Laufgefühl. Dazu in nächster Zeit mehr in einem Testbericht.

Den zweiten Kilometer zog ich etwas an, 4:21 min. Schließlich wollte ich die gesamte Laufstrecke in einem mittleren Tempo von 4:30 min pro Kilometer laufen, was ich nach Kilometer 2 dann auch tat. Ab jetzt hieß es, Läufer für Läufer, die es am Anfang zu schnell angingen, einzuholen. Da waren echt einige schon stark gezeichnet. Ab und an standen am Rande einige Zuschauer und Helfer, die für Stimmung sorgten. Leider hörte ich an den Teichen nicht das Gequake der Frösche, dafür aber das Schnaufen und Pusten der Läuferschar. Zur Hälfte der Strecke gab es einen kleinen Verpflegungspunkt, der von den meisten rege genutzt wurde. Dies war für mich keine Option, da ich es auf so kurzen Strecken nicht als notwendig erachte, etwas zu trinken.

Ab jetzt kamen immer mal wieder ganz leichte und kaum merkliche Steigungen ins Spiel. In der Ferne war der Sprecher aus dem Start/Zielbereich zu vernehmen. Es wurde immer dunkler und die Zahl der von mir überholten Läufer immer größer. Mein Tempo behielt ich bei, erfreute mich der nächtlichen Stimmung. Knapp einen Kilometer vor dem Ziel gab es noch einmal einen ganz kleinen Anstieg, der sich auf einer Länge von 200 Metern hinzog. Hier fighteten einige Sportler wahrlich am Limit, und dann ging es in ein knapp 500 Meter langes Meer von Fackeln ins Ziel. Links und rechts von der Laufstrecke standen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, unterstützt von den Kameraden der Feuerwehr, am Rand mit Fackeln und beleuchteten die Strecke. Gut, viel zu sehen war trotzdem nicht, und den einen oder anderen der Läufer hat es auf dem Abschnitt auch niedergestreckt. Aber es war schon ein Gänsehautfeeling. Nach 42:06 min waren für mich die 9,6 km beendet.
Fackeln beim Froschlauf 2013
Gleich danach lief ich meinem „Schützling“ entgegen, was in der Dunkelheit und bei den Zuschauer- und Läufermassen nicht ganz so einfach war. Ca. einen Kilometer vor dem Ziel postierte ich mich an einem Rand zwischen Wald und Feld. Mittlerweile war es gerade im Wald stockdunkel, und die Läufer waren nur noch zu erahnen. Die Zeit verging, und immer mehr Läufer bewegten sich in Richtung Ziel. Einige waren froh, das Ende in der Ferne zu erahnen, andere stöhnten über den letzten kleinen Anstieg. Mit Blick ging immer mehr auf die Uhr, eine Stunde war um. Langsam wurden es weniger Läufer, die aus dem Wald kamen. Die meisten waren durch das Schnaufen zu vernehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob viele einen Blick für die vielen Glühwürmchen hatten, die am Rand der Laufstrecke leuchteten.

Und auf einmal war mein Coachee da. Mit einem fröhlichen Lächeln wurde kurz abgecheckt, ob wir uns auch wirklich kennen. Und beide wussten wir, dass da noch viel Power und Energie im Körper steckt. Das bisher absolvierte Training war also passgenau von mir entwickelt worden und zeigte die gewünschte Wirkung. Im Zielbereich erwartete mich ein erfreutes Gesicht. Mit 1:05:38 Std. hat mein Schützling das Ziel letztendlich erreicht. Spekuliert hatte ich mit 1:08 Std. Also, da geht in nächster Zeit noch einiges, das gibt mir als Trainer Bestätigung und ihr als Läuferin die notwendige Motivation, sich im Training zu fordern.
Ziel beim Froschlauf
Im Spitzenfeld hatten es die Hirsche besonders eilig. Nach 28:51 Minuten war Paul Schmidt (TSV Dresden) als erster im Ziel, mit Streckenrekord. Zweiter wurde Marc Schulze (SCC Berlin) in 29:04 min und Dritter wurde Matthew Crow (Estero, Florida – USA) in 29:20 Minuten. Damit blieben wohl die ersten Drei unter dem alten Streckenrekord. Als schnellste Frau kam Julia Belger (OSC Löbau) in 35:42 min ins Ziel.

Fazit zum Froschlauf 2013 in Biehla bei Kamenz

Zelten beim Froschlauf 2013 in Biehla
Eine tolle Laufveranstaltung, die da wieder auf die Beine gestellt wurde. Läuferinnen und Läufer durften vor Ort zelten, was auch Jahr für Jahr rege genutzt wird. In der Nacht gab es dann wohl noch eine Läuferparty mit Live-Musik und einem Feuerwerk, dies haben wir aber nicht mehr erlebt. Den Froschlauf sollte man unbedingt mal erlebt haben, denn es ist schon eine einmalige Atmosphäre, in die Nacht von Biehla und dazu die letzten 500 Meter durch die Schneise der leuchtenden Fackeln zu laufen.

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle an den Veranstalter: Ich denke, das Limit an Teilnehmern ist erreicht. Um die gute Atmosphäre und Stimmung zu erhalten, würde ich es begrüßen, den Froschlauf in dieser Größordnung beizubehalten und eventuell ein Limit für Startplätze festlegen.

Die Ergebnisse zum Froschlauf 2013 sind online hier zu finden: Baer Service.


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Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 45 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook, Twitter und Google+.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Oh, da wäre ich so gern dabei gewesen! Wenn die Anreise nur nicht so schwierig wäre … Aber toller Bericht und schön, dass Dein Schützling das Ziel gut erreicht hat!

    • Hallo Manu,
      im nächsten Jahr einfach zeitig genug bei mir melden und wir könnten Dich mit Auto mitnehmen. Eine Reise zum Froschlauf lohnt sich auf alle Fälle auch wenn es keine Medaillen gibt 🙂

  2. Das ist ja ein interessanter Lauf, auch wenn der noch nix für mich ist. Nicht wegen der Distanz sondern eher wegen der Dunkelheit…. 😉 Werde mir den aber mal in meinem Heftchen mit den interessanten Läufen aus Nah und Fern vermerken… 🙂

    • Hallo Daniela,
      irgendwie schafft man es mit der Dunkelheit. Den Froschlauf solltest Du Dir auf alle Fälle notieren, denn eine Anreise mit der ganzen Familie lohnt sich. Dort kann auch gezeltet werden.

  3. Ein wunderschöner,toller Lauf.Ein idealer Lauf für diejenigen die sich an die 10km ran trauen wollen.Bei so vielen Läufern ist man nie allein.Die Strecke ist nicht zu schwer.Die Stimmung genial.
    M.f.G.Frank aus Görlitz.

  4. Das war wieder einmal etwas zu Genießen – auch für die Nordic Walker.
    Klar, wenn man in vorderen Feld mitwalkt, verpasst man dann den Einlauf mit der Zusatzbeleuchtung. Aber hier stimmt einfach alles – ein großes Danke von mir. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

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