Hört auf zu jammern und seht endlich Eure Erfolge

zufrieden
Zugegeben, wir leben in einer Zeit und in einem Land, wo meines Erachtens viel zu viel gejammert wird. Im Einkaufsmarkt gibt es alles, die meisten Menschen haben ein Dach über dem Kopf, die Krankenversorgung ist gut, fast jeder hat ein Auto, es gibt genügend Kleidung und zu essen. Wir haben im eigenen Land Frieden und vieles mehr könnte ich hier aufzählen. Dennoch habe ich das Gefühl, von vielen unzufriedenen Menschen umgeben zu sein. Ich frage mich dann immer: Was brauchen denn die Menschen noch, um endlich glücklich zu sein? Und dann habe ich so meine eigene Theorie:

Wir brauchen weniger, weniger an Überfluss und mehr an Achtung und Dankbarkeit. Dankbarkeit für das, was wir materiell haben und Achtung vor dem, was wir selbst erreicht haben. Ich weiß, es ist jetzt etwas seltsam, genau aus dieser Thematik einen Übergang zum Sport zu finden. Aber auch im Sport wird meines Erachtens zu viel gejammert und ich will da jetzt nicht den Hochleistungssport thematisieren. Nein, ein Blick auf den Freizeitsport reicht völlig. Durch die vielen Jahren als Läufer und Personal Trainer erlebe ich einiges und immer wieder treffe ich auf Unzufriedenheit. Menschen, die unzufrieden sind, weil sie dies und jenes angeblich noch nicht geschafft haben. Und genau das stimmt mich nachdenklich, denn viele derer, die den Arsch hochbekommen, haben schon viel geschafft und sehen es nicht.

Ihr seht die Erfolge vor lauter Zielen nicht

Ja, es gibt die Menschen, die nichts gebacken bekommen und Tag ein Tag aus jammern. Und immer sind die anderen schuld. Ehrlich, hierfür habe ich wenig Verständnis, weil wir selbst für uns und unserer Leben verantwortlich sind. Und nein, das Leben ist nicht immer ein Fluss aus Honig. Wer was erreichen will, muss auch mal Dreck fressen und Schweiß schmecken. Dies ist im alltäglichen Leben so und im Sport eben auch. Für die meisten Menschen stellt der Sport ein Ausgleich dar, dient der Entspannung und ist Kraftquelle für das alltägliche Leben. Viele, die mit dem Sport beginnen, haben unterschiedlichste Ziele, bei Läufern ist es (zu) oft der Marathon, andere möchten endlich mal 5 km am Stück ohne Schnaufen laufen, wieder andere möchten endlich mal zweistellig auf der Waage stehen. Beispiele gibt es eine ganze Menge, und in meiner täglichen Arbeit werde ich damit oft konfrontiert. Für mich ist es eine leidenschaftliche Herausforderung dies anzunehmen und dabei behilflich zu sein. Die Umsetzung muss aber von jedem selbst geschehen und dies geschieht in der Praxis auch. Nur hier sind wir zu oft wieder bei der Unzufriedenheit.

Um dies anschaulich zu beschreiben möchte ich mal ein Beispiel benennen, zwar erfunden, jedoch habe ich dies in ähnlicher Weise schon erlebt: Paul, eine Granate im Wettsaufen, hatte nach einem routinemäßigen Arztbesuch zur Verlängerung seines Urlaubs auf Staatskosten eine Blutuntersuchung über sich ergehen lassen. Abrechnungstechnisch hatte der Doktore gleich noch den gesamt-körperlichen Zustand analysiert. Die Meinung des Fachmanns war eindeutig: „Junger Mann, Sie stehen gut im Futter, ihre Leber kennt alle alkoholischen Getränke dieses Erdballs, und Sie können bei der körperlichen Pflege in den nächsten beiden Jahren das Unkraut von unten beim Wachsen beobachten – also weitermachen.“ Paul, nicht ganz blöd in der Waffel, merkte schnell den ironischen Unterton des Mediziners und musste erstmal mit den Kumpels einen auf den Schreck saufen gehen. Natürlich nicht wie üblich den braunen Schnaps, sondern nur noch Klaren. Schließlich sagt eine Lebensweisheit: Klaren sieht die Leber nicht. Nächsten Tag fühlte sich Paul wie ausgekotzt, war wie immer böse krank und vegetierte so vor sich hin. Die eine Körperhälfte brüllte nach dem Konterbier, und die andere Hälfte des Körpers hatte ganz klar die Stimme des Mediziners im Ohr.

Glücklicherweise hatte Paul zu solchen Anlässen immer die Glotze an, um sich dadurch etwas abzulenken. So wurde der Brummschädel etwas erträglicher. Eine Sendung zeigte, dass aus irgendeinem Grund irgendwelche Bekloppten einfach mal so durch eine Stadt gerannt waren. Erst dachte Paul über deren Leiden im Schädel nach, aber dann dämmerte es ihm. Die laufen, und ich mache nichts anderes als saufen. Noch am gleichen Tag beschloss Paul, dass er schon lange kann, was andere machen. Auch hatte er keinen Bock, in nächster Zeit schon für seine Beerdigung zu sparen. Also die alten Sportbuchsen rausgesucht und festgestellt, dass es etwas spannt. Rein in die alten Sportschuhe und raus in Park, aber erst als es dunkel wurde. Schließlich sollte Paul keiner sehen. Gesagt, getan, Paul ist raus und hat was getan. Zugegeben, nach 100 Metern war er reif für das Sauerstoffzelt, und nach 500 Metern ging nichts mehr – aber er hat den Arsch hochbekommen.

Ab jetzt wollte er es genau wissen und las Fachliteratur, surfte Tage und Nächte und holte sich Informationen über das Laufen im weltweiten Netz der Daten. Paul wollte es sich beweisen, er wollte es seinem Arzt beweisen, und Paul wollte noch etwas länger das Unkraut von den anderen Seite beim Wachsen beobachten. Und wie sollte es anders sein, irgendwann stand das große Ziel: Marathon und dies in 04:59 Stunden. Paul tat alles, immer das große Ziel vor Augen. Er ackerte, kämpfte und am Tag des Wettkampfes ging er verbissen an den Start, erreichte fix und fertig das Ziel in 05:01 Stunden und war unzufrieden. Unzufrieden über seine Zeit und unzufrieden mit sich. Nur bitte warum war denn Paul unzufrieden?

Drehen wir die Uhr zwei Jahre zurück. Paul war übergewichtig, Paul war Trinker, Paul hatte keine Frau, Paul war unsportlich und begann vor genau zwei Jahren mit dem Sport. Paul ackerte 728 Tage für das eine Ziel und ist dann unzufrieden. Dabei hat sich in den letzten zwei Jahren so viel getan: Paul hat irgendwann 5 km geschafft, dann 10 km im Laufschritt, dies sogar ohne zu schnaufen. Dann kam der erste offizielle Halbmarathon. Nebenbei schockierten weitere Blutuntersuchungen den Hausarzt: „Junger Mann, was haben Sie denn wieder für Mist gebaut? Sie können die Beerdigungstermin erstmal um einige Jahre verschieben.“ Der Schnitzelfriedhof – oder besser gesagt der Bauch – wurde wieder ein Bäuchlein, Paul sieht 10 Jahre jünger aus, Paul hat andere Dinge im Leben entdeckt und schafft es, seine Zeit sinnvoll einzusetzen. Und morgens wacht er sogar neben einem Paulinchen auf. Und das hat Paul alles in zwei Jahren geschafft. Und dann ist er unzufrieden mit sich wegen zwei bekloppter Minuten???????????????????????????

Kommt Euch dies irgendwie bekannt vor? Ich will damit zeigen, dass es natürlich wichtig ist Ziele zu haben, aber dabei sollte niemand die Zwischenetappen vergessen – die angeblich kleinen Erfolge, die eigentlich ganz groß sind. Das Beispiel Paul zeigt einen ganz anderen Menschen, der trotzdem unzufrieden ist. Ich würde mir wünschen, dass endlich auch wieder die „kleinen“ aber wichtigen Erfolge gesehen werden. Kleines kann ganz groß sein. In diesem Sinne viel Erfolg auf Eurem Weg und seid dankbar für die Dinge, die Ihr geschafft habt und hadert nicht mit Dingen, die ihr (noch) nicht geschafft habt.

Noch mehr geballtes Wissen zum und über das Lauftraining, in Praxis und Theorie ...

... erhältst Du bei den Laufen total Laufcamps. Werde Teil eines sehr spannenden Wochenendes und hole Dir weitere Informationen. Die Laufen total Laufcamps und die Laufwoche sind ausdrücklich "auch" für Laufeinsteiger geeignet. Termine und Informationen dazu hier >>>>>>>>>>>>>>>>


Mein Name ist Heiko Wache und ich bin 46 Jahre alt. Ich bin zertifizierter Laufcoach, Personal Trainer und Fitnesstrainer-B. Mein beruflicher Weg gilt dem Sport als Personal Trainer mit dem Spezialgebiet Lauftraining. Weitere Informationen zu meinem Personal Training, der Online-Trainingsbetreuung und zum Laufen und der Fitness im Allgemeinen können sehr gern erfragt werden. Ihr findet mich natürlich auch auf: Facebook.